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November 16th, 2017

Pharmaindustrie: Kritik am Hauptverband

Die Gebarungsprognosen des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger (HV) dienen dazu, die Branche unter Druck zu setzen, kritisieren Pharmig und FCIO. Der HV sieht das anders.

 

Auf wenig Wohlwollen seitens der Pharmaindustrie stößt die neue Gebarungsprognose des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger (HV). Dieser zufolge „hat sich im Vergleich zur Vorschau von Mitte August die Gesamtgebarung bei einem Gesamtbudget von 18,5 Milliarden Euro von ursprünglich minus 37 Millionen Euro auf minus elf Millionen Euro verbessert“.

 

Laut dem Generalsekretär des Pharmaindustrieverbandes Pharmig folgen die Veröffentlichungen der Prognosen indessen „Jahr für Jahr demselben Schema: Es beginnt mit einem eklatanten Minus, das im Laufe des Jahres nach unten korrigiert wird, bis am Ende der Gebarungsperiode – erfreulicherweise und für alle dann doch überraschend – ein Plus ausgewiesen werden kann“. Ein mittlerweile vertrautes Spielchen, um der Pharmaindustie über angeblich stark steigende Arzneimittelpreise die „Schuld am zu erwartenden hohen Defizit der Krankenkassen“ zuzuweisen. Doch könne von hohen Medikamentenpreisen in Österreich keine Rede sein. Vielmehr lägen diese bekanntermaßen unter dem EU-weiten Durchschnitt. „Wir sind kein Hochpreisland, im Gegenteil. Die Kostentreiber liegen ganz wo anders im Gesundheitswesen, nämlich bei den Strukturen, der Verwaltung und in einem ineffizienten Spitalswesen“, betonte Huber.

 

Ähnlich argumentierte die Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), Sylvia Hofinger. Sie verwies auf das Jahr 2016: Da seien die Medikamentenkosten um 2,5 Prozent gestiegen. Die Verwaltungskosten der Krankenkassen hätten sich dagegen um 4,7 Prozent und somit fast das Doppelte erhöht. Außerdem bedeutet ein Anstieg der Ausgaben für Arzneimittel nicht zwangsläufig, dass die Produkte teurer werden, erläuterte Hofinger. In den kommenden Jahren etwa werde sich die Zahl der Versicherten erhöhen. Außerdem steige die Lebenserwartung, und die Zahl der chronischen Erkrankungen nehme ebenfalls zu. Umso wichtiger sei es, nun endlich effizientere Strukturen im Gesundheitswesen zu schaffen, beispielsweise durch eine Fusion der Krankenkassen. Ferner empfehle sich, „durch eine innovations- und investitionsfreundliche Standortpolitik die heimischen Spitzenleistungen im Bereich der Medizin- und Pharmaforschung zu unterstützen“.

 

Anders sieht die Sache HV-Vorsitzender Alexander Biach. Ihm zufolge ist die Entwicklung der Gebarung und damit auch der diesbezüglichen Prognosen „den gemeinsamen intensiven Anstrengungen aller Krankenversicherungsträger zu verdanken“.

 

 

 

 

Manifest für die Bioökonomie

Der Chemieindustrieverband CEFIC und 25 weitere Organisationen plädieren dafür, die EU zu einem erstklassigen Standort für Unternehmen zu machen, die nachwachsende Rohstoffe für nachhaltige Wertschöpfung nutzen.

 

Gemeinsam mit 25 weiteren Interessenvertretungen veröffentlichte der europäische Chemieindustrieverband CEFIC am 16. November das sogenannte „European Bioeconomy Stakeholders Manifesto“. Dessen Ziel besteht darin, die Debatten über die Entwicklung einer weltweit führenden Bioökonomie in der EU weiter voranzutreiben. Den Hintergrund bilden unter anderem das Kreislaufwirtschaftspaket der EU, die geplante Revision der Bioökonomie-Strategie sowie die Diskussionen über zukünftige Schwerpunkte in den Forschungsprogrammen der Gemeinschaft.

