Die Mutter der Life Sciences
Die Analytische Chemie sitzt heute an einer gesellschaftlichen Schlüsselstelle. Wann immer Fragen an die – qualitative oder quantitative – stoffliche Zusammensetzung gestellt werden, die von Relevanz für das Zusammenleben der Menschen, ihre Gesundheit oder ihre Sicherheit sind, sind es ihre Konzepte, Methoden und Instrumente, die Antworten liefern: Sind in einem Lebensmittel Substanzen enthalten, die dem, der es zu sich nimmt, schaden können? Enthält es andererseits genügend von dem, was seinen Wert ausmacht? Wer ist der Verursacher einer aufgefundenen Kontamination in Grundwasser oder Boden? Hat der Radsportprofi ein Mittel verwendet, das er nicht hätte zu sich nehmen dürfen?
Das Methodenrepertoire erweitert sich in rasantem Tempo und macht immer neue Domänen unserer materiellen Umgebung zugänglich: Nanostrukturen, Festkörperoberflächen, Supramolekulare Cluster – in verstärktem Ausmaß auch das molekulare Zusammenwirken, wie wir es in lebenden Systemen finden. Wer heute eine Fachmesse wie die Analytica besucht, wird ebenso viel „Life Sciences“ finden wie klassische „Chemie“. Dieser Zusammenhang besteht nicht erst seit gestern. Seit ihren Anfängen hat die Chemie ihre Konzepte auch auf darauf angewandt, das Stoffliche am Leben zu verstehen und in einen größeren Zusammenhang einzubringen. Die Grundfrage der Analytischen Chemie: „Woraus ist das?“, war auch in Bezug auf den menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Organismus eine drängende.
„Die Chemie war die erste der Life Sciences, die der Biologie ihre Dienste anbot“
Die Chemie wurde so die erste einer Reihe an „Life Sciences“, die der Biologie ihre Dienste anbot. Sie hat das Denken in molekularen Zusammenhängen eingebracht und aus der Biologie eine Molekularbiologie gemacht. Andere Wissenschaften folgten, heute tragen Biokybernetik, Biophysik, Bioinformatik das Ihrige zum Bündel der Life Sciences bei. Die Biologie ist auf dieser Basis zur Grundlage einer neuen Art von Technik, einer Bio-Technologie geworden, die sich mit anderen technischen Disziplinen zur Biomedizinischen Technik verbunden hat. Medizin und Pharmazie stehen mitten in Umbrüchen, die an ihre Fundamente gehen. Unternehmerisches Handeln hat diese Entwicklungen aufgegriffen und die blühende Landschaft der Life-Sciences-Branche entstehen lassen, deren Wirtschaftskraft sich sehen lassen kann.
Der Chemiereport hat die Verdichtungen und Beschleunigungen dieser Entwicklung seit vielen Jahren begleitet. Durch die Erweiterung unserer Marke auf „Chemiereport/Austrian Life Sciences“ wollen wir noch expliziter als bisher zum Ausdruck bringen, dass wir es als eine unserer Hauptaufgaben sehen, die damit einhergehenden gesellschaftlichen, poltischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Konsequenzen zu beleuchten, ohne dabei die Chemie als deren Wurzel aus den Augen zu verlieren.
Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen



