Agrana mit „erfolgreichem Geschäftsjahr“

Sowohl beim Umsatz als auch beim EBITDA und beim EBIT verzeichnete der Fruchtzubereitungs-, Stärke- und Zuckerkonzern 2016/17 gegenüber 2015/16 teils erhebliche Ergebniszuwächse.

Agrana-Generaldirektor Johann Marihart
Foto: Agrana
Agrana-Chef Marihart: Höhere Absatzmengen und -preise versüßten das Jahresergebnis 2016/17.

 

Ein „erfolgreiches Geschäftsjahr“ 2016/17 meldete Agrana-Generaldirektor Johann Marihart bei der Bilanzpressekonferenz am 12. Mai . Der Umsatz des Fruchtzubereitungs-, Stärke- und Zuckerkonzerns wuchs gegenüber 2015/16 um 3,4 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro. Das EBITDA verbesserte sich um 22,5 Prozent auf 235,2 Millionen Euro, das operative Ergebnis (EBIT) um 33,6 Prozent auf 172,4 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses und der Ertragssteuern ergibt sich ein Konzernergebnis von 117,9 Millionen Euro, um 45,7 Prozent mehr als 2015/16. Marihart zufolge ist das auf bessere Resultate in allen drei Geschäftbereichen (Frucht, Stärke und Zucker) zurückzuführen. Im Segment Stärke verzeichnete die Agrana einen EBIT-Anstieg um 15,6 Prozent auf 76,2 Millionen Euro, vor allem aufgrund höherer Verkaufsmengen. Das Segment Frucht wiederum profitierte insbesondere von besseren Preisen für Apfelsaftkonzentrat, wodurch das EBIT um 22,1 Prozent auf 71,8 Millionen Euro stieg. Das kleinste Segment, Zucker, schließlich verzeichnete wegen gestiegener Verkaufspreise ein EBIT von 24,4 Millionen Euro, was nahezu einer Versechsfachung gleichkommt.

 

Für das angelaufene Geschäftsjahr 2017/18 erwartet Marihart „sowohl beim Konzernergebnis als auch beim EBIT“ einen „moderaten Anstieg“.

 

Wachstumsmöglichkeiten sieht er insbesondere in Osteuropa sowie im südostasiatischen Raum. Deshalb wird vor allem dort investiert. Im Westen Zentralindiens etwa erwarb die Agrana kürzlich ein Fruchtzubereitungswerk von Saikrupa Fruit Processing. Die Tagesverarbeitung beläuft sich auf rund 20 Tonnen an Mangos, Erdbeeren, Granatäpfeln und Guaven. Laut Marihart handelt es sich um einen „Nukleus mit Wachstumspotenzial“, dessen Ausbau die Agrana „zügig in Angriff nehmen“ werde. Rund 150 Kilometer westlich von Schanghai wiederum soll um 22 Millionen Euro ein neues Werk für Fruchtzubereitungen entstehen, das eine Kapazität von etwa 30.000 Tonnen pro Jahr aufweist. Es ergänzt die bestehende 20.000-Tonnen-Anlage in Dachang nahe Peking, die „an ihre Kapazitätsgrenze“ kommt. Den Produktionsstart plant die Agrana für November 2018. Marihart verwies darauf, dass China mit einem jährlichen Verbrauch von 3,7 Millionen Tonnen der weltgrößte Markt und am stärksten wachsende Markt für Joghurt ist. Bis 2020 wird eine Verdopplung des Pro-Kopf-Konsums auf rund 5,6 Kilogramm pro Jahr erwartet. Ferner ist China auch der größte Markt für Eiscreme, der Jahresverbrauch lag 2016 bei 4,3 Milliarden Litern.

 

Geschäftspotenzial gibt es laut Marihart grundsätzlich auch noch in einem anderen Bereich. Ihm zufolge könnte die Bioethanolzumischung zu Benzin den Feinstaubausstoß von Kraftfahrzeugen „dramatisch“ verringern. Wünschenswert wäre seiner Ansicht nach eine Beimischung von zehn Prozent.

 

Mariharts Vorstandsvertrag wurde bei der Aufsichtsratssitzung der Agrana am 11. Mai bis Ende Februar 2021 verlängert. Er plane, die gesamte Funktionsperiode wahrzunehmen, betonte der am 8. Dezember 1950 geborene Generaldirektor bei der Bilanzpressekonferenz: „Ich fühle mich fit und proper.“ Marihart leitet die Agrana seit 19. September 1988.