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May 15th, 2019

Arzneimittel: EU lockert Patentschutz

Generika und Biosimilars dürfen künftig schon sechs Monate vor Ablauf des ergänzenden Schutzzertifikats erzeugt werden, vor allem, wenn sie für den Export bestimmt sind.

 

Lockerungen beim Patentschutz für Arzneimittel beschloss der Rat der EU. Er segnete damit einen bereits im Februar geschlossenen Kompromiss mit dem Parlament und der Kommission formell ab. Dabei geht es um Änderungen bezüglich der Verordnung über das „ergänzende Schutzzertifikat für Arzneimittel“ (SPC). Das SPC gewährleistet eine Verlängerung des Patentschutzes um bis zu fünf Jahre, um die Frist zwischen der Patenterteilung und dem Beginn der Vermarktung des jeweiligen Medikaments auszugleichen. Bisher konnten Generika- und Biosimilars-Hersteller ihre Mittel erst nach Ablauf des jeweiligen SPC herstellen - auch dann, wenn die Medikamente nicht für den EU-internen Markt gedacht waren, sondern für den Export in Drittstaaten, in denen das Patent nicht galt. Dies wurde von den betroffenen Unternehmen als Wettbewerbsnachteil betrachtet. Sie malten in diesem Zusammenhang das Schreckgespenst des Endes der europäischen Generika- und Biosimilarsbranche an die Wand.

 

Künftig können Generika und Biosimilars bereits sechs Monate vor Ablauf des SPC erzeugt werden. Die Voraussetzung ist allerdings, dass sie entweder für den Export oder zur Lagerung für den späteren Verkauf in der EU bestimmt sind. Werden sie gelagert, dürfen sie erst nach Ablauf des SPC in der EU vermarktet werden. Die geplante Produktion ist den zuständigen Behörden und dem Patentinhaber drei Monate im Voraus bekannt zu geben. Nach derzeitigem Stand wird die geänderte Verordnung am 1. Juli in Kraft treten. Sie betrifft vorerst nur Originalmedikamente, die ab diesem Zeitpunkt auf den Markt kommen. Für bereits auf dem Markt befindliche Originalpräparate gilt eine drei Jahre lange Übergangszeit, in der die bisherige Regelung in Kraft bleibt.

 

Der rumänische Wirtschaftsminister Niculae Bădălău, der die Verhandlungen leitete, sagte, die neuen Bestimmungen ermöglichten den Generika- und Biosimilarsprodzenten in der EU, sich gegenüber der Konkurrenz aus Drittstaaten „unter gleichen Bedingungen“ zu messen. So entstünden hochwertige Arbeitsplätze. Außerdem verbessere sich die Verfügbarkeit einschlägiger Arzneien.

 

Laut Berechnungen der EU dürften Generika und Biosimilars ab 2020 rund 80 Prozent des Medikamentenvolumens in der Union ausmachen. Der Anteil am Wert aller in Verkehr gebrachten Arzneien soll bei 28 Prozent liegen.

VCI meldet Umsatzrückgang

Im ersten Quartal war der Umsatz der deutschen Chemie- und Pharmabranche um 3,8 Prozent niedriger als im ersten Quartal 2018. Auch die Aussichten für das Gesamtjahr sind nicht überragend.

 

Der Umsatz der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie belief sich im ersten Quartal 2019 auf rund 48,3 Milliarden Euro. Er war damit um etwa 3,8 Prozent niedriger als im ersten Quartal 2018, meldet der Branchenverband VCI in seinem aktuellen Konjunkturbericht. Die Produktion sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um sechs Prozent. Bei den Erzeugerpreisen war hingegen ein Plus von 1,6 Prozent zu verzeichnen. VCI-Präsident Hans Van Bylen sagte, sein Verband erwarte „weiterhin ein schwieriges Jahr für die Chemie“. Wie berichtet, geht der VCI von einem Produktionsrückgang um 3,5 Prozent aus. Der Branchenumsatz dürfte um etwa 2,5 Prozent auf 197,9 Milliarden Euro fallen.

 

Laut dem Bericht erwarten Ökonomen, dass die deutsche Wirtschaft heuer um weniger als ein Prozent wächst. Bei der Industrie gilt ein „leichter Produktionsrückgang“ als möglich. In der Folge ist mit einem Umsatzrückgang der Chemie- und Pharmabranche im deutschen Inlandsgeschäft zu rechnen. Das Auslandsgeschäft wiederum werde durch internationale Entwicklungen wie den Brexit sowie den Handelskonflikt der USA mit China und Europa getrübt: „Trump wird seine aggressive Handelspolitik fortsetzen und auch Europa und Deutschland ins Visier nehmen. Insgesamt bleibt die Verunsicherung bei den Marktakteuren groß.“

May 14th

Glyphosat: Bayer neuerlich verurteilt

Der Chemiekonzern erlitt im Zusammenhang mit dem umstrittenen Pflanzenschutzmittel die dritte rechtliche Niederlage in Folge.

