FCIO: „Keine Alternative zum Freihandel“

Auch der österreichische Chemieindustrieverband spricht sich für JEFTA aus. Er hofft auf „Impulse“ für das bisher eher „träge“ laufende Japan-Geschäft.

Juncker zwischen EU-Flagge und japanischer Flagge
Foto: EC Audivisual Services
Japan, wir kommen: Die EU-Kommission will JEFTA bis Anfang 2019 abschließen.

 

Auch der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) hält das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan (JEFTA) für begrüßenswert. Auf Anfrage des Chemiereports hieß es, die Branche erwirtschafte fast 70 Prozent ihrer Umsätze im Ausland. Angesichts dessen „ist der Freihandel von essenzieller Bedeutung“. Laut FCIO kann der Außenhandel mit Japan „durchaus“ noch gesteigert werden. Zurzeit liegt das Land an 25. Stelle unter den Exportmärkten der österreichischen Chemieindustrie. Die FCIO-Mitglieder exportieren jährlich Waren im Wert von rund 120 Millionen Euro nach Japan. Das entspricht lediglich etwa 0,6 Prozent ihres gesamten Außenhandelsvolumens.

 

Und bisher entwickelte sich der Handel laut FCIO „nur träge“. In den vergangenen zehn Jahren stieg das Volumen um gerade einmal zwei Prozent. Zum Vergleich: Die Exporte an Chemiewaren insgesamt nahmen um rund 50 Prozent zu: „Impulse für das Geschäft wären daher gefragt“. Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind übrigens Pharmazeutika, Kunststoffe, Kunststoffwaren, Chemiefasern sowie Anorganika. Das sind auch jene Produkte, die aus Japan hauptsächlich importiert werden, wobei noch Organika, Farbstoffe sowie Kautschukwaren hinzukommen.

 

Wirtschaftlich negative Auswirkungen von JEFTA befürchtet der FCIO allenfalls indirekt. Die österreichische Chemieindustrie ist ein wichtiger Zulieferer für die deutschen Autoproduzenten. Kommen diese durch die japanische Konkurrenz stärker unter Druck, „wirkt sich das auch auf die heimischen Zulieferer aus“. Aber, so das Resümee des FCIO: „Wenn zwei von drei Euro im Ausland verdient werden, gibt es keine Alternative zum Freihandel.“