EMA: Keine Arzneimittelengpässe durch Corona

Zurzeit ist die Versorgung Europas mit Medikamenten durch die Epidemie nicht gefährdet, meldet die European Medicines Agency. Das für Krisenfälle zuständige EU-Gremium hat seine Arbeit aufgenommen.

Foto: EC - Audiovisual Service / Dati Bendo
Krise bewältigen: Die EU bemüht sich darum, mit dem Coronavirus zurande zu kommen.

 

Zurzeit gibt es in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) keine durch die Corona-Epidemie bedingten Engpässe oder Versorgungsschwierigkeiten mit Arzneimitteln. Mit der weiteren Ausbreitung der Krankheit sind solche allerdings nicht auszuschließen, berichtet die European Medicines Agency (EMA). Bei einem ersten Treffen der EU Executive Steering Group zum Umgang mit Arzneimittelengpässen aufgrund höherer Gewalt wurden ihr zufolge mögliche Maßnahmen für den Umgang mit der Krise diskutiert.

 

Die Executive Steering Group werde Maßnahmen „identifizieren und koordinieren, um Patienten zu schützen, falls das Risiko von Versorgungsschwierigkeiten auftritt“. Dies könnte beispielsweise der Fall sein, wenn Arzneimittelfabriken länger geschlossen bleiben oder der Transport von Medikamenten nicht möglich ist. Ferner würden die Patienten und die Angehörigen der Gesundheitsberufe in der Angelegenheit umfassend informiert, versicherte die EMA. Sie, die EMA, habe die Pharmaindustrie bereits an ihre Pflicht erinnert, jegliche möglichen Versorgungsengpässe den EU-Behörden zu melden. Außerdem seien die Branchenverbände ersucht worden, ihre Mitgliedsunternehmen darauf hinzuweisen, auf die Auswirkungen von Quarantänemaßnahmen in China oder anderen Ländern auf ihre Versorgungsketten zu achten. Überdies sollen die Unternehmen überprüfen, in wie weit sie in der Lage sind, möglichen Engpässen entgegenzuwirken und der EMA melden, welche Produkte eventuell knapp werden könnten.

 

Die Industrieverbände ihrerseits hätten berichtet, es gebe zurzeit keine Versorgungsunterbrechungen, meldete die EMA. Kurzfristig sei aufgrund der vorhandenen Lagerbestände auch im Fall von solchen Unterbrechungen nicht mit Problemen zu rechnen. Blieben Fabriken jedoch länger geschlossen oder komme es zu logistischen Problemen oder Exportbeschränkungen, ließen sich Versorgungsschwierigkeiten nicht ausschließen.

 

EU-weit rund 15.000 Erkrankte

 

Unterdessen veröffentlichte das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) seine neuesten Zahlen hinsichtlich der Ausbreitung des Coronavirus in der Europäischen Union und im Europäischen Wirtschaftsraum. Diesen zufolge waren am 10. März 14.890 Personen an COVID-19 erkrankt. Davon entfielen 9.172 auf Italien, 1.412 auf Frankreich und 1.139 auf Deutschland. Österreich lag mit 131 Fällen an neunter Stelle, jeweils einen Fall meldeten Liechtenstein und Litauen. Von den insgesamt 532 Todesfällen verzeichnete Italien 464, gefolgt von Frankreich mit 30 und Spanien mit 28 Opfern. Fünf Personen waren in Großbritannien an dem Virus gestorben, drei in den Niederlanden und zwei in Deutschland.