BASF: Große Pläne in China

Der Chemiekonzern will rund 8,55 Milliarden Euro in eine neue Petrochemiefabrik investieren. Das verlautete am Rande des Staatsbesuchs Ministerpräsident Li Keqiangs in Deutschland.

Foto: Deutsche Bundesregierung
Handschlag: Guangdongs Vizegouverneur Lin Shaochun mit BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller und Bundeskanzlerin Angela Merkel (v. l.). Im Hintergrund Chinas Regierungschef Li Keqiang.

 

Um rund zehn Milliarden US-Dollar (8,55 Milliarden Euro) möchte BASF eine Petrochemiefabrik in der südchinesischen Provinz Guangdong errichten. Eine diesbezügliche unverbindliche Absichtserklärung unterschrieben BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller und der Vizegouverneur der Provinz, Lin Shaochun, am 9. Juli in Berlin. Die Unterzeichnung erfolgte im Beisein Bundeskanzlerin Angela Merkels und des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang, der zurzeit auf Staatsbesuch in Deutschland weilt. Laut einer Aussendung von BASF könnten die ersten Anlagen der neuen Fabrik 2026 in Betrieb gehen. Deren endgültige Fertigstellung wäre für 2030 zu erwarten.

 

Errichtet würde zunächst ein Steamcracker zur Erzeugung von rund einer Million Tonnen Ethylen pro Jahr. In der Folge kämen nach Angaben von BASF „Anlagen für verbrauchernähere Produkte und Lösungen in Bereichen wie Transport oder Konsumgüter“ hinzu. Nach ihrer Fertigstellung wäre die Fabrik in Guangdong „der drittgrößte BASF-Standort weltweit“ nach Ludwigshafen und Antwerpen.

 

Guangdong ist mit rund 110 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Provinz Chinas. Seitens BASF wird sie weiters als größter chinesischer Standort für die Autozuliefer- und die Elektronikindustrie bezeichnet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll jährlich um rund sieben Prozent wachsen. Bereits derzeit ist das BIP der Provinz mit etwa 1.136 Milliarden Euro laut BASF größer als das Spaniens, „bald“ werde jenes von Südkorea erreicht. Dieses beläuft sich auf rund 1.300 Milliarden Euro, also ungefähr das Dreifache des BIPs Österreichs.

 

BASF eröffnete seine erste Fabrik in China im Jahr 1966. In Nanjing betreibt der deutsche Konzern seit 2005 eine große petrochemische Fabrik. Sie erwirtschaftete 2017 rund 2,76 Milliarden Euro Umsatz sowie ein EBITDA von etwa 450 Millionen Euro. Insgesamt erzielte BASF in China vergangenes Jahr einen Umsatz von rund 7,3 Milliarden Euro.