 

Wie es in einer Aussendung der CEFIC hieß, hat die Chemieindustrie aus zwei Gründen Interesse an einer starken europäischen Bioökonomie: Erstens machen geeignete Chemikalien Biotechnologien erst möglich. Für die Branche eröffnet sich damit ein attraktiver Absatzmarkt. Zweitens nutzt die Chemiebranche selbst in zunehmendem Maße biologische Grundstoffe für die Herstellung ihrer Produkte sowie für die Schaffung nachhaltiger Wertschöpfungsketten.

 

Das 16seitige Manifest wird dem Forschungskommissar der EU, Carlos Moedas, übergeben und im Bioeconomy Stakeholders Panel der EU-Kommission diskutiert. Unter anderem plädieren die Unterzeichner für eine „Ressourcennutzung im Rahmen der Grenzen des Planeten“. Auch sogenannte nachwachsende Rohstoffe wie Biomasse sind nicht unbegrenzt verfügbar. Daher ist es notwendig, die Bioökonomie auf den Grundlagen der Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Wichtig ist weiters, dass die Bioökonomie im Dienst des Menschen steht, das heißt unter anderem Arbeitsplätze sichert und schafft und nicht auf Kosten grundlegender Menschenrechte, des Landbesitzes von Personen sowie einer sicheren Wasserversorgung geht.

 

Notwendig für eine erfolgreiche Bioökonomie sind laut dem Manifest stabile rechtliche Rahmenbedingungen, deren Weiterentwicklung sich zumindest einigermaßen zuverlässig einschätzen lässt. Nur so kann es gelingen, Investoren und Unternehmer zum Tätigwerden in diesem Sektor zu bewegen und Innovationen voranzutreiben. Ferner empfiehlt das Manifest die Zusammenarbeit von Akteuren aus unterschiedlichen (Wirtschafts-)Bereichen und entlang der gesamten Wertschöpfungsketten. Auch müssen langfristige Forschungs- und Entwicklungsstrategien erarbeitet werden. Nicht zuletzt gilt es auch, die Ressourcenbasis für die Bioökonomie nachhaltig sicherzustellen.

 

 

 

November 10th

Weiter Krach um Glyphosat

Der neue Vorschlag der EU-Kommission bezüglich Zulassungsverlängerung erhielt nicht die notwendige Zustimmung. Auch im Berufungsausschuss des zuständigen Expertengremiums zeichnet sich diese nicht ab.

 

Unerwartet kam das Ergebnis eher nicht: Die EU-Kommission scheiterte am 9. November mit ihrem neuesten Vorschlag bezüglich der Zulassung für Glyphosat. Statt um zehn Jahre sollte diese nun um fünf Jahre verlängert werden, also bis zum 15. Dezember 2022. Dies hätte der Forderung entsprochen, die das EU-Parlament am 24. Oktober erhob. Doch bei der Abstimmung im Standing Committee on Plants, Animals, Food and Feed (PAFF Committee) kam die notwendige „qualifizierte Mehrheit“ der Stimmen der EU-Mitgliedsstaaten (55 Prozent der Staaten, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren) auch diesmal nicht zustande. Für den Kommissionsvorschlag stimmten 14 Staaten, darunter Großbritannien, die Niederlande, Schweden, Spanien und Ungarn. Neun Staaten lehnten den Vorschlag ab, unter ihnen Österreich, Belgien, Frankreich, Griechenland und Italien. Fünf weitere Staaten enthielten sich der Stimme, darunter Deutschland, Polen und Portugal.

Am Zug ist nun der Berufungsausschuss, der am 28. November tagt. Die EU-Kommission kündigte an, ihm einen neuerlichen Vorschlag zur Zulassungsverlängerung zu unterbreiten. Ergibt sich im Berufungsausschuss keine qualifizierte Mehrheit, kann die Kommission die Verlängerung auch selbst beschließen. Tut sie dies nicht, läuft die Zulassung am 15. Dezember des heurigen Jahres aus. Restbestände des Mittels dürften dann noch binnen anderthalb Jahren verbraucht werden, das heißt bis Mitte 2019. Dass sich im Berufungsausschuss eine qualifizierte Mehrheit findet, ist allerdings kaum zu erwarten: An der Haltung Deutschlands wird sich nichts ändern, bis die neue Bundesregierung gebildet ist. Die französische Regierung wiederum ist gespalten: Umweltminister Nicolas Hulot ist für eine Verlängerung um maximal drei Jahre, Landwirtschaftsminister Stéphane Travert dagegen für fünf bis sieben Jahre, Premierminister Édouard Philippe für höchstens vier Jahre.

