Bayer „gut gestartet“

Das Management des deutschen Chemiekonzerns gibt sich zufrieden mit dem ersten Quartal 2020. An der Ergebnisprognose für das Gesamtjahr hält es vorläufig fest.

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Bayer-Zentrale in Leverkusen: höherer Umsatz und Gewinn im ersten Quartal 2020

 

Zufrieden mit dem ersten Quartal 2020 gibt sich das Management des deutschen Chemiekonzerns Bayer. Dessen Umsatz wuchs gegenüber dem ersten Quartal 2019 um 4,8 Prozent auf 12,84 Milliarden Euro. Das EBITDA erhöhte sich um 28,5 Prozent auf 3,77 Milliarden Euro, das EBIT um 40,4 Prozent auf 2,49 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis beziffert Bayer mit 1,49 Milliarden Euro, was einem Anstieg um rund 20 Prozent entspricht. Zu dem Zuwachs trugen sämtliche Geschäftsbereiche bei. Im Bereich Crop Sciences meldet Bayer einen Umsatzanstieg um 5,7 Prozent auf 6,83 Milliarden Euro sowie eine Erhöhung des EBTDA um 13,5 Prozent auf 2,61 Milliarden Euro. Begründet wird dies insbesondere mit dem verstärkten Verkauf von Insektiziden und Fungiziden. Teilweise schlugen dabei auch vorgezogene Käufe infolge der COVID-19-Pandemie zu Buche.

 

Nach wie vor nicht ausgestanden sind die Querelen um das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Mitte April lagen Bayer in den USA in diesem Zusammenhang rund 52.500 Klagen vor. Mit weiteren Klagen wird gerechnet. Der Konzern arbeitet nach eigenen Angaben an einer Lösung auf dem Verhandlungswege. Vorstandschef Werner Baumann zufolge wurden dabei „Fortschritte erzielt, bis der Ausbruch von COVID-19 und die globale Pandemie das Mediationsverfahren erheblich verlangsamt haben. Das Unternehmen wird weiterhin eine Lösung nur dann in Betracht ziehen, wenn sie wirtschaftlich sinnvoll und so strukturiert ist, dass zukünftige Fälle effizient zu einem Abschluss gebracht werden“. Laut Baumann gilt dies „mehr denn je vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Rezession und teils erheblichen Liquiditätsherausforderungen“.

 

Beim Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten stieg der Umsatz um 3,9 Prozent auf 4,55 Milliarden Euro, das EBITDA um 7,3 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Als eine der „Cash-cows“ erwies sich einmal mehr der Gerinnungshemmer Xarelto, bei dem ein Umsatzplus von 18,8 Prozent zu verzeichnen war. Kein Wunder ist daher, dass sich Bayer mit Zähnen und Klauen gegen den Versuch des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Unichem sträubt, noch vor Ablauf des Xarelto-Patents im Jahr 2024 ein Generikum auf den Markt zu bringen. „Bayer ist überzeugt, gute Argumente zu haben, und beabsichtigt, sich entschieden zur Wehr zu setzen“, heißt es in der Quartalsmitteilung.

 

Um rund 13,5 Prozent auf 1,39 Milliarden Euro schließlich wuchs der Umsatz mit rezeptfreien Medikamente, das EBITDA in diesem Bereich erhöhte sich um 3,8 Prozent auf 301 Millionen Euro. Bayer begründet dies nicht zuletzt mit einem „erheblichen Anstieg der Nachfrage aufgrund der COVID-19-Pandemie zurückzuführen – unter anderem auch zur Bevorratung“.

 

Prognose bleibt aufrecht 

 

Noch nicht abschätzen lässt sich dem Konzern zufolge, wie sich die COVID-19-Pandemie auf das Ergebnis des Gesamtjahres auswirken wird. Weiterhin aufrecht bleibt bis auf Weiteres die Prognose vom Februar des heurigen Jahres. Dieser zufolge rechnet Bayer mit einem Umsatz von 44 Milliarden bis 45 Milliarden Euro. Gegenüber 2019 wäre das ein Plus von rund 3 bis 4 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen möchte Bayer auf 12,3 Milliarden bis 12,6 Milliarden Euro steigern, 2019 waren es etwa 11,50 Milliarden Euro gewesen.