pixel
Last update: 2012.02.03, 16:19
pixel


pixel
pixel

You're not logged in ... login


pixel  
AFFiRiS entwickelt Parkinson-Impfstoff

Das Wiener Biotech AFFiRiS hat mit der Entwicklung einer Parkinson-Impfung begonnen und das präklinische Programm dazu initiiert. Der als PD01 bezeichnete Impfstoff soll gezielt gegen ein Protein wirken, das in engem Zusammenhang mit den Ursachen der neurogenerativen Erkrankung steht.

Hervorragende Produktkandidaten aus vorangegangenen Untersuchungen haben AFFiRiS veranlasst, PD01 als Patent anzumelden und die Entwicklung umgehend zu starten. PD01 hat in Versuchstieren überzeugende Immunantworten geliefert und wird nun im Rahmen der präklinischen Untersuchung auf seine Wirksamkeit (Proof of Concept) hin untersucht. Bei erfolgreicher Umsetzung dieser Phase wird die erste klinische Erprobung ab 2010/11 beginnen.

Target: alpha-syn. Der Parkinson-Impfstoff wirkt spezifisch gegen das als alpha-synuclein (alpha-syn) bezeichnete Protein, das zum Erkrankungsprofil von Parkinson stark beiträgt. Obwohl alle Details der Zusammenhänge noch nicht bekannt sind, ist es dennoch gut belegt, dass Konzentration und Zusammenlagerungen von alpha-syn im Gehirn für das Fortschreiten von Parkinson mitverantwortlich sind.

Eine Reduktion der alpha-syn Konzentration im Gehirn sollte sich daher positiv auf den Krankheitsverlauf von Parkinson auswirken - eine Annahme, die vor kurzem durch Ergebnisse von US-Forschern in Tiermodellen bestätigt wurde.

Die von der Parkinson-Impfung zu induzierende Immunantwort gegen das schädigende alpha-syn soll in Folge einen nachhaltigen therapeutischen Effekt erzielen. Dafür verantwortlich ist das - weltweit einmalige - Wirkprofil des AFFiRiS-Impfstoffs, wie AFFiRiS-Chef Walter Schmidt erklärt: "Alpha-syn ist ein attraktives Ziel, um Parkinson ursächlich - und nicht nur symptomatisch - zu behandeln. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass alpha-syn ein körpereigenes Protein ist, das zu einer Proteinfamilie gehört, deren Mitglieder umfassende strukturelle Übereinstimmungen aufweisen."

Die als beta-syn und gamma-syn bezeichneten weiteren Mitglieder dieser Proteinfamilie sind für den gesunden Körper wichtig. "Eine Behandlung zur Reduktion von alpha-syn muss also genauestens die feinen Strukturunterschiede dieser verwandten Proteine beachten. Unsere AFFITOME-Technologie erlaubt es uns, Impfstoffe zu entwickeln, die diese hohe Spezifität gegenüber alpha-syn gewährleisten", so Schmidt.

AFFiRiS-CSO Frank Mattner ergänzt: "Das große Potenzial unsere AFFITOME-Technologie wurde auch von externen Begutachtern bestätigt, die unsere Entwicklung einer Parkinson-Impfung für die FFG beurteilten. Deren Meinung überzeugte die FFG, dieses Projekt mit einem bedeutenden Förderbeitrag zu unterstützen."

Die AFFITOME-Technologie von AFFiRiS ermöglicht es, ganz spezifische Zielstrukturen von krankmachenden, körpereigenen Proteinen mit patentgeschützten Produktkandidaten zu bekämpfen. Darauf basieren bereits zwei Impfungen und eine therapeutische Blutwäsche zur Behandlung von Alzheimer. Diese Therapien richten sich ausschließlich gegen Zielstrukturen auf schädlichen Bruchstücken des beta-Amyloids. Das gesunde und intakte Gesamtprotein APP wird dabei nicht angegriffen, da es diese Struktur nicht aufweist.


Kommentar abgeben    

 
tempo60, Freitag, 9. Jänner 2009, 19:10
Parkinson-Impfung
Im Bezirksjournal (2. Woche) las ich von der klinischen Erprobung. Kann man daranteilnehmen und wenn ja, was sind die Bedingungen.
MfG, Ing. Robert Dekner