 

Die Reaktionen auf das gestrige Abstimmungsergebnis im PAFF erfolgten erwartungsgemäß. Die Industriegruppe Pflanzenschutz (IGP) sprach von einem „unwürdigen Polit-Schauspiel“, das „dem Landwirtschafts-, Wirtschafts-, Forschungs- und Wissenschaftsstandort Europa sowie dem Ansehen der EU-Behörden“ schade. Wissenschaftliche Fakten würden ignoriert, das „zutiefst verwerfliche Spiel der NGOs mit der Angst der Menschen und die Panikmache gefördert“. Und IGP-Obmann Christian Stockmar fügte hinzu: „Gemäß dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand würde nichts gegen eine Wiederzulassung für 15 Jahre sprechen.“

 

Seitens der NGOs war von einem „Misstrauensvotum der Mitgliedstaaten gegen die Zulassungsbehörden“ die Rede. Die EU-Kommission müsse „nun den endgültigen Ausstieg vorschlagen“.

 

Karin Kadenbach, Abgeordnete der SPÖ zum EU-Parlament, verlautete: „Wir brauchen so schnell wie möglich ein Verbot des Pflanzengifts. Im EU-Parlament haben wir uns bereits auf den Kompromiss einigen können, dass ab 15. Dezember 2022 das Pestizid europaweit verboten werden soll und für eine sofortige Beschränkung bei der Verwendung des Stoffes gestimmt – allerdings ohne die Stimmen von ÖVP und FPÖ.“ Kadenbach zufolge muss „mit der Salamitaktik der ewigen Glyphosat-Verlängerung Schluss sein muss. Das sehen auch viele Bürger so: Mehr als 1,3 Millionen Menschen haben bereits die Europäische BürgerInneninitiative für ein Verbot unterzeichnet“.

November 9th

FCIO Innovation Day zeigte Erfindungskraft der Kunststoffbranche

Im Rahmen des „Innovation Day Kunststoff“ wurden nicht nur zahlreiche innovative Produkte der heimischen Kunststoffindustrie vorgestellt. Auch die Verschiedenartigkeit der Prozesse und Unternehmenskulturen, die diese möglich machen, kam ans Licht.

Der Wendung „Schuster bleib‘ bei deinem Leisten“ konnten die wenigsten Teilnehmer zustimmen: Als im Rahmen des „Innovation Day Kunststoff“, den der Fachverband der chemischen Industrie (FCIO) am 8. November veranstaltete, das Auditorium via  Smartphone und „Audience Interaction Tool“ Slido Fragen zu Faktoren einer erfolgreichen Innovationskultur gestellt wurden, waren die meisten der Ansicht, dass man Kernkompetenzen zwar pflegen müsse, davon ausgehend immer wieder neue Märkte erschlossen werden können.

Beim Polystyrol-Hersteller Sunpor ist diese Kernkompetenz die Herstellung von Schäumen, die es ermöglicht hat, einen „ausentwickelt“ geglaubten Dämmstoff (etwa durch Beimengung von Infrarotabsorbern) noch einmal in seinen Eigenschaften zu verbessern. Bei Borealis ist es der Umgang mit dem Variantenreichtum von Polyethylen und Polypropylen, der es dem Konzern ermöglicht, in immer neue Märkte einzudringen: Vom Dialysebeutel bis zur Kabelummantelung für Hochspannungsleitungen. Der Vorarlberger Familienbetrieb hat seine Erfahrungen mit Spülkörben für gewerbliche Geschirrspüler auf den gänzlich anders gearteten Markt der industriellen Teilereinigung angewandt.

