Deutschland: Weniger Angst vor SARS-CoV-2

Laut dem Corona-Monitor des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) glauben rund 62 Prozent der Bevölkerung, sich vor einer Ansteckung schützen zu können. Im März waren es erst 40 Prozent gewesen.

Foto: EC Audivisual Service / Alex Halada
Wachsende Zuversicht: Nur mehr 14 Prozent der Deutschen sind sich nicht sicher, sich vor einer Corona-Infektion schützen zu können.

 

Etwa 62 Prozent der Bevölkerung Deutschlands sind sehr oder zumindest sicher, sich vor einer Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus schützen zu können. Das zeigt die aktuelle Ausgabe des Corona-Monitors des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Weitere 24 Prozent schätzen die Sicherheit als „mittel“ ein, die übrigen 14 Prozent sind sich nicht bzw. gar nicht sicher. Laut BfR-Präsident Andreas Hensel hat das Sicherheitsgefühl „deutlich zugenommen. Ende März dieses Jahres hatten nur 40 Prozent der Befragten das Gefühl, sich vor einer Ansteckung schützen zu können“.

 

Für den Corona-Monitor lässt das BfR allmonatlich etwa 1.000 Personen im Alter ab 14 Jahren befragen. Laut der neuesten Ausgabe des „Monitors“ fühlen sich 56 Prozent der Befragten sehr gut oder wenigstens gut über die Entwicklung der Pandemie informiert. Rund 24 Prozent bezeichnen ihren Informationsstand als „mittel“, 20 Prozent halten sich für schlecht bzw. sogar sehr schlecht informiert. Die Einschätzung der Pandemie in den Medien erachten 51 Prozent der Befragten als angemessen. Dem gegenüber bezeichnen sie 42 Prozent als übertrieben, acht Prozent wiederum halten sie für verharmlosend.

 

Welche Schutzmaßnahmen haben die Befragten innerhalb der vergangenen Wochen selbst getroffen? Etwa 98 Prozent trugen nach eigenen Angaben einen Mund-Nasen-Schutz. Rund 84 Prozent hielten mehr Abstand zu anderen Personen, 82 Prozent wuschen sich ihre Hände gründlicher. Geschlossene Räume gründlicher gelüftet haben dem Corona-Monitor zufolge 73 Prozent, Freunde seltener getroffen 71 Prozent. Ferner nutzten 65 Prozent häufiger Desinfektionsmittel, 62 Prozent ließen sich auf das SARS-CoV-2-Virus testen, 59 Prozent verließen ihr Zuhause weniger oft. Dem gegenüber nutzten nur etwa 30 Prozent die Corona-Warn-App, 13 Prozent legten größere Vorräte an, und nur sechs Prozent ließen sich Lebensmittel häufiger liefern.

 

Die Wahrscheinlichkeit, sich durch die Nähe anderer Menschen anzustecken, bezeichnen 62 Prozent der Befragten als hoch bzw. sehr hoch, nur 15 Prozent schätzen sie als niedrig oder sehr niedrig ein. An zweiter Stelle unter den Ansteckungsrisiken liegen den Befragten zufolge Türklinken, gefolgt von Bargeld, Spielzeug sowie Geschirr und Besteck. Nur elf Prozent halten dagegen Kleidung für ein (sehr) hohes Ansteckungsrisiko, zehn Prozent Lebensmittel und neun Prozent Haustiere.

 

Was die Maßnahmen der deutschen Bundesregierung angeht, halten 93 Prozent der Befragten die Home-Office-Regelung für angemessen. Die Maskenpflicht sowie die Quarantänemaßnahmen befürworten 91 Prozent. Ein fast ebenso hoher Anteil von 90 Prozent hält die Abstandsregel für sinnvoll. Mit der Absage von Veranstaltungen können sich 80 Prozent anfreunden, mit der Begrenzung der Zahl der Kunden in Geschäften 77 Prozent und mit Kontaktbeschränkungen 67 Prozent. Etwa 65 Prozent sind auch mit der Schließung von Kultureinrichtungen einverstanden.