Brenntag: Stark in Nordamerika

Auch in der Region Asien-Pazifik lief das Geschäft des Chemiedistributeurs im ersten Halbjahr gut. Schwächen zeigten dagegen die Regionen EMEA und vor allem Lateinamerika.

Brenntag-Vorstandschef Steven Holland
Foto: Brenntag
Brenntag-Vorstandschef Steven Holland: Lateinamerika wie erwartet schwach

 

Einen Außenumsatz von rund 5,97 Milliarden Euro verzeichnete der Chemiedistributionskonzern Brenntag im abgelaufenen Halbjahr. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 ist das ein Plus von 13,9 Prozent. Das EBITDA beziffert Brenntag mit 421,4 Millionen Euro, was einem Zuwachs um 3,3 Prozent entspricht. Der Rohertrag (Außenumsatz abzüglich Materialaufwand) stieg um 7,1 Prozent auf 1,30 Milliarden Euro.

 

Besonders gut lief das Geschäft in Nordamerika. Dort erwirtschaftete Brenntag einen um 20,3 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro gestiegenen Außenumsatz sowie ein um 9,8 Prozent auf 195,2 Millionen Euro angewachsenes EBITDA. Ähnlich entwickelte sich der Markt in der Region Asien-Pazifik, wo der Außenumsatz von Brenntag um 18,3 Prozent auf 569,9 Millionen Euro stieg und sich das EBITDA um 5,0 Prozent auf 33,8 Millionen Euro erhöhte. Schwächer erwies sich die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika). Zwar wuchs der Außenumsatz um 8,1 Prozent auf 2,55 Milliarden Euro. Das EBITDA lag mit 189,7 Millionen Euro aber nur um 0,5 Prozent über dem des ersten Halbjahres 2016. In Lateinamerika schließlich verzeichnete Brenntag zwar ein Außenumsatz-Wachstum um 7,6 Prozent auf 414,4 Millionen Euro. Indessen ging das EBITDA um 20,6 Prozent auf 18,9 Millionen Euro zurück.

 

Von 164,7 auf 122,5 Millionen Euro gesunken ist der Free Cashflow. Laut dem Brenntag-Halbjahresbericht ist dies „im Wesentlichen auf den Anstieg der Chemikalienpreise und dem daraus resultierenden Aufbau des Working Capitals zurückzuführen“.

 

Brenntag-Vorstandsvorsitzender Steven Holland gab sich mit den Resultaten zufrieden. Zu der guten Entwicklung in Nordamerika hätten insbesondere im zweiten Quartal „sowohl das bestehende Geschäft als auch die getätigten Akquisitionen beigetragen“. In der Region Asien-Pazifik habe sich das Wachstum etwas verlangsamt. Und die Ergebnisse in Lateinamerika seien „wie erwartet weiterhin durch das schwierige makroökonomische Umfeld belastet“. In Europa will Holland die „die Effizienz in der Lieferkette“ weiter steigern und „jährliche Einsparungen in Höhe von acht Millionen Euro ab Beginn 2018 erreichen“. Allerdings koste das im zweiten Halbjahr rund 25 Millionen Euro.

 

Für das Gesamtjahr erwartet Brenntag einen weiteren Anstieg des Rohertrags sowie des EBITDA. Letzteres soll sich auf etwa 820 bis 850 Millionen Euro belaufen. Im Jahr 2016 waren es 810,0 Millionen Euro gewesen.