Evonik darf Huber Silica übernehmen

Die EU-Kommission hat die 565-Millionen-Euro-Transaktion im Spezialchemikaliensektor unter Auflagen genehmigt.

Evonik-Flaggen
Foto: Evonik
Flagge zeigen: Evonik will seine Position auf dem nordamerikanischen und asiatischen Silika-Markt stärken.

 

Laut Entscheidung der EU-Kommission darf der deutsche Spezialchemikalienkonzern Evonik die Huber Silica übernehmen, den Silika-Geschäftsbereich des US-amerikanischen Konzerns J.M. Huber. Allerdings müssen die beiden Unternehmen Teile ihres Geschäfts mit gefällter Kieselsäure verkaufen. Diese wird unter anderem bei der Produktion von Beschichtungen, Farben, Reifen, Schaumverhütern und Zahnpasta verwendet. Hinsichtlich des Stoffes haben Evonik und Huber Silica vergleichsweise hohe gemeinsame Marktanteile. Ferner gibt es nur wenige alternative Hersteller, teilte die Kommission mit.

 

Um die Bedenken der Kommission gegen die Akquisition auszuräumen, bot Evonik an, sein Geschäft mit gefällter Kieselsäure für Dentalanwendungen in Europa, im Nahen Osten und in Afrika abzustoßen. Überdies will Huber Silica das Geschäft mit gefällter Kieselsäure für Schaumverhüter sowie mit hydrophober gefällter Kieselsäure im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verkaufen. Die Produktionstechnologien sind laut EU-Kommission vollständig „zur Produktionsstätte eines geeigneten Käufers“ zu transferieren. Ferner werden Evonik und Huber Silica dem neuen Eigentümer „umfassende technische Unterstützung bieten und mit ihm eine vorübergehende Liefervereinbarung schließen“. Ausdrücklich hält die Kommission fest, dass es sich beim Erwerber um „einen etablierten Hersteller gefällter Kieselsäure mit bestehender Marktpräsenz im EWR handeln“ muss.

 

Unter diesen Voraussetzungen ist die Akquisition nach Ansicht der EU-Kommission wettbewerbsrechtlich unbedenklich. Ihr wurde diese am 27. April des heurigen Jahres gemeldet. Evonik einigte sich im Herbst vergangenen Jahres mit J.M. Huber. Der deutsche Konzern will mit der Übernahme seine Marktposition „in diesem profitablen und wenig zyklischen Geschäft vor allem in Nordamerika und Asien“ stärken, verlautete damals. Als Kaufpreis wurden 630 Millionen US-Dollar (565 Millionen Euro) genannt. Laut Evonik wächst der globale Silika-Markt mit jährlich vier bis sechs Prozent überdurchschnittlich stark.