Quecksilberschutz-Konvention ab 16. August in Kraft

Die EU und sieben ihrer Mitgliedsstaaten haben ihre Ratifizierungsurkunden bei der UNO hinterlegt.

EU-Umweltkomissar Karmenu Vella
Foto: EC Audivisual Service
EU-Umweltkommissar Karmenu Vella: weltweit Menschen vor Quecksilber schützen

 

Die Minamata-Konvention zum Schutz vor Gefahren durch Quecksilber tritt am 16. August in Kraft. Das steht fest, nachdem am 18. Mai die Ratifizierungsurkunden der EU sowie sieben ihrer Mitgliedsstaaten (Bulgarien, Dänemark, Malta, Niederlande, Rumänien, Schweden und Ungarn) bei der UNO in New York hinterlegt wurden. Laut Artikel 31 der Konvention tritt diese am 90. Tag in Kraft, nachdem mindestens 50 Vertragsparteien der UNO ihre Ratifizierungsdokumente übermittelt haben. Mit dem Schritt der EU und der sieben Mitgliedsstaten haben dies 52 Parteien getan. EU-Umweltkomissar Karmenu Vella sagte, die Konvention werde „dazu beitragen, Millionen von Menschen weltweit vor der Belastung durch dieses giftige Schwermetall zu schützen. Die Ratifizierung unterstreicht das Engagement Europas für ein entschiedenes und abgestimmtes Handeln auf internationaler Ebene.“

 

Die erste Tagung auf Grundlage der Minamata-Konvention findet vom 24. bis zum 29. September in Genf statt. Laut einer Aussendung der EU-Kommission wird dabei „eine Reihe wichtiger Durchführungsbeschlüsse angenommen“. Unter anderem handelt es sich um Leitfäden für den Handel mit Quecksilber und für Techniken, mit denen Quecksilberemissionen in die Luft verringert werden können.

 

Jährlich gelangen weltweit 3.600 Tonnen Quecksilber zum Einsatz. Rund 1.400 Tonnen davon entfallen auf den sogenannten „kleingewerblichen Goldbergbau“ in den Entwicklungsländern Afrika, Asien sowie Südamerikas. Etwa zehn bis 15 Millionen Menschen sollen im „kleingewerblichen Goldbergbau“ tätig sein - unter Bedingungen, die sie schweren gesundheitlichen Gefahren aussetzen. Nicht zuletzt diesem Problem soll die Minamata-Konvention entgegenwirken.

 

In der Europäischen Union wurde die letzte Quecksilbermine 2003 geschlossen. Seit 15. März 2011 ist es verboten, Quecksilber und bestimmte Quecksilberverbindungen aus der Gemeinschaft zu exportieren. Aus Zinnobererz gewonnenes metallisches Quecksilber gilt seit diesem Zeitpunkt als Abfall und muss beseitigt werden.