Kommentare

Die Utopie der zweiten Vitalität

Georg Sachs, Chefredakteur Chemiereport/Austrian Life Sciences

In ihrem 2009 erschienen Roman „Corpus Delicti“ beschreibt die deutsche Schriftstellerin Jui Zeh ein Staatssystem, das seinen Bürgern bis ins Detail vorgibt, wie sie mit ihrem Körper umzugehen haben. Vom Idealbild einer umfassenden Gesundheit geleitet, werden obligatorische Untersuchungen, einzuhaltendeSchlaf- und Ernährungspläne und festgelegte Sportpensa vorgeschrieben. „Die Methode“, wie sich die herrschende Gesundheitsdiktatur nennt, lässt keinen Platz für Privatheit  - wer vom vorgeschriebenen Weg abweicht, muss mit drastischen Maßnahmen rechnen.

Die Mutter der Life Sciences

Georg Sachs, Chefredakteur Chemiereport/Austrian Life Sciences

Die Analytische Chemie sitzt heute an einer gesellschaftlichen Schlüsselstelle. Wann immer Fragen an die – qualitative oder quantitative – stoffliche Zusammensetzung gestellt werden, die von Relevanz für das Zusammenleben der Menschen, ihre Gesundheit oder ihre Sicherheit sind, sind es ihre Konzepte, Methoden und Instrumente, die Antworten liefern: Sind in einem Lebensmittel Substanzen enthalten, die dem, der es zu sich nimmt, schaden können? Enthält es andererseits genügend von dem, was seinen Wert ausmacht?

Ouvertüre

Josef Brodacz

Als Einstimmung drei Pressemeldungen, alle vom 17. Jänner. Symptomatisch für die Befindlichkeit einer Gesellschaft, der wesentliche Faktoren für die Sicherung ihres Weiterbestandes abhanden gekommen sind: Neugierde, Risikobereitschaft, Vitalität. Die statt dessen nur eines sieht: mögliche Gefahren, die es auf jeden Fall zu meiden gilt.

Alte Hüte, neue Aufreger

Josef Brodacz

Zum leidigen Thema: Nicht erst seit Durban ist Klimahysterie Gegenstand dieser Kolumne. Seit Bestehen von Chemiereport erlauben wir uns anzumerken, daß die Ersatzreligion Klimapolitik nichts mit Ökologie zu tun hat. Dafür jede Menge mit Wirtschaft und Politik.

Zum Jahr der Chemie: Kein Grund für Defensive

Georg Sachs, Chefredakteur Chemiereport/Austrian Life Sciences

Kurt Wüthrich hat einen knorrigen Schweizer Humor. Launig erzählte der Chemie-Nobelpreisträger des Jahres 2011 in Alpbach von seinem Werdegang, der ihn von der Anorganischen Chemie zur Erforschung der räumlichen Struktur von Biomolekülen führte, der ihn bis an die vorderste Front der Biowissenschaften führte, bis hinein in die strukturelle Genomik und all ihre medizinischen Implikationen. Im Jahr der Chemie werde er zu vielen Veranstaltungen eingeladen, erzählt Wüthrich.