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Last update: 2012.02.03, 16:19
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111 Jahre Aspirin

Am 6. März 1899, also vor genau 111 Jahren, wurde Aspirin in die Warenzeichenrolle des Kaiserlichen Patentamts in Berlin aufgenommen und damit offiziell zur Marke. Damit begann eine der langanhaltendsten Erfolgsgeschichten der pharmazeutischen Industrie, die auch durch neuere Forschungsergebnisse weiteren Auftrieb erhält.


Am 1. Juni 1969 wurde in Österreich die erste Aspirin-Brausetablette auf den Markt gebracht. © Bayer Health Care

Am 10. August 1897 gelang es dem bei Bayer tätigen Chemiker Felix Hoffmann erstmals, den Wirkstoff von Aspirin, die Acetylsalicylsäure, in einer chemisch reinen und stabilen Form zu synthetisieren. Zwei Jahre später wurde das Medikament, zunächst in Pulverform, auf den Markt gebracht. Als im Jahr 1900 die erste 500 Milligramm-Tablette eingeführt wurde, war Aspirin eines der ersten Medikamente der Welt, das in dieser standardisierten und damit exakt dosierbaren Form erhältlich war.

Die Wirkung des Aspirin-Wirkstoffs beruht darauf, dass er die Produktion der Gewebshormon-Klasse der Prostaglandine hemmt und so die Schmerz- und Entzündungsreaktion lindert. Für die Entschlüsselung dieses Wirkmechanismus erhielt der britische Wissenschaftler John Vane 1982 den Nobelpreis für Medizin.

Aktuelle Forschungsergebnisse zum Wirkmechanismus
Karsten Schrör, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Klinische Pharmakologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erläutert, dass aktuelle Forschungen darüber hinaus zeigen würden, dass Acetylsalicylsäure je nach Schmerzquelle an verschiedenen Schaltstellen der Schmerzbahn angreift. Die unterschiedlichen Ebenen betreffen sowohl Entstehung und Weiterleitung als auch Verarbeitung und Wahrnehmung von Schmerzen, einschließlich der Beeinflussung weiterer Botenstoffe, wie Serotonin oder Endocannabinoide. „Es gibt bis heute keine Substanz, die in der Gesamtheit ihrer pharmakologischen Wirkungen und ihrer Konsequenzen für die Selbstmedikation – Wirkstärke, Schnelligkeit, Verträglichkeit, therapeutische Breite – der Acetylsalicylsäure gleichwertig ist“, fasst Schör zusammen.

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