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Sonntag, 11. Juli 2010, 13:03
Bakterien zur Messung der Schärfe von Speisen eingesetzt
Ein Studententeam der Universität Bielefeld beteiligt sich mit einer kulinarischen Idee am internationalen Wettbewerb der Synthetischen Biologie iGEM am MIT in Boston: Es möchte Bakterien dafür einsetzen, die Schärfe von Speisen auszuloten.
Ein „selbstverwaltetes“ Studententeam an der Uni Bielefeld nützt die Synthetische Biologie für den Nachweis der Schärfe von Speisen. © Uni Bielefeld Nach den Vorstellungen des Projektkoordinators Frieder Hänisch sollen E. coli-Bakterien so modifiziert werden, dass sie als Biosensoren für das Protein Capsaicin verwendet werden können. Capsaicin ist für die Schärfe verschiedener Nahrungspflanzen wie Pfeffer, Paprika oder Chillischoten verantwortlich. Auf diese Weise soll eine schnellere und günstigere Alternative zu derzeit üblichen Nachweisverfahren entwickelt werden. Wissenschaftliche Idee und finanzielle Mittel Molekularer Ausgangspunkt ist dabei ein Rezeptor für Botenstoff Acetosyringon, mit dem das Bodenbakterium Agrobacterium tumefaciens verletzte Pflanzen aufspürt, um sie zu befallen. Mithilfe zielgerichteter Evolution soll nun die Bindetasche des Rezeptors so umgebaut werden, dass sie Capsaicin erkennt. Die mit diesem Rezeptor modifizierten Bakterien reagieren dann auf den Schärfegrad einer Speise durch schwächeres oder stärkeres Leuchten. Hänisch spricht auch von der Möglichkeit, dieses Nachweisprinzip auf Allergene, Neurotransmitter oder Umwelttoxine zu erweitern. Der Wissenschaftswettbewerb iGEM geht aber über die Bewertung der wissenschaftlichen Exzellenz der eingereichten Projekte hinaus und bezieht auch die Entwicklung der Projektidee, seine Umsetzung und Finanzierung in die Beurteilung mit ein. Die von Karsten Niehaus und Jörn Kalinowski von der Uni Bielefeld betreuten Studenten müssen dabei alle finanziellen Mittel selbst beschaffen und verwalten. "Wir sind derzeit noch auf der Suche nach weiteren Sponsoren für dieses Projekt", erklärt Hänisch. |
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