VCI: Umsatz sinkt um vier Prozent

Der deutsche Chemie- und Pharmaverband klagte bei der Präsentation der Halbjahresbilanz über „schwierige globale Rahmenbedingungen und Belastungen“.

Foto: VCI/René Spalek
VCI-Präsident Hans Van Bylen: „langsameres Wachstum der Weltwirtschaft“

 

Der Umsatz der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie lag im ersten Halbjahr 2019 bei knapp 96 Milliarden Euro. Er war damit um vier Prozent niedriger als im ersten Halbjahr 2018, hieß es bei der Bilanzpressekonferenz des Branchenverbandes VCI. Diesem zufolge ging auch die Produktion zurück: Sie verringerte sich um 6,5 Prozent. Laut VCI-Präsident Hans Van Bylen konnte die Chemie- und Pharmaindustrie somit „in den ersten sechs Monaten 2019 nicht an das hohe Niveau des Vorjahres anknüpfen. Das lag vor allem an den schwierigen globalen Rahmenbedingungen und Belastungen“. Er verwies auf die weltweite Konjunkturabschwächung sowie die schwelenden Handelskonflikte, aber auch die andauernden Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem EU-Austritt Großbritanniens. Alle diese Faktoren hätten der deutschen Industrie insgesamt geschadet und auch die Chemie- und Pharmabranche betroffen.

 

So lag die Produktion von Spezialchemikalien um vier Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Bei Polymeren war eine Verminderung um sieben Prozent zu verzeichnen. Die Produktion von Seifen sowie Wasch- und Reinigungsmitteln wiederum ging um 4,5 Prozent zurück. Laut Van Bylen ist der Ausblick für das Gesamtjahr getrübt. Der VCI-Präsident rechnet mit einem Rückgang des Umsatzes um etwa drei Prozent auf etwa 197 Milliarden Euro und der Produktion um rund vier Prozent.

 

Nicht zuletzt angesichts dessen warnte Van Bylen vor neuen Belastungen der Industrie. Solche drohen ihm zufolge unter anderem durch geplante Verschärfungen der Klimapolitik. Überlegt wird etwa eine Einbeziehung der Sektoren Gebäude und Verkehr in den europäischen Emissionshandel (ETS) sowie die Einführung eines CO2-Preises in der EU. Laut Van Bylen würde dies „aber die Wettbewerbsfähigkeit für deutsche Unternehmen noch stärker belasten. Die Verlagerung an „günstigere“ Standorte würde damit attraktiver – mit allen Konsequenzen für Investitionen und Arbeitsplätze in Deutschland“. Er plädierte statt dessen dafür, „auf der Ebene der G20 einen gemeinsamen CO2-Preis zu vereinbaren, würde das deutliche Auswirkungen auf den Klimaschutz zeigen und zugleich die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten“. Die G20 insgesamt repräsentieren rund 80 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Dass sie sich auf eine Maßnahme wie einen gemeinsamen CO2-Preis einigen, ist allerdings auszuschließen. Die USA hatten sich beim Gipfel in Osaka heftig dagegen gewehrt, das Thema Klimapolitik überhaupt in die Abschlusserklärung aufzunehmen.