IGP: Stockmar wiedergewählt

Der Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz trat seine vierte Funktionsperiode an. Seine Stellvertreter wurden in ihren Positionen bestätigt. Auch die Anliegen bleiben unverändert.

Foto: IGP/Tirza Podzeit
IGP-Obmann Christian Stockmar: „Agrarpolitik des Verbietens und Reduzierens beenden“

 

 

Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) hat Obmann Christian Stockmar sowie dessen Obmann-Stellvertreter Karl Neubauer und Ronald Hamedl für eine weitere dreijähige Funktionsperiode wiedergewählt. Für Stockmar, seit 2005 Geschäftsführer von Syngenta in Österreich, handelt es sich bereits um die vierte Funktionsperiode. Neubauer ist Vertriebschef („ Head of Sales Operations“) von Bayer in Österreich und sitzt seit 2019 im IGP-Vorstand. Hamedl, der Geschäftsführer von Kwizda Agro in Österreich, gehört diesem seit Herbst 2018 an. Die drei Funktionäre sowie ihre Mitstreiter wollen den bisherigen Kurs im Wesentlichen fortsetzen. Stockmar formulierte das angelegentlich seiner Wiederwahl so: „Forschung und Entwicklung, Innovation und Technisierung sind wichtige Bausteine einer zukunftsfitten Landwirtschaft, die einen hohen Selbstversorgungsgrad Europas aus einer regionalen Landwirtschaft sicherstellen kann. Es ist Zeit, die Agrarpolitik des Verbietens und Reduzierens zu beenden und vielmehr Chancen und Perspektiven für die Landwirte aufzuzeigen.“

 

Den Green Deal der EU-Kommission bezeichnete Stockmar als Chance für die Pflanzenschutzmittelindustrie: „Der gesamte Agrarsektor sowie seine vor- und nachgelagerten Bereiche können gemeinsam Maßnahmen definieren, die bestmöglich zur Zielerreichung beitragen und positive Effekte für die Gesellschaft erzielen.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auf einen Bericht von Phillips McDougall, einem führenden Agrobusiness-Beratungsunternehmen, aus dem Jahr 2018. Diesem zufolge sollen die ausgebrachten Mengen an Pflanzenschutzmitteln pro Hektar seit den 1950 Jahren um 95 Prozent gesunken sein. Die Gründe dafür seien „gesteigerte Effizienz und bessere Formulierungen“. Laut Stockmar wollen die Pflanzenschutzmittelkonzerne bis 2030 insgesamt zehn Milliarden für Forschung und Entwicklung ausgeben. Weitere vier Milliarden Euro sind ihm zufolge für „Entwicklung von biologischen Pflanzenschutzmitteln“ vorgesehen.

 

Mit einer Webinarreihe will die IGP ihre Botschaften im Frühjahr verstärkt an die Öffentlichkeit tragen. Stockmar appellierte „an alle Beteiligten und Stakeholder, gemeinsam eine moderne Agrarpolitik der Ideen, der Anreize und des Möglichmachens aufzusetzen. Damit erreichen wir eine zukunftsfitte und moderne Landwirtschaft, die ihren Aufgaben und den gesellschaftlichen Anforderungen nachkommen kann“.