Erfolge und Sorgen in der Lackindustrie

Die österreichische Lackindustrie konnte im vergangenen Jahr Umsatz und Produktionsmengen steigern, kämpft aber mit Rohstoffknappheit und Bürokratie.

Bild: Sarah-Maria Kölbl
Die Vertreter der Lackindustrie berichteten über Erfolge und Hindernisse: V.l.n.r. Ernst Gruber, Hubert Culik, Albert Keiler, Klaus Schaubmayr

Die heimische Lackindustrie hat 2017 mit einem Produktionswert von 445 Millionen Euro eine Steigerung um rund 2,5 Prozent erzielt. Die stark exportorientierte Branche konnte ihre Ausfuhren in wichtige Märkte wie Deutschland und Italien erhöhen, das Geschäft mit vielen CEE-Ländern brach dagegen drastisch ein. Zu schaffen macht den Lackherstellern die Verfügbarkeit und Preisentwicklung wichtiger Rohstoffe. Besonders beim wichtigen Weißpigment Titandioxid mussten starke Preissteigerung von oft 20 bis 30 Prozent hingenommen werden.

Abwenden konnte man dagegen, dass flüssige Zubereitungen, die Titandioxid enthalten, als „krebserregend Kategorie 2“ eingestuft werden. Diese Einstufung wird lediglich die staubförmige Substanz betreffen. In der Lackindustrie zieht man allerdings das Design der zugrundeliegenden Versuche in Zweifel. Nichtsdestotrotz zieht die Einstufung Vorkehrungen im Arbeitnehmerschutz der Produktionsbetriebe nach sich.

Auch bei einigen wichtigen Bioziden für Holzschutzmittel wie Propiconazol sind die zulässigen Grenzwerte stark heruntergesetzt worden. Die Branchenvertreter befürchten, dass durch den sukzessiven Wegfall biozider Wirkstoffe bestimmte Produkte für den Endverbraucher nicht mehr erzeugt werden können und dieser auf funktionell schlechtere und materialintensivere Produkte ausweichen muss.

Einen Erfolg konnten die Branchenvertreter im Ausbildungsbereich verbuchen: An der IMC FH Krems wird im Rahmen des neuen Studiengangs „Applied Chemistry“ eine Vertiefungsrichtung zur Oberflächentechnik aufgebaut und diese Inhalte damit erstmals in Österreich auf akademischen Niveau gelehrt.