Österreichs Life-Science-Sektor boomt

Laut dem aktuellen „Life Science Report Austria 2018“ wuchs der Branchenumsatz seit 2014 um 17 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro.

Foto: Ludwig Schedl / AWS (Austria Wirtschaftsservice GmbH)
Boomende Branche: AWS-Chef Berhard Sagmeister, Ministerin Margarete Schramböck und Marinomed-CEO Andreas Grassauer (v. l.)

Im Jahr 2017 erwirtschafteten die 917 Unternehmen des österreichischen Life-Sciences-Sektors einen kumulierten Umsatz von rund 22,4 Milliarden Euro, um 17 Prozent mehr als 2014. Das zeigt der „Life Science Report Austria 2018“, der am 22. Oktober der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Ihm zufolge liegt der Branchenanteil am BIP bei 6,1 Prozent. Aktuell sind auf den Gebieten Medizintechnik, Biotechnologie und Pharma und beinahe 55.500 Personen beschäftigt, gegenüber 2014 ein Zuwachs von 7,4 Prozent.


Für Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, stellen die Life Sciences nicht nur einen wichtigen Faktor in der nationalen Gesundheitsvorsorge, sondern auch bei der Absicherung des Wirtschaftsstandortes bzw. für den Erfolg der Exportwirtschaft dar. Dieser Bedeutung werde zum einen in den wirtschaftspolitischen Strategien der Bundesregierung Rechnung getragen: So sei den Life Sciences in der „FTI 2020 Strategie“ und in der „Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort Österreich“ eine entscheidende Rolle zugewiesen worden. Andererseits unterhält das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) zusammen mit der Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS), einer Förderbank des Bundes, seit 1999 das Programm „Life Science Austria“ (LISA), in dessen Rahmen die Produktentwicklung, aber auch Start-ups bzw. junge Unternehmen wertvolle Anschub-Finanzierung erhalten. Eine Motivation dahinter ist der Umstand, dass Innovationen insbesondere im „Digital Health“-Sektor (E-Health, Telemedizin etc.) häufig mit sehr langen Entwicklungszeiten und entsprechend hohen Kosten verbunden sind.

 

Dazu AWS-Geschäftsführer Bernhard Sagmeister: „Innovativen Unternehmen steht mit den Förderprogrammen ,LISA Preseed‘ und ,LISA Seed‘ bereits in sehr frühen Phasen wichtige finanzielle Unterstützung zur Verfügung. Das LISA-Programm, komplettiert durch kompetente und maßgeschneiderte Beratung und Internationalisierungsmaßnahmen, beugt dadurch Marktversagen vor. Seit 1999 haben wir rund 100 Projekte in der Frühphase mit einem Gesamtvolumen von 63 Millionen Euro anfangsfinanziert. Das Programm wird 2019 fortgesetzt.“ Laut Schramböck wird diese Förderschiene „ergänzt durch entsprechende Investitionen der Österreichischen Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung. Heuer und 2019 wurden bzw. werden für Forschung und Projektentwicklung rund 140 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Davon entfallen 14 Millionen Euro auf die Christian-Doppler-Labors, die ja gerade im Bereich Life Sciences eine besonders wichtige Rolle spielen.“

 

Für die gegenwärtige und zukunftsweisende Bedeutung der Life Sciences in Österreich steht nicht zuletzt die Marinomed Biotech AG. Das Unternehmen wurde 2006 als Spin-off der Veterinärmedizinischen Universität Wien gegründet und liefert seine innovativen Nasen- und Rachensprays sowie Pastillen gegen virale Erkältungskrankheiten heute bereits in mehr als 30 Länder. CEO Andreas Grassauer führt den Erfolg seines Unternehmens nicht zuletzt auf die anfängliche Unterstützung seitens der öffentlichen Hand zurück, die man in Österreich erhalten habe.

 

Der „Life Science Report Austria“ wird von der AWS im Auftrag des BMDW erstellt. Er enthält alle wichtigen wirtschaftlichen Kennzahlen zur Entwicklung des Sektors in Österreich und steht auf der Website http://www.lifescienceaustria.at/downloads/ zur Verfügung.