 

Freiräume mit Rahmenbedingungen

Es bedarf aber auch entsprechenden Maßnahmen des Managements, um einen in der Unternehmenskultur verankerten Innovationsgeist zu erzeugen. Die Greiner-Gruppe hat das mit der Einrichtung einer eigenen Innovationseinheit „Greiner Technology & Innovation“ getan, die aus den Zwängen der Effizienzsteigerung im Tagesgeschäft befreit ist. Bei Sunpor setzt man auf eine Kultur das Vertrauens und der Fehlerfreundlichkeit, ohne die  ein Ausprobieren unausgetretener Wege nicht möglich ist. Beim Rohrextrusions-Spezialisten Poloplast ist man überzeugt, dass das Schaffen von Freiräumen und die Begeisterung für Innovation im gesamten Wertschöpfungsnetzwerk die wesentlichen Faktoren sind – wenn das Management diesen mit Marktnähe und thematischer Fokussierung einen entsprechenden Rahmen setzt.

Nuno Maulide, Professor für Organische Chemie an der Universität Wien, begeisterte die Teilnehmer des Innovation Day mit seinem Dreifachtalent als Chemiker, Pianist und Didaktiker und zeigte so manche Parallele zwischen Kunst und Wissenschaft auf.

November 8th

Eppendorf prämiert Jungforscher

Die Bewerbung um den „Eppendorf Award for Young European Investigators“ ist noch bis 15. Jänner kommenden Jahres möglich.

 

Noch bis zum 15. Jänner 2018 können sich promovierte Jungforscher im Alter bis zu 35 Jahren um den „Eppendorf Award for Young European Investigators“ bewerben. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden „auf molekularbiologischen Methoden beruhende herausragende Leistungen auf dem Gebiet der biomedizinischen Forschung“. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury unter Reinhard Jahn vom Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen. Die Verleihung erfolgt am 21. Juni 2018 am EMBL Advanced Training Centre in Heidelberg.

 

Neben dem Preisgeld bekommt der Gewinner eine Einladung zur Eppendorf AG nach Hamburg sowie eine Veröffentlichung in der Zeitschrift „Nature“ und in einem „Nature“-Podcast. Die Bewerbung ist ausschließlich online möglich und hat in englischer Sprache zu erfolgen. Die Adresse des betreffenden Portals ist www.eppendorf.com/award/application.

 

Neben seinem Lebenslauf hat der Bewerber sein Forschungsthema zu beschreiben und seine bisherige Forschungstätigkeit einem höchstens 2.000 Zeichen langen Artikel zusammenzufassen. Beizufügen sind eine Publikationsliste sowie drei bis maximal fünf PdFs veröffentlichter Arbeiten. Weitere Informationen gibt es unter www.eppendorf.com/award.

 

Evotec hat gut verdient

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 wuchsen Umsatz, bereinigtes EBITDA und operatives Ergebnis kräftig.

 

Das Hamburger Wirkstoffforschungs- und -entwicklungsunternehmen Evotec hat in den ersten drei Quartalen 2017 gut verdient. So war der Konzernumsatz mit 170,9 Millionen Euro um 42 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das bereinigte EBITDA wuchs um 28 Prozent auf 39,3 Millionen Euro. Das operative Ergebnis beziffert Evotec mit 25,9 Millionen Euro, was einem Plus um 21,3 Prozent entspricht.

 

Evotec nennt dafür hauptsächlich drei Gründe: „die sehr gute Performance des Basisgeschäfts, die Beiträge der akquirierten Unternehmen Cyprotex (17,9 Millionnen) und Aptuit (15,0 Millionen Euro) sowie höhere Meilensteinzahlungen“. So wuchsen die Umsätze aus Meilenstein- und Abschlagszahlungen sowie Lizenzen um rund 26,0 Prozent auf 21,1 Millionen Euro.

 

Aufgrund dessen bestätigt das Evotec-Management um den Österreicher Werner Lanthaler die Prognose für das Gesamtjahr. Dieser zufolge sollte der Konzernumsatz gegenüber jenem von 2016 um mehr als 40 Prozent wachsen. Er müsste daher bei mindestens 230,3 Millionen Euro liegen. Für das bereinigte EBITDA wird ein Anstieg um mindestens 50 Prozent erwartet. Dieses würde sich somit auf wenigstens 54,3 Millionen Euro belaufen.

November 2nd

Deutsche Chemieindustrie gut unterwegs

Die Branche steigerte ihren Umsatz im dritten Quartal 2017 gegenüber 2016 um sechs Prozent. Auch die Aussichten für das Gesamtjahr sind laut dem Interessenverband VCI erfreulich.

