IFAT 2010: Weltmeere als Wasserspender

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Derzeit versorgen etwa 14.500 Meerwasserentsalzungsanlagen weltweit an die 500 Millionen Menschen mit Trinkwasser. Steigender Bedarf, Ressourcenverknappung und kostengünstige Verfahren machen die Ozeane zu wichtigen Quellen. Die IFAT, die Internationale Fachmesse für Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling, stellt daher Systeme der „Meerwasserentsalzung“ im Jahr 2010 in den Mittelpunkt.
IFAT 2010: Weltmeere als Wasserspender

Die IFAT 2010 richtet ihr Augenmerk auf Systeme der Meerwasserentsalzung
© IFAT

Zusammen mit dem Verein Deutsche Meerwasserentsalzung (DME, Duisburg) will die IFAT nicht nur den technologischen Stand der Anlagen präsentieren, sondern auch Marktpotentiale aufzeigen. „Bis vor wenigen Jahren waren Meer- und Brackwasserentsalzungsanlagen fast ausschließlich in den Staaten am persischen Golf zu finden“, erklärt Claus Mertes. Mittlerweile sind sie auch in Nordafrika und Europa im Vormarsch, zeigt sich der DME-Geschäftsführer zufrieden.

Länder wie Spanien oder Holland können ihren Bedarf ohne Trinkwasser aus dem Meer nicht mehr decken. Dazu kommt, dass Beispiele in London, Sydney oder Singapur zeigen, dass Meerwasseraufbereitung oft eine kostengünstigere Alternative zur herkömmlichen Wassergewinnung sein kann. „Eine neue Wasserfabrik am Mittelmeer oder am Atlantik kann den Kubikmeter Frischwasser für ungefähr 0,70 € herstellen“, rechnet Mertes vor.

Große Investitionen geplant

Der DME erwartet in den nächsten 15 Jahren mehr als 130 Milliarden Euro weltweit an Investitionen in die Meerwasserentsalzung. Die Mittelmeerinsel Zypern nimmt alleine in den nächsten 20 Jahren 1,4 Milliarden Euro in die Hand, um ihren gesamten Trinkwasserbedarf aus dem Meer zu decken. International sind rund 1.000 Unternehmen mit der Planung und Herstellung von Meerwasserentsalzungsanlagen oder wesentlichen Komponenten beschäftigt.

Auf technologischer Seite wird an der Verbesserung des Wirkungsgrads der energieintensiven Verfahren gearbeitet. Für die derzeit gängigen thermischen Verfahren und Membranverfahren sollen auch Alternativen zu fossilen Energiequellen zum Einsatz kommen.

Die IFAT 2010 findet von 13. bis 17. September am Gelände der Neuen Messe München statt.