BASF: „Coreshift“ soll Kerngeschäft stärken
Mit dem Programm will der deutsche Chemiekonzern seine zahlungswirksamen Fixkosten in den Bereichen Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care bis 2029 um rund 20 Prozent senken.

Der deutsche Chemiekonzern BASF hat ein Programm zur Stärkung seines Kerngeschäfts eingeleitet. Mit „Coreshift“ will er die zahlungswirksamen Fixkosten in den Bereichen Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care bis 2029 um rund 20 Prozent senken, hieß es in einer Aussendung. Ein Betrag wurde nicht genannt. Die vier Bereiche erbringen laut der BASF etwa 40 Milliarden Euro Umsatz. Dies entspricht rund 67 Prozent des Gesamtumsatzes von 2025, der sich auf 59,66 Milliarden Euro belief. Im „Handelsblatt“ konstatierte Vorstandschef Markus Kamieth, der Großteil der Einsparungen werde auf das Personal entfallen. In der Aussendung erläuterte er, mit „Coreshift“ beabsichtige die BASF, in ihren Kerngeschäften (Core Businesses) „höchste Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen und Synergien bestmöglich zu nutzen, um die Ertragskraft dieser Geschäfte zu steigern“. Die Personalkosten des Konzerns machten 2025 etwa 12,29 Milliarden Euro aus. Ihren aktuellen Personalstand beziffert die BASF mit etwa 108.000 Personen. Verantwortlich für die Umsetzung von „Coreshift“ ist Julia Raquet, die Leiterin des eigens geschaffenen „Core Transformation Office“. Die 1975 geborene Managerin verbrachte ihr gesamtes Berufsleben bei der BASF.
Überdies beabsichtigt die BASF, ihr Silikategeschäft sowie nicht näher bezeichnete „Vermögenswerte am Standort Düsseldorf/Holthausen“ an die US-amerikanische PQ zu verkaufen. Finanzielle Details zu der Transaktion nannte der Konzern nicht. Abgeschlossen werden soll diese nach Erhalt der nötigen Genehmigungen im zweiten Halbjahr 2026. Die PQ hat ihren Hauptsitz in Malvern, gelegen etwa 30 Kilometer westlich von Philadelphia, der Hauptstadt es Bundesstaats Pennsylvania. Sie erwirtschaftet nach eigenen Angaben mit 1.500 Beschäftigten mehr als 800 Millionen US-Dollar (690 Millionen Euro). Tätig ist sie in 15 Ländern, darunter Deutschland.
Wie berichtet, erwirtschaftete die BASF im ersten Quartal 2026 einen Gewinn von rund 946 Millionen Euro, um 12,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Jedoch sank der Umsatz um etwa 3,0 Prozent auf 16,02 Milliarden Euro. Das EBITDA erhöhte sich um 5,6 Prozent auf 2,19 Milliarden Euro, das EBIT um 8,8 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Der Free Cash Flow war mit minus 1,38 Milliarden Euro deutlich negativ. Laut dem Quartalsbericht belasteten Währungseffekte, „vor allem aus dem US-Dollar und dem chinesischen Renminbi, die Umsatzentwicklung aller Segmente. Die Preise sanken infolge von Wettbewerbsdruck in den Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Nutrition & Care sowie Agricultural Solutions“. Allerdings verzeichneten fast alle Segmente steigende Absätze. Eine Ausnahme bildete der Bereich Surface Technologies, wo indessen wegen höherer Edelmetallpreise gestiegene Absatzpreise verzeichnet wurden. Für das Gesamtjahr rechnet die BASF weiterhin mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro sowie einem Free Cashflow zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen würde somit im schlimmsten Fall um rund 6,0 Prozent und im besten Fall um 6,0 Prozent steigen.
