Chemieindustrie nicht begeistert über Brexit-Aufschub

Der britische Branchenverband CIA gibt sich zwar erleichtert über die Vermeidung eines Austritts ohne Vertrag, kritisiert aber die weiterhin unklaren Rahmenbedingungen.

Foto: EC - Audiovisual Service / Nathalie Malivoir
Kritik: Laut dem Chemieindustrieverband CIA war die britische Politik in Sachen Brexit bisher unfähig.

 

Nicht eben begeistert zeigt sich die Chemical Industries Association (CIA), der Chemieindustrieverband Großbritanniens, über die neuerliche Verschiebung des EU-Austrittsdatums des Landes auf spätestens 31. Oktober. Zwar sei die Gefahr eines vertragslosen Austritts vorerst gebannt. Indessen werde die Phase der Unsicherheit für die Wirtschaft weiter verlängert. Die Bestimmungen des mit der EU ausgehandelten Vertrags müssten so schnell wie möglich politisch abgesichert werden.

 

„Die fortdauernde Unfähigkeit der politischen Parteien, sich über die weitere Vorgangsweise zu einigen, wirkt sich negativ auf das Vertrauen von Unternehmen aus, die in Großbritannien investieren wollen. Ferner schädigt sie die Chemieindustrie, die auch drei Jahre nach der Volksabstimmung über den Austritt keinerlei Klarheit darüber hat, wie sich dieser endgültig abspielen wird und die Investitionsentscheidungen im besten Fall auf Eis gelegt hat“, heißt es in einer Aussendung.

 

Großbritannien müsse der Welt in den kommenden Wochen seine Aufgeschlossenheit gegenüber ausländischen Investoren dokumentieren. Die britische Chemiebranche benötige einen Brexit, der tarifäre und nichttarifäre Handelshemmnisse vermeide und Sicherheit hinsichtlich der regulatorischen Rahmenbedingungen biete. Schließlich sei die Chemieindustrie der größte exportierende Wirtschaftszweig Großbritanniens.