AkzoNobel: Übernahme-Kampf mit US-Spekulanten

Der US-amerikanische Chemiekonzern PPG soll sich zwecks Übernahme des niederländischen Unternehmens mit einer Firma des New Yorker Finanzjongleurs Paul Elliott Singer zusammengetan haben.

AkzoNobel-Hauptsitz
Foto: AkzoNobel
Kein Thema: AkzoNobel verweigert die Absetzung von Aufsichtsratschef Anthony Burgmans.

 

Der Kampf um die Übernahme des niederländischen Farben-, Beschichtungs- und Spezialchemikalienunternehmens AkzoNobel durch den US-amerikanischen Chemiekonzern PPG geht weiter. Laut einer Aussendung von AkzoNobel hat sich dieser mit Elliott Advisors zusammengetan, einer Firma, die zur Elliott Management Corporation des New Yorker Finanzspekulanten Paul Elliott Singer gehört. Der Aussendung zufolge verlangt Elliott Advisors die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung zwecks Absetzung von Antony Burgmans, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates (Supervisory Board). Formell muss AkzoNobel über die Forderung binnen 14 Tagen entscheiden. Bereits in der heutigen Aussendung stellte das Unternehmen aber klar, dass der Abgang von Burgmans kein Thema ist. Dies wäre „unverantwortlich, unangemessen, schädlich und nicht im besten Interesse des Unternehmens, seiner Aktionäre und anderer an ihm Interessierter. Daher wird dieser Vorschlag zurückgewiesen“.

 

In einem behauptete AkzoNobel, erfahren zu haben, Elliott Advisors beabsichtige, potenziell preissensible Informationen im Zusammenhang mit dem Verlangen nach Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung an PPG weiterzugeben. AkzoNobel forderte Elliot Advisors und PPG auf, „ihre Beziehungen und die Kommunikation“ in der Angelegenheit klarzustellen. In den vergangenen Wochen habe das Unternehmen intensiv mit Elliott Advisors kooperiert. Unter anderem hätten Treffen mit AkzoNobel-Vorstandschef Ton Büchner, Finanzchefin Maelys Castella sowie dem Aufsichtsrat stattgefunden.

 

Weder seitens Elliott Advisors noch seitens PPG liegt bis dato eine Stellungnahme vor.


Die Elliott Management Corporation ist nicht zuletzt durch ihren Umgang mit Entwicklungsländern bekannt. Unter anderem erwarb ihre Tochter NML Capital in großem Stil nicht umgeschuldete Staatsanleihen Argentiniens, klagte vor einem New Yorker Bezirksgericht die 100prozentige Rückzahlung ein und erhielt 1,3 Milliarden US-Dollar (1,2 Milliarden Euro) zugesprochen. Ferner untersagte der Richter Argentinien, vor Bezahlung dieses Betrages neue Schulden aufzunehmen. Ein Schlichtungsverfahren endete im Sommer 2014 ohne Einigung. Argentinien galt damit als insolvent. Vor rund einem Jahr versteigerte das Land Staatsanleihen im Wert von etwa 14,5 Milliarden Euro und bezahlte davon etwa 8,3 Milliarden an die Hedgefonds, mit denen es sich geeinigt hatte. Weitere 2,9 Milliarden Euro sollen bei einer New Yorker Bank zur Begleichung der Forderungen anderer Gläubiger deponiert worden sein.