Sanochemia mit Ergebniseinbruch

Die seinerzeitigen Probleme mit der Fertigung steriler Lösungen im Werk Neufeld wirken sich stärker auf die Bilanz aus als gedacht.

Foto: Sanochemia Pharmazeutika AG
Sanochemia-Werk in Neufeld: Das zeitweilige Produktionsverbot für sterile Lösungen schlägt sich im Jahresergebnis 2017/18 erheblich nieder.

 

Das operative Ergebnis (EBIT) der Wiener Sanochemia Pharmazeutika AG wird im Geschäftsjahr 2017/18 bei - 13 Millionen Euro liegen, verglichen mit einem Plus von rund 1,2 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016/17. Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) schrumpft von 3,6 auf - 5 Millionen. Beim Umsatz steht ein Rückgang um zwölf Millionen Euro auf 33 Millionen Euro an. Das berichtete das Unternehmen in einer Gewinnwarnung am 9. Jänner. Als Gründe nannte die Sanochemia „das eingeschränkte GMP-Zertifikat und damit verbundene ausgesetzte Auslieferungen sowie zu bildenden Rückstellungen für mögliche Schadenersatzforderungen. Zum anderen wurden Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte durchgeführt“. Der Hintergrund: Im April vergangenen Jahres hatte das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) der Sanochemia die Herstellung steriler Lösungen zeitweilig untersagt und eine Grundreinigung des Werks in Neufeld angeordnet. Überdies verlangte das BASG eine Qualitätskontrolle durch ein externes Labor. Die Kosten für die Angelegenheit bezifferte die Sanochemia damals mit rund einer Million Euro. Auf den Jahresumsatz sollte sich das Problem mit „maximal bis zu 2,5 Millionen Euro“ auswirken - was nun offenbar deutlich übertroffen wurde.

 

Nicht im Zusammenhang mit dem Ergebniseinbruch steht die geplante Bestellung Timo Benders zum CEO, hieß es auf Anfrage des Chemiereports. Bender ist derzeit geschäftsführender Gesellschafter der B.E. Imaging, eines der wichtigsten Kunden der Sanochemia. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung von rund 12,9 auf 15,7 Millionen Euro übernimmt die B.E. Imaging etwa 2,8 Millionen Stück neuer Inhaberaktien der Sanochemia und bezahlt dafür fünf Millionen Euro. Sie steigert damit ihren Anteil an dem Wiener Unternehmen von 13,5 auf 28 Prozent. Wirksam werden soll die Bestellung Benders mit Anfang Feber. Eine Aufsichtsratssitzung hierzu sowie zur Kapitalerhöhung ist noch für Jänner vorgesehen. Die derzeitigen Sanochemia-Vorstände Klaus Gerdes, Stefan Welzig und Christina Abrahamsberg behalten ihre Mandate bis auf Weiteres. Abgesehen von der Bestellung Benders sind „weitere Veränderungen im Vorstand nicht geplant“, verlautete seitens der Sanochemia gegenüber dem Chemiereport.