Agrana steigert Umsatz und Gewinn

Zu der positiven Entwicklung trugen vor allem die Segmente Stärke und Zucker bei. Im Geschäft mit Fruchtsaftkonzentraten waren wegen der geringeren Nachfrage aus der Gastronomie Rückgänge zu verzeichnen.

Foto: Agrana
„Gut aufgestellt“: Auch im Zuckerbereich verzeichnete die Agrana gestiegene Verkaufsmengen und Absatzpreise.

 

Der Umsatz des Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzerns Agrana belief sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 auf rund 1,31 Milliarden Euro, um etwa 4,8 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des vorigen Geschäftsjahres. Das EBITDA wuchs um 11,7 Prozent auf 101,4 Millionen Euro, das EBIT um 7,9 Prozent auf 55,8 Millionen Euro. Ihr Konzernergebnis beziffert die Agrana mit 34,4 Millionen Euro, was einer Steigerung um rund 9,0 Prozent entspricht.

Generaldirektor Johann Marihart begründete dies mit der „sehr guten Geschäftsentwicklung im Bereich Bioethanol“, die Rückgänge beim Absatz von Stärke mehr als kompensierte, sowie dem besseren Geschäftsverlauf im Segment Zucker. Sowohl die Verkaufsmengen als auch die Verkaufspreise stiegen, was sich in einem Umsatzzuwachs von 21,8 Prozent auf 300,3 Millionen Euro sowie in einem auf -9,0 Millionen Euro um rund 50 Prozent gestiegenen EBIT manifestierte.

Im größten Segment, Frucht, verzeichete die Agrana einen leichten Umsatzanstieg um 1,0 Prozent auf 601,8 Millionen Euro. Dem gegenüber verringerte sich das EBIT um 16,6 Prozent auf 30,1 Millionen Euro. Zurückzuführen ist dies auf die geringeren Absatzmengen im Bereich Fruchtsaftkonzentrat. Dort schlug sich vor allem die verringerte Nachfrage aus der Gastronomie infolge der COVID-19-Pandemie nieder, berichtete Vertriebsvorstand Fritz Gattermayer. Das Geschäft mit Fruchtzubereitungen verlief ihm zufolge stabil.

 

Für das gesamte Geschäftsjahr 2020/21 erwartet Marihart „ein Konzern-EBIT zumindest auf Vorjahresniveau“. Der Umsatz dürfte voraussichtlich um ein bis zehn Prozent steigen. Infolge der nach wie vor virulenten COVID-19-Pandemie ist dieser Ausblick jedoch nach wie vor mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, räumte Marihart ein. Allerdings habe sich die Diversifizierung der Geschäftsbereiche der Agrana im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einmal mehr bewährt: „Wir sind solide unterwegs und gut aufgestellt.“ Marihart, dessen Vertrag im Februar 2021 endet, sollte die Agrana somit mit einer zufriedenstellenden Jahresbilanz verlassen können. 

 

Im November entschieden wird, wie es mit der Zuckerfabrik Leopoldsdorf weitergeht. Die Agrana hatte angekündigt, die Anlage zu schließen, falls ihr nicht eine Zuckerrüben-Anbaufläche von mindestens 38.000 Hektar garantiert werde. Laut Marihart hat sein Konzern den österreichischen Rübenbauern angeboten, das Dreijahresvertragsmodell bis 2022 mit Mindestpreisen von 32 Euro netto pro Tonne Rüben plus zwei Euro Rübenplatzmiete weiterzuführen. Da die Rübenbauern üblicherweise auch Weizen- und Maisbauern sind, bietet die Agrana ferner Kombiverträge an. Staatlicherseits wurde überdies eine Wiederanbauprämie von 250 Euro je Hektar bei Schädlingsbefall in den Raum gestellt. Auch die von den Rübenbauern gewünschte Notfallzulassung für Neonicotinoide ist laut Marihart „relativ wahrscheinlich“ und sicher, falls das laufende Bienenmonitoring positive Ergebnisse zeitigt.