Corona: BASF und Merck verschieben Hauptversammlungen

Auf die Dividenden für 2019 heißt es vorerst warten, verlauteten die beiden Konzerne. Vorrang habe die Gesundheit der Beschäftigten - und jene der Aktionäre.

Foto: BASF SE
Zuerst gesunden: BASF und Merck halten ihre Hauptversammlungen verspätet ab.

 

Bedingt durch die Corona-Epidemie verschieben die deutschen Chemiekonzerne BASF und Merck ihre Hauptversammlungen und damit auch die Auszahlung der Dividenden für 2019 auf unbestimmte Zeit. Die Hauptversammlung von Merck war für 24. April geplant, die von BASF für 30. April. BASF zufolge hat das Land Baden-Württemberg Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern bis 15. Juni 2020 verboten. Aufgrund der geltenden Rechtslage müsste der Konzern die HV binnen sechs Monaten nach Beginn des neuen Geschäftsjahres in Form einer Präsenzveranstaltung durchführen, also spätestens am 30. Juni. Ob dies erfolgen kann, ist derzeit offen. BASF betonte, die Gesundheit der Beschäftigten und der Aktionäre habe „höchste Priorität“.

Trotz eines um 38,1 Prozent auf 2,54 Milliarden Euro gesunkenen Jahresergebnisses hatte der Konzern angekündigt, die Dividende je Aktie um 3,1 Prozent auf 3,30 Euro steigern zu wollen. Vorstandschef Martin Brudermüller hatte 2019 als „herausforderndes Jahr mit starkem weltwirtschaftlichen Gegenwind“ bezeichnet. Und er hatte davor gewarnt, die Auswirkungen der Corona-Epidemie zu unterschätzen: Es sei nicht zu erwarten, „dass die Corona-Effekte im Jahresverlauf vollständig ausgeglichen werden können“.

 

Merck wird einer Aussendung zufolge so bald wie möglich einen neuen HV-Termin festlegen: „Zurzeit geht es darum, die Ausbreitung des Coronavirus soweit wie möglich zu verlangsamen und damit nach Möglichkeit einzudämmen. Dazu tragen wir auch mit diesem Schritt bei. Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter und Aktionäre stehen hier für uns an erster Stelle.“ Merck hatte Anfang März bekannt gegeben, für 2019 eine Dividende von 1,30 Euro je Aktie auszahlen zu wollen. Diese wäre somit um rund vier Prozent höher ausgefallen als die Dividende für 2018. Das Konzernergebnis war um 60,9 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro gefallen.