Sanochemia warnt vor Verlusten

Nun zieht das Wiener Pharmaunternehmen die Notbremse: Die Veterinärsparte wird verkauft, der Vorstand verkleinert.

Foto: Sanochemia
„Erhöhte Kosten“: Abschreibungen sowie eine Qualitätsoffensive werden die Bilanz des Jahres 2018/19 belasten, meldet die Sanochemia.

 

Dem Wiener Pharmaunternehmen Sanochemia stehen im laufenden Geschäftsjahr 2018/2019 ein weiteres Mal Verluste ins Haus. Laut einer Ad-hoc-Meldung wurden „im Zuge der umfangreichen Maßnahmen zur Neuausrichtung des Unternehmens nochmals Abschreibungen vorgenommen. Zudem hat die Qualitätsoffensive zu erhöhten Kosten geführt. Voraussichtlich wird dies zu einem negativen Ergebnis führen“. Wie hoch die Verluste ausfallen, gibt die Sanochemia am 23. Jänner 2020 bekannt, dem Tag der Veröffentlichung ihrer Jahresbilanz. Im Geschäftsjahr 2017/18 hatte das Unternehmen einen Verlust von 13,3 Millionen Euro geschrieben, im Geschäftsjahr 2016/17 bilanzierte es mit einem Minus von 252.000 Euro ebenfalls negativ. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/19 verzeichnete die Sanochemia einen Verlust von rund 3,1 Millionen Euro, verglichen mit einem Gewinn von 93.000 Euro im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017/18.

 

Um ihren Problemen gegenzusteuern, verkauft die Sanochemia ihre Veterinärsparte um einen nicht genannten Betrag an die belgische Inovet. Dieses Familienunternehmen ist auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Tierarzneimitteln und Tiergesundheitsprodukten spezialisiert. Es verfügt über eine Fabrik in Nordfrankreich und ein Handelszentrum in Ungarn.

 

Außerdem verkleinert die Sanochemia ihren Vorstand. Der derzeitige Finanzchef (CFO) Stefan Welzig muss seinen Sessel per 1. Jänner 2020 räumen. Laut einer Aussendung konzentriert er sich künftig „ausschließlich auf den Ausbau der Herstellung von Arzneimittelwirkstoffen am Produktionsstandort in Neufeld (Burgenland)“. Die Situation in Neufeld ist eine der Ursachen für die derzeitige Lage der Sanochemia und die erwähnte „Qualitätsoffensive“. Im April 2018 untersagte das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) dem Unternehmen die Herstellung steriler Lösungen und ordnete eine Qualitätskontrolle durch ein externes Labor an. Die Kosten für den Rückschlag bezifferte die Sanochemia seinerzeit mit rund einer Million Euro.