VCI erwartet „schwaches Chemiejahr“

Der Umsatz der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie wird heuer voraussichtlich um rund 2,5 Prozent auf 198,5 Milliarden Euro fallen. Die Produktionsmenge soll um etwa 3,5 Prozent zurückgehen.

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VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann: „weniger optimistisch als zu Beginn des vergangenen Jahres“

 

 

Prächtig sind die Perspektiven eher nicht: Aller Voraussicht nach wird die Produktionsmenge der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie heuer gegenüber 2018 um etwa 3,5 Prozent sinken, meldet der Branchenverband VCI. Der Umsatz dürfte um 2,5 Prozent auf 198,5 Milliarden Euro fallen - und das, obwohl die Erzeugerpreise um rund ein Prozent zulegen werden.

 

Angekündigt hatte sich die Misere bereits im vierten Quartal 2018: Die Erzeugungsmenge verringerte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um etwa 6,3 Prozent. Dazu trug allerdings bei, dass die Nachfrage nach einem neuartigen Medikament nachließ und entsprechend weniger von dem Arzneimittel hergestellt wurde. „Aber auch die reine Chemieproduktion sank im Vergleich zum Vorquartal um 3,2 Prozent“, bedauert der VCI. Verglichen mit dem 3. Quartal 2018 verminderte sich der Branchenumsatz um 3,1 Prozent auf 46,5 Milliarden Euro - vor allem wegen des Auslandsgeschäfts, das laut VCI „einen deutlichen Rückschlag“ erlitt.

 

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann resümierte vor Journalisten, er sehe die Lage „weniger optimistisch als zu Beginn des vergangenen Jahres. Die Chemienachfrage der deutschen und europäischen Industrie ist rückläufig. Außerdem wirkt der Brexit bremsend auf die Konjunktur. Unter dem Strich erwartet die Branche daher ein insgesamt schwaches Chemiejahr“.

 

Tillmann zufolge ist die „Europäische Union der Heimatmarkt der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie. Schwächt sich hier die Wirtschaft ab, ist unsere Branche direkt betroffen. Sind die industriepolitischen Rahmenbedingungen in Europa gut, profitieren unsere Unternehmen hiervon in besonderem Maße“.