Die Zeit ist reif für gedruckte Elektronik

Gedruckte Elektronik soll das Sturmgepäck der GIs um 2/3 leichter machen - ein smarter Tarnanzug soll dabei auch Strom erzeugen, den Soldaten temperieren und als weitreichende Antenne dienen. Wozu Printed Electronics sonst noch taugen, zeigt ein Überblick von Peter Harrop von <a href=http://www.idtechex.com>IDTechEx</a>. Die Zeit ist reif für gedruckte Elektronik <table> <td><% image name="PolyIC_Druckmaschine" %></td> <td align="right"> Printed Electronics sollen Anwendungen primär verbilligen. Ihre Strukturen funktionieren aber auch oft besser und fehlertoleranter als herkömmliche Alternativen. Am häufigsten werden sie dort erwartet, wo traditionelle Technologie nicht einsetzbar ist: <p>Als Tapeten etwa, die Strom produzieren und gleichzeitig als Fernseher und Beleuchtung herhalten, oder als elektronisches Sicherheitszeichen auf 100 Mrd Zigaretten-Packungen jährlich, was eine Rückverfolgbarkeit für 0,1 Cents die Packung ermöglichen würde. </td> </table> Organische oder kombiniert organisch/inorganische Strukturen versprechen die geringsten Kosten und die schnellste Drucktechnologie wie den Tiefdruck mit Wasser-basierten Tinten und der Aushärtung bei niedrigen Temperaturen. Aufgrund seiner Toleranz bei unebenen Substraten und der Möglichkeit, sofort umzuprogrammieren, empfiehlt sich ebenso der Tintenstrahldruck. Das <b>Zusammenspiel</b> vieler unterschiedlicher - mit gedruckter Elektronik ausgestatteter - Geräte ist gerade dann effizient, wenn es sehr großflächig eingesetzt wird. Geräte wie Auslöser, Batterien, Kondensatoren und Widerstände, Photovoltaik und eine beachtliche Auswahl an Sensoren können in ein solches Design eingebunden werden - und das spart in Summe Kosten und erhöht die Betriebssicherheit. Im Gegensatz dazu kann der gängige Silikonchip nur dann ökonomisch sein, wenn er sehr klein dimensioniert ist. Der Silikonchip hat also im Vergleich - außer Logik, Speicher und einigen Sensoren - nur wenig zu bieten. Die gedruckte Elektronik wird aber weniger herkömmliche Komponenten verdrängen, sondern eher <b>in völlig neuen Produkten</b> Einzug halten. OLEDs könnten insbesondere den Beleuchtungssektor völlig umkrempeln. Die größte Chance haben die meisten Formen der gedruckten Elektronik als flexibles Papier oder auf einem Polymersubstrat - so sind sie am billigsten herstellbar und physisch am praktikabelsten für Etiketten, smarte Verpackungen, Bücher und Zeitungen sowie Schilder, Poster und Billboards. Zunehmend wird Papier dabei den Plastikfilm ersetzen, was die Kosten weiter drückt und Bioabbaubarkeit ermöglicht. Zumindest 10 Jahre lang sollten die Kunststofffolien aber noch vorherrschend sein. Mittlerweile experimentieren Motorola, ACREO und einige andere Unternehmen auch mit gedruckter Elektronik auf Papier. <u>Die Geschäftsmodelle</u> für Printed Electronics zielen darauf ab, entweder völlig neue Sachen möglich zu machen oder Silikonchips und herkömmliche Komponenten dort zu ersetzen, wo diese hoffnungslos unökonomisch sind. So kosten beispielsweise Blisterverpackungen, welche die Pillenentnahme aufzeichnen, mit gängigen Sensoren und Schaltungen zwischen 15 bis 30 $ - außer bei klinischen Studien werden sie daher nie eingesetzt. Vollkommen gedruckte Versionen davon könnten dagegen für ein paar Cents je Stück im Zehnmilliardenmaßstab jährlich hergestellt werden. <u>Derzeit wird gedruckte Elektronik</u> noch primär gemeinsam mit konventionellen Silikonchips und Knopf-Batterien in technisch relativ anspruchslosen Anwendungen verwendet - zunächst im Jahr 2003 auf den "Valentines Cards" in den USA, zwei Jahre später in Form von Milliarden gedruckter UHF-Antennen auf RFID-Tags. In den letzten Jahren entstanden auch elektrolumineszente Billboards - Eastman Kodak entwickelt derzeit die ersten vollfärbigen elektrolumineszenten Displays. <small> Printed electronics werden derzeit noch eher von DaiNippon Printing und Toppan Printing als von den Elektronikkonzernen beherrscht, obwohl letztere versuchen, in dieses Feld vermehrt einzudringen. Matsushita, Canon, Fujitsu, Ricoh, Konica Minolta, Hitachi, Pioneer, Samsung, Siemens, Xerox und viele andere Größen investieren derzeit massiv in gedruckte Elektronik. Sie werden unterstützt von den Chemiekonzernen, welche die dafür notwendigen Materialien und Tinten herstellen - darunter Sumitomo Chemical, Mitsubishi Chemical, Nissan Chemical, Merck Chemical und BASF. </small>