 

Eine weitere Niederlage in der Prozessserie um das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat musste der deutsche Chemiekonzern Bayer hinnehmen. Der Superior Court des Bundesstaates Kalifornien für den Bezirk Alameda verurteilte Bayer in erster Instanz zur Zahlung von von rund zwei Milliarden US-Dollar an ein Ehepaar, das seine Erkrankung am Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) auf die Verwendung von Glyphosat zurückführt. Laut dem Gericht ist das Mittel krebserregend, wovor der von Bayer übernommene Hersteller Monsanto die Kunden nicht ausreichend warnte. Bayer weist diese Darstellung zurück und hat Berufung angekündigt.

 

In einer Aussendung übte der Konzern heftige Kritik an dem Urteil: Es sei nur ein „Bruchteil der insgesamt verfügbaren Studien“ berücksichtigt worden, und das verwendete Material habe „erhebliche Defizite“ aufgewiesen: „So wurde beispielsweise nicht danach unterschieden, welche anderen Pflanzenschutzmittel die Anwender verwendeten. Zudem waren die Ergebnisse nicht statistisch signifikant, bezogen nur eine sehr kleine Gruppe von Anwendern ein oder sind mit dem gesamten Spektrum wissenschaftlicher Erkenntnisse generell unvereinbar“. Dem gegenüber habe die US-Umweltbehörde EPA auf Basis von rund 800 Studien festgestellt, dass Glyphosat nicht krebserregend ist. Überdies habe das Gericht nicht berücksichtigt, dass das Ehepaar an etlichen Vorerkrankungen litt, „die bekanntermaßen erhebliche Risikofaktoren für eine Erkrankung am NHL darstellen“. Das Urteil des Superior Court sei daher enttäuschend.

 

Für den Konzern handelt sich bereits um derartige Schlappe in Folge. Weiters ist die Summe, um die es ging, diesmal erheblich höher als bei den beiden anderen Causen. Im August 2018 verhängte ein Gericht eine Strafe von 289 Millionen US-Dollar, verminderte diese aber letztlich auf 78 Millionen. Im März des heurigen Jahres wiederum wurde Bayer in einem zweiten Prozess zur Zahlung von 80 Millionen US-Dollar an den Kläger verurteilt. Insgesamt brachten angeblich Geschädigte im Zusammenhang mit Glyphosat bisher etwa 13.400 Klagen gegen Bayer ein.

 

 

May 13th

Monsanto-Bespitzelungsaktion: Bayer verspricht Aufklärung

Im Zusammenhang mit der Wiederzulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat erhoben zwei PR-Konzerne im Auftrag des US-Agrochemieriesen persönliche Daten von Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten

 

„Vollumfänglich unterstützen“ wird der deutsche Chemiekonzern Bayer die französische Staatsanwaltschaft bei der Aufklärung einer Bespitzelungsaktion des von Bayer übernommenen Agrochemieunternehmens Monsanto. Laut Berichten der Tageszeitung Le Monde und des Fernsehsenders France 2 erhoben und speicherten die weltweit tätigen PR-Konzerne Publicis (Frankreich) und Fleishman-Hillard (USA) im Jahr 2016 persönliche Daten von rund 200 Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten. Dies erfolgte im Zusammenhang mit den Bemühungen Monsantos um die Wiederzulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Die Betroffenen wurden unter anderem nach ihrem Standpunkt zu Glyphosat sowie nach ihrer Bedeutung eingeteilt. Den PR-Agenturen zufolge sollten sie entweder für die Position Monsantos gewonnen oder „marginialisiert“ werden. Recherchiert wurden auch private Telefonnummern und Hobbies der „Zielpersonen“.

 

Auf den Listen, die den beiden französischen Medien zugespielt wurden, findet sich unter anderem der Name der ehemaligen sozialdemokratischen Umweltministerin Ségolène Royal. Sie gilt als vehemente Gegnerin der Chemikalie und sollte laut Vorschlag von Fleishman-Hillard „isoliert“ werden.

 

Bayer betonte in einer Aussendung, derlei Praktiken entsprächen nicht der Art und Weise, wie der Konzern „den Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen und der Gesellschaft suchen würde. Wir bitten daher um Entschuldigung“. Die Zusammenarbeit mit den beiden PR-Konzernen werde „auf Eis“ gelegt, weitere Konsequenzen im Zusammemhang mit ihnen würden geprüft. Der Manager, der für die Aktion verantwortlich ist, hat laut Bayer „bereits kurz nach Abschluss der Übernahme von Monsanto das Unternehmen verlassen“. Eine Anwaltskanzlei werde die Angelegenheit untersuchen und den betroffenen Personen „Auskunft darüber geben, welche Informationen von ihnen gespeichert wurden“.

 

Ferner beauftragte Bayer seinen neuen Public Affairs-Manager Matthias Berninger mit der konzerninternen Aufklärung der Aktion. Berninger hat auch „das Verhalten der unterschiedlichen Beteiligten zu überprüfen“. Bayer fügte hinzu, zurzeit gebe es keinen Hinweis darauf, dass die Aktion rechtswidrig gewesen sei. Aber: „Bayer steht für Offenheit und einen fairen Umgang mit allen Interessengruppen. Wir tolerieren in unserem Unternehmen kein unethisches Verhalten. Dies gilt selbstverständlich auch für die Vorschriften zum Datenschutz in den jeweiligen Ländern.“

Agrana: Ergebnis sinkt wie angekündigt

Die Rückgänge bei den Preisen für Zucker, Ethanol sowie Isoglukose schlugen sich in der Jahresbilanz 2018/19 deutlich nieder