EU-Kommission erlaubt GSK-Pfizer-Deal

Der britische Konzern darf die Consumer-Health-Sparte des US-Konkurrenten übernehmen, allerdings unter Auflagen.

Foto: EC Audivisual Service/Lukasz Kobus
Mit Auflagen genehmigt: Die EU-Kommission gab ihr Placet zum GSK-Pfizer-Deal.

 

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) darf den Geschäftsbereich für rezeptfreie Medikamente („Consumer Health“) vom US-amerikanischen Konkurrenten Pfizer übernehmen. Allerdings muss Pfizer zuvor seine ThermaCare-Sparte verkaufen, die sich mit Schmerzmitteln zur äußerlichen Anwendung befasst. Das meldete die EU-Kommission in einer Aussendung.

 

Wie es darin hieß, erzeugen beide Konzerne verschiedene Kategorien an rezeptfreien Medikamenten, darunter Cremes, Gelees, Sprays und Pflaster zur lokalen Schmerzbehandlung, Mittel zur oralen Einnahme, Grippe- und Erkältungsmittel, Ernährungs- und Verdauungsprodukte wie Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel, aber auch Beruhigungs- und Schlafmittel. Würde GSK den entsprechenden Pfizer-Geschäftsbereich ohne Auflagen übernehmen, könnte das vor allem bei Schmerzmitteln zur äußerlichen Anwendung den Wettbewerb einschränken und zu Preiserhöhungen führen, befürchtet die EU-Kommssion. Betroffen wären ihr zufolge nicht zuletzt Österreich, Deutschland‚ Irland, Italien und die Niederlande.

 

Mit dem Abstoßen der ThermaCare-Sparte sind diese Bedenken laut Mitteilung der Kommission hinfällig. Die betroffenen Vermögenswerte sind „als Paket an einen einzigen geeigneten Käufer“ abzugeben, wobei diese Transaktion einer gesonderten Genehmigung der EU-Kommission bedarf. Zu veräußern hat Pfizer „insbesondere einen US-Produktionsstandort, der ausschließlich für die Herstellung von ThermaCare-Produkten genutzt wird‚ alle Rechte des geistigen Eigentums im Zusammenhang mit ThermaCare-Produkten und der Marke sowie sämtliche in der Entwicklung befindlichen Produkte“.

 

Die beiden Konzerne hatten ihren geplanten Deal am 17. Mai bei der EU-Kommission zur Genehmigung eingereicht. GSK verdient mit nicht rezeptpflichtigen Medikamenten jährlich rund 7,7 Milliarden Pfund (8,58 Milliarden Euro). Der Jahresumsatz von Pfizer in diesem Bereich liegt bei 3,4 Milliarden US-Dollar (3,02 Milliarden Euro). Pfizer meldete im Oktober 2017, nach „Alternativen“ für seine „Consumer Health“-Sparte zu suchen. Im Branchenjargon bezeichnen derartige Formulierungen üblicherweise Verkaufsabsichten.