Fresenius will Akorn schlucken

Die Rede ist von „fortgeschrittenen“ Verhandlungen. Weitere Details sollen einstweilen nicht bekannt gegeben werden.

Fresenius-Chef Stephan Sturm
Foto: Fresenius SE & Co. KGaA
Fresenius-Chef Stephan Sturm: Appetit auf Spezialgenerika

 

Fresenius Kabi, die Pharma-Tochter des deutschen Fresenius-Konzerns, will den US-amerikanischen Spezialgenerikahersteller Akorn übernehmen. Das bestätigten beide Unternehmen am Freitagabend. In einer Ad-hoc-Meldung von Fresenius hieß es, die Gespräche seien „fortgeschritten“. Einem allfälligen Abschluss der Transaktion müssten unter anderem der Aufsichtsrat des deutschen Konzerns und das Board of Directors des US-Unternehmens zustimmen. Ob diese zustandekomme, sei offen. Mehr gebe es bis zum Abschluss der Verhandlungen nicht mitzuteilen, „sofern eine Stellungnahme nicht aus anderen Gründen geboten erscheint“. Fresenius-Chef Stephan Sturm verlautete erst kürzlich, an Akquisitionen interessiert zu sein. Im Herbst 2016 hatte sein Unternehmen den spanischen Klinikbetreiber Quironsalud übernommen, der Kaufpreis belief sich auf rund 5,8 Milliarden Euro.

 

Akorn hat seinen Hauptsitz in Lake Forest nördlich von Chicago im US-Bundesstaat Illinois. Zu den bekanntesten Produkten gehört das Antirheumatikum Ibuprofen. Das Unternehmen erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden US-Dollar (1,0 Milliarden Euro), was gegenüber 2015 einem Anstieg von 13 Prozent entspricht. Das EBITDA wurde mit 442 Millionen US-Dollar (417,8 Millionen Euro) beziffert, verglichen mit 401 Millionen (379,0 Millionen Euro) im Jahr 2015. Fresenius Kabi erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Das entspricht etwa einem Fünftel des Gesamtumsatzes von Fresenius.