Brancheninitiative: Verpackungswirtschaft soll innovativer werden

Anlässlich des Österreichischen Verpackungstags präsentierten FFG, FH Campus Wien, das Industriewissenschaftliche Institut (IWI) und das Österreichische Institut für Verpackungswesen (OIV) eine neue Brancheninitiative zur Steigerung der Forschungsaktivitäten in der Verpackungswirtschaft.

Bild: FH Campus Wien/APA-Fotoservice/Schedl
Eine Initiative der FFG, soll Forschungsprojekte in der Verpackungswirtschaft initiieren.

 Mit einer Forschungsquote von nur 0,9 Prozent sei die heimische Verpackungsindustrie als „forschungsschwach“ zu bezeichnen, konstatierte Birgit Tauber, Bereichsleiterin Basisprogramm bei der Forschungsförderungsgesellschaft FFG im Rahmen eines Pressegesprächs im Vorfeld des Österreichischen Verpackungstags. Aus diesem Grund habe man sich entschlossen, einen Innovationsschub in Form einer eigenen Brancheninitiative für die Verpackungswirtschaft zu initiieren. Dabei sollen Projekte zur Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen gefördert und Kooperationen und Nachwuchsförderung angekurbelt werden.

Die Verpackungswirtschaft spiele in zahlreichen aktuellen Problemfeldern eine wesentliche Rolle, wie Manfred Tacker, Leiter des Fachbereichs Verpackungs- und Ressourcenmanagement an der FH Campus Wien ausführte. 70 Prozent des durch Lebensmittel verursachten Beitrags zur Klimaerwärmung gehen auf Verderb oder Abfall zurück, nur 1 Prozent auf die Verpackung. Diese könnte umgekehrt aber wesentlich dazu beitragen, Verderb und Abfall zu reduzieren.

 

Kreislaufwirtschaft verändert Verpackungsindustrie

Unter Druck gerät die Verpackungsindustrie aber auch wegen des Vorwurfs, zum Abfallaufkommen und zur Vermüllung der Weltmeere beizutragen. Die Europäische Union hat vor diesem Hintergrund im Rahmen ihres Kreislaufwirtschaftspakets strenge Vorgaben entwickelt, etwa die genaue Einhaltung der Abfallhierarchie (Vermeidung vor Wiederverwendung vor Recycling vor sonstigen Verwertungsformen). Bis 2030 sollen alle in Umlauf gebrachten Verpackungen entweder wiederverwendbar oder rezyklierbar sein. Um die direkten und indirekten Umweltauswirkungen verlässlich bestimmen zu können, wurden an der FH Campus Methoden wie der „Packaging Footprint“ oder die „Packaging Scorecard“ sowie eine Guideline für das Design entsprechend den Grundsätzen einer Kreislaufwirtschaft („Circular Design“) entwickelt. Zusätzlich engagiert man sich in der Ausbildung: Die ersten Absolventen des 2016 etablierten Bachelor-Studiengangs Verpackungstechnologie seien heuer fertig geworden, ein internationales Master-Programm „Packaging Technology and Sustainability“ starte gerade.