Physik-Nobelpreis für kosmologische Theorie und Exoplaneten

Der Nobelpreis für Physik 2019 geht zu einer Hälfte an James Peebles für seine Beiträge zur Theorie des Kosmos, zur anderen Hälfte an Michel Mayor und Didier Queloz für die Entdeckung der ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

Bild: Princeton University
James Peebles erhielt den Physik-Nobelpreis für seine führende Rolle in der Entwicklung der physikalischen Kosmologie.

Peebles, der sein gesamtes akademisches Leben an der Universität Princeton verbrachte, gilt als Autorität in der theoretischen Kosmologie. Er war bereits in den 60er-Jahren einer der Theoretiker, die die kosmische Hintergrundstrahlung voraussagten, mit deren Messung man erstmals ein Echo des Urknalls nachweisen konnte. Die Informationen, die diese Spuren des frühen Universums enthielten, wurden durch Peebles‘ theoretisches Gerüst nach und nach entschlüsselt. Sein erstes Buch, „Physical Cosmology“ stieß die im Titel genannte Wissenschaft erst so richtig an. Spätere experimentelle Ergebnisse bestätigten seine Vorhersagen zu Variationen der Hintergrundstrahlung mit großer Genauigkeit und stützten damit seine Theorien der Strukturbildung im Universum. Zudem war er in den 70er-Jahren einer der Forscher, die eine nicht direkt beobachtbare „Dunkle Materie“ konzipierten, um Beobachtungen zu Galaxien und Galaxienhaufen deuten zu können.

Auch die beiden Schweizer Physiker Michel Mayor und Didier Queloz werden für eine astrophysikalische Pionierleistung ausgezeichnet: 1995 gelang ihnen die erstmalige Entdeckung eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystems (eines sogenannten „Exoplaneten“), der um einen Sonnen-ähnlichen Planeten kreist. Mithilfe eines auf ein Teleskop im Haut-Provence-Observatorium in Südfrankreich montierten Spektrographen entdeckten sie den rund 50 Lichtjahre von der Erde entfernten Planeten 51 Pegasi b, der etwa die Größe des Gasriesen Jupiter hat und seinen Stern in nur vier Tagen umrundet. Die Entdeckung stieß ein ganz neues Feld astrophysikalischer Forschung an, bis heute sind mehr als 4.000 Exoplaneten beschrieben worden.