 

Schlecht ging es der deutschen Chemieindustrie im dritten Quartal 2017 nicht. Der Branchenumsatz lag bei 46,5 Milliarden Euro und war damit um sechs Prozent höher als im dritten Quartal 2016. Die Produktion wuchs im Jahresvergleich um 2,9 Prozent, die Preise für Chemikalien stiegen im selben Ausmaß. Für das Gesamtjahr rechnet der Branchenverband VCI mit einem Umsatzzuwachs um 5,0 Prozent auf etwa 194 Milliarden Euro. Die Produktion dürfte um rund 2,0 Prozent zulegen. Die Zahl der Beschäftigen war mit 449.300 um 0,5 Prozent höher als vor einem Jahr.


Laut VCI ist sind diese Resultate auf die allgemein gute Wirtschaftslage zurückzuführen. Dadurch bedingt, war die deutsche Inlandsnachfrage nach Chemikalien um 5,8 Prozent höher als im dritten Quartal 2016. Bei der Nachfrage aus dem Ausland verzeichnete die Chemieindustrie ein Plus von 6,3 Prozent.

 

VCI-Präsident und BASF-Chef Kurt Bock ließ wissen, 2017 könne „ein gutes Jahr für die chemische Industrie in Deutschland werden“. Spielen dürfe sich die künftige deutsche Bundesregierung aber nicht. Er erwarte sich „einen verlässlichen industriepolitischen Kurs für Wachstum, Investitionen, bezahlbare Energie und stärkeren Rückenwind bei Forschung und Innovation. Das sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft“.

 

 

Eppendorf vergibt Wissenschaftspreis

Der italienische Wissenschaftler Flavio Donato wird für seine Forschung zur Reifung von neuronalen Schaltkreisen, die an der Verarbeitung von räumlicher Information beteiligt sind, mit dem  „Eppendorf & Science Prize for Neurobiology“ ausgezeichnet.

 

Donato arbeitet im Labor der norwegischen Nobelpreisträger May-Britt und  Edvard Moser in Trondheim. In seinen Untersuchungen konnte er zeigen, dass Sternzellen im medialen entorhinalen Cortex während der Entwicklung des Gehirns ein aktivitätsabhängiges Signal entsenden, das zur Reifung jener Nervenzellen führt, die uns ein Gefühl dafür geben, wo wir uns befinden. Diese Entdeckung beweist die Existenz von autonomen, intrinsischen Impulsgebern, die die Reifung von weiten Regionen des Cortex steuern.

Der „Eppendorf & Science Prize for Neurobiology“ ist mit 25.000 US-Dollar dotiert und wird jährlich vergeben. Er wendet sich an Forscher, die nicht älter als 35 Jahre sind und herausragende Beiträge in der neurobiologischen Forschung mit Methoden der Molekular- und Zellbiologie geleistet haben.

October 31st

Clariant steigert Umsatz und EBITDA

CEO Hariolf Kottmann sieht den Schweizer Spezialchemikalienkonzern auf gutem Weg. Nach der verhinderten Fusion mit Huntsman laufen Gespräche mit White Tale sowie allen anderen Aktionären.

 

Angesichts der Turbulenzen um die geplatzte Fusion mit Huntsman kommen dem Schweizer Spezialchemikalienkonzern Clariant die aktuellen Bilanzzahlen wohl nicht ungelegen. Das Unternehmen hat in den abgelaufenen drei Quartalen des Geschäftsjahres 2017 ordentlich verdient. Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 4,69 Milliarden Schweizer Franken (4,04 Milliarden Euro), das EBITDA wuchs um zehn Prozent auf 717 Millionen CHF (618 Millionen Euro).

 

Im Bereich Care Chemicals verzeichnete Clariant ein Umsatzplus von sieben Prozent auf 1,16 Milliarden CHF (999 Millionen Euro). Das EBITDA blieb mit 210 Millionen CHF (181 Millionen Euro) nahezu stabil (208 Millionen CHF bzw. 179 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2016). In Asien, dem Mittleren Osten sowie Afrika erzielte das Unternehmen „zweistellige Wachstumsraten“ und legte auch in Nordamerika zu. Für den Geschäftsbereich Catalysis meldet Clariant ein Umsatzwachstum von 20 Prozent auf 529 Millionen CHF (456 Millionen Euro) sowie ein EBITDA-Wachstum um 46 Prozent auf 130 Millionen CHF (112 Millionen Euro). Hauptverantwortlich dafür war zwar die „Vollkonsolidierung des Süd-Chemie-India-Pvt-Ltd-Joint Ventures“. Doch auch organisch sei der Umsatz „gut“ gewachsen, betonte Clariant.

