Archive - Feb 2, 2021

Sputnik V: Wirkung nachgewiesen

Bei der Zulassung des Impfstoffs in der Russländischen Föderation im August 2020 herrschte vielerorts Skepsis. Nun wurden Daten über eine Studie an fast 20.000 Personen veröffentlicht – auch in der Fachzeitschrift The Lancet.

 

Der COVID-19-Impfstoff Sputnik V des russländischen Gamaleya-Instituts zeigte in einer klinischen Studie unter 19.866 Personen eine Wirksamkeit von rund 91,6 Prozent. An der Studie nahmen auch 2.144 Personen im Alter von mehr als 60 Jahren teil, die ältesten Teilnehmer waren 87 Jahre alt. In dieser Gruppe wies Sputnik V eine Wirksamkeit von 91,8 Prozent auf. Das zeigen neue Daten, die auch in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurden.

 

Wie es seitens des Instituts hieß, bietet das Mittel „vollständigen Schutz“ gegen schwere Fälle von COVID-19. Die Nebenwirkungen seien zumeist „mild“ gewesen und hätten denen von Grippeimpfungen geähnelt. Kurzzeitig aufgetreten seien Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen sowie Kraftlosigkeit.

 

Dem Institut zufolge kann Sputnik V bei Temperaturen zwischen zwei und acht Grad Celsius gelagert werden. Die Kosten für eine Verabreichung werden mit „weniger als zehn US-Dollar“ (weniger als 8,30 Euro) beziffert. Sputnik V sei damit einer der günstigsten COVID-19-Impfstoffe der Welt. Laut dem Gamaleya-Institut ist das Mittel in 16 Staaten zugelassen. Darunter sind die Russländische Föderation selbst, Weißrussland, Serbien, Ungarn, die Vereinigten Arabischen Emirate, Armenien, Bolivien, Tunesien und der Iran. Noch in der laufenden Woche soll die Impfung von Personen in zwölf Ländern beginnen, wie Ungarn, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bolivien, Armenien und dem Iran. Wie viele Personen in der Russländischen Föderation selbst bisher mit Sputnik V immunisiert wurden, ist unklar. Staatliche Stellen sprechen von etwa 1,5 Millionen Behandelten, andere Quellen von lediglich rund 300.000

 

Umfassend erforscht

 

Ausdrücklich betonte das Institut, bei Sputnik V handle es sich um einen auf Adenoviren beruhenden Vektor-Impfstoff. Die Sicherheit derartiger Substanzen sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten in mehr als 250 klinischen Studien nachgewiesen worden. Bereits im Jahr 1953 habe die Entwicklung von Vektor-Impfstoffen begonnen. Um die Wirksamkeit von Sputnik V zu erhöhen, nutze dieses Mittel zwei Vektoren. So ließen sich Immunisierungseffekte nach der ersten Verabreichung vermeiden. Überdies werde eine „langfristige Immunantwort“ des menschlichen Körpers hervorgerufen.

 

In der Russländischen Föderation wurde Sputnik V bereits im August vergangenen Jahres zugelassen – als weltweit erster Impfstoff gegen COVID-19. In westlichen Ländern, darunter auch Österreich, äußerten sich Wissenschaftler und Politiker skeptisch. Verwiesen wurde auf den angeblichen Mangel an belastbaren Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Sputnik V. Gesundheitsminister Rudolf Anschober etwa verlautete damals, der Einsatz des „nicht ausreichend erprobten“ Mittels komme für die EU und damit auch Österreich nicht in Frage.

 

 

Wacker Chemie: „Sehr gut geschlagen“

Nach vorläufigen Berechnungen erwirtschaftete der Münchner Chemiekonzern nach dem Verlust von 2019 im Jahr 2020 rund 200 Millionen Euro Gewinn.

 

Die Münchner Wacker Chemie erwirtschaftete nach vorläufigen Berechnungen 2020 einen Gewinn von rund 200 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 hatte der Konzern einen Verlust von 630 Millionen Euro zu verkraften. Dieser ergab sich aus außerordentlichen Abschreibungen ihrer Anlagen zur Herstellung von Polysilizium infolge des Preisverfalls für dieses Material, das zur Produktion von Solarzellen für Photovoltaikanlagen dient.

 

Der Umsatz der Wacker Chemie lag 2020 mit 4,69 Milliarden Euro allerdings um etwa fünf Prozent unter jenem des Jahres 2019, was die Konzernführung mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie begründet. Vor allem im zweiten Quartal sei der Umsatz „stark“ zurückgegangen. Trotz der „robusten Nachfrage aus der Bauindustrie sowie bei Polysilicium“ im dritten und vierten Quartal sei es nicht gelungen, dies auszugleichen. Ihr Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) beziffert die Wacker Chemie mit rund 665 Millionen Euro, um 15 Prozent weniger als 2019. Dazu hieß es, 2019 habe die Wacker Versicherungsleistungen von 112,5 Millionen Euro für einen Schadensfall in ihrem Werk in der Kleinstadt Charleston nahe Cleveland im Südosten des US-amerikanischen Bundesstaats Tennessee verbuchen können, der sich 2017 ereignete. Im vergangenen Jahr seien dagegen keine positiven Sondereffekte in dieser Höhe aufgetreten.

Deutlich verbessert hat sich dem gegenüber das operative Ergebnis (EBIT), das bei 260 Millionen Euro lag. Im Jahr 2019 musste die Wacker Chemie dem gegenüber einen operativen Verlust von 536 Millionen Euro verbuchen, vor allem wegen der Sonderabschreibung bei den Polysilizium-Fabriken.

 

Vorstandschef Rudolf Staudigl resümierte, sein Unternehmen habe sich „gemessen an den gravierenden Auswirkungen, die die COVID-19-Pandemie auf die Weltwirtschaft hatte, sehr gut geschlagen. Die Aufstellung unseres Portfolios, mit der wir Schwächen in einzelnen Branchen zumindest zum Teil kompensieren konnten, hat sich in der gegenwärtigen Krise einmal mehr bewährt“. Überdies habe die Wacker Chemie im Zuge eines Effizienzprogramms ihr Ergebnis um mehr als 50 Millionen Euro verbessern können.

 

Angaben zum voraussichtlichen Ergebnis des ersten Quartals 2021 oder gar zum Jahresergebnis machte Staudigl nicht. Die endgültigen Zahlen für 2020 werden am 16. März veröffentlicht.