„Mass Customization“ treibt Wachstum von 3D-Druck-Markt voran

Das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan prognostiziert in einer aktuellen Studie ein hohes Wachstumspotential bei 3D-Druck-Werkstoffen für die Automobilindustrie.

Bild: Chemiereport.at
In spezialisierten Mikrofabriken der Automobilindustrie könnten künftig Einzelteile kundenindividuell hergestellt werden.

Bis 2024 soll demnach ein jährliches Weltmarktvolumen von 576,5 Millionen Dollar bei jährlichen Wachstumsraten von 176,8 Prozent erreicht werden. Ist derzeit der schnelle Prototypenbau der mit Abstand größte Anwendungsbereich von additiven Fertigungsverfahren, so könnten diese mittelfristig zu weitreichenden Organisationsänderungen in der Automotive-Branche führen. Die Experten von Frost & Sullivan sehen die Möglichkeit, dass in spezialisierten Mikrofabriken Einzelteile nach Maß hergestellt werden und sich so eine kundenindividuelle Massenproduktion, eine sogenannte „Mass Customization“  herausbilden könnte.

 

Strategische Weichenstellungen könnten Wachstum ankurbeln

Die Studie „Global 3D Printing Materials Market in Automotive Transportation, Forecast to 2024“ zeigt Umsatztrends, wachstumstreibende Faktoren und externe Herausforderungen für verschiedene Segmente des Markts (Kunststoffpulver, Kunststoff-Filamente, Metallpulver, Photopolymere) auf und beschreibt die Wettbewerbsstrategien wichtiger Player. Dabei wird zu einigen strategischen Weichenstellungen geraten, die nach Ansicht der Studienautoren das Marktwachstum ankurbeln könnten: So sollte sich die Forschung und Entwicklung auf Kunststoffrezepturen konzentrieren, die für Anwendungen im Realeinsatz geeignet sind und so die Prototypenentwicklung hinter sich lassen. Regional könnte die Fokussierung auf die Märkte in Europa und Nordamerika sinnvoll sein, wo die wichtigsten Pioniere in der Automobiltechnik geortet werden. Von Vorteil wäre die Zusammenarbeit von Material- und Maschinenherstellern, um gemeinsam nicht nur die technische Entwicklung sondern auch  Geschäftsmodellen und Marketing zu entwickeln.

Zudem raten die Experten zu einer Stärkung der Vertriebsbasis in Märkten anderer asiatischer Länder, die „neue Entwicklungen langsamer aufnehmen und kostensensibel strukturiert sind“. Als zu bewältigende Herausforderungen werden unsichere Versorgungsszenarien bei Werkstoffen, fehlende Konsistenz in der Endphase der Produktion und höhere Kosten als bei konventionellen Werkstoffen genannt.