Roche will Spark Therapeutics übernehmen

Die 4,3-Milliarden-Dollar-Transaktion soll noch vor dem Sommer abgeschlossen werden. Der Schweizer Konzern folgt mit diesem Schritt einem Trend in der Pharmabranche.

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Roche-CEO Severin Schwan: Milliardentransaktion im Kommen

 

Um rund 4,30 Milliarden US-Dollar (3,78 Milliarden Euro) will der Schweizer Pharmakonzern Roche die US-amerikanische Spark Therapeutics übernehmen. Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite Quartal geplant, meldete Roche in einer Aussendung.

 

Spark Therapeutics hat seinen Sitz in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania. Das Unternehmen entwickelt gentechnische Therapien gegen genetisch bedingte Krankheiten, darunter Blindheit, Hämophilie („Bluterkrankheit“) und neurodegenerative Erkrankungen. Als wichtigstes in Entwicklung befindliches Medikament von Spark Therapeutics gilt SPK-8011, das gegen Hämophilie A eingesetzt werden soll. Für heuer ist der Beginn einer klinischen Phase-3-Studie geplant. Im Jahr 2017 hatte Spark als erstes Unternehmen die Zulassung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) für eine Gentherapie gegen eine genetisch verursachte Krankheit erhalten. Seither vermarktet es in den USA das Medikament Luxturna gegen mutationsbedingte Netzhaut-Dystropie. In der Europäischen Union ist das Mittel seit vergangenem Jahr zugelassen.

 

Roche-CEO Severin Schwan sieht vor allem im Hämophilie-A-Programm von Spark Therapeutics erhebliches Potenzial. Interessant sei aber auch die übrige „breite Produktpalette“. Philadelphia wird laut Schwan als „Center of Excellence“ erhalten bleiben. Vorgesehen ist, dass Spark Therapeutics im Rahmen der Roche-Gruppe als unabhängiges Unternehmen agiert. Jeffrey D. Marrazzo, der CEO von Spark Therapeutics, gab sich erfreut über die künftige Zugehörigkeit seiner Firma zu einem weltweit tätigen Konzern mit umfassenden Ressourcen. Diese mache es möglich, „weitere Therapien für noch mehr Menschen“ zu entwickeln.

 

Roche folgt mit der Übernahme dem Trend in der Pharmaindustrie, verstärkt auf gentechisch basierte Therapien zu setzen. Unter dem neuen CEO Vasant Narasimhan geht etwa auch Novartis in diese Richtung. Der Pferdefuß ist allerdings: Derartige Therapien gelten als teuer und zählen daher nicht zwangsläufig zu den „Lieblingsmedikamenten“ der Krankenkassen.