 

Ähnlich liegen die Dinge im Geschäftsbereich Natural Resources. Der Anstieg des Umsatzes um 18 Prozent auf 993 Millionen CHF (855 Millionen Euro) war weitgehend durch die Übernahme von Kel-Tech und X-Chem bedingt. Das EBITDA erhöhte sich um zwei Prozent auf 141 Millionen CHF (121 Millionen Euro). Bei Plastics & Coatings schließlich erwirtschaftete Clariant einen Umsatz von 2,01 Milliarden CHF (1,73 Milliarden Euro), was einem Plus von vier Prozent entspricht. Das EBITDA lag mit 316 Millionen CHF (272 Millionen Euro) um fünf Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

 

CEO Hariolf Kottmann sprach von einem „exzellenten Umsatz- und Profitabilitätswachstum. Clariant setzt seine Strategie weiter konsequent und erfolgreich um“. Das Unternehmensziel bleibe, „eine Position in der Spitzengruppe der Spezialchemie-Branche zu erreichen“. Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet Kottmann mit einer „positiven Entwicklung bei der Profitabilität und der Generierung von operativem Cashflow“. Allerdings bleibe das Umfeld nach wie vor schwierig und geprägt von „einer hohen Volatilität der Rohstoffpreise, starken Währungsschwankungen und politischen Unwägbarkeiten“.

 

Unterdessen hat Clariant Gespräche mit den Vertretern des US-amerikanischen Investmentvehikels White Tale aufgenommen, die die Fusion mit Huntsman verhindert hatten. Einer Aussendung zufolge ist Clariant bereit, White Tale „die bestehende Wachstumsstrategie zu präsentieren, die Pläne von White Tale anzuhören und angemessene konkrete nächste Schritte zu diskutieren. Dies beinhaltet auch den Wunsch von White Tale nach Sitzen im Verwaltungsrat“. Einigkeit bestehe über die Perspektiven des Schweizer Konzerns „als führendes Spezialchemieunternehmen zur langfristigen Wertsteigerung für alle Anteilseigner“. Geredet werde über dieses Thema nicht nur mit White Tale, sondern „mit allen Aktionären“.

 

October 30th

Diskussion um Fusion

AkzoNobel und Axalta wollen zusammengehen. Die Spezialchemikaliensparte des niederländischen Konzerns ist davon nicht betroffen.

 

Der niederländische Farben-, Beschichtungs- und Spezialchemikalienkonzern AkzoNobel und der US-amerikanische Beschichtungskonzern Axalta Coating Systems (Axalta) verhandeln über eine Fusion. Das bestätigten sie in separaten Aussendungen. Laut AkzoNobel ist der Spezialchemikalienbereich nicht Gegenstand der Gespräche. Er werde wie geplant im April 2018 abgespalten.

 

Axalta verlautete, die Transaktion werde nur erfolgen, wenn die Unternehmensführung die Meinung vertrete, dass dies im besten Interesse des Konzerns sei. Eine Garantie für das Zustandekommen gebe es nicht. AkzoNobel erwirtschaftete 2016 mit rund 46.000 Beschäftigen einen Jahresumsatz von 14,2 Milliarden Euro. Das EBITDA belief sich auf rund 2,1 Milliarden Euro. Axalta beziffert seinen Umsatz für 2016 mit rund 4,1 Milliarden US-Dollar (3,5 Milliarden Euro), das bereinigte EBITDA wird mit 907 Millionen US-Dollar (781 Millionen Euro) angegeben.

 

Im Frühjahr hatte AkzoNobel einen Übernahmeversuch durch den US-amerikanischen Chemiekonzern PPG abgewehrt. Gerüchten zufolge soll PPG durch den Finanzspekulanten Paul Singer und dessen Firma Elliott Advisors unterstützt worden sein. PPG wies derartige Vermutungen allerdings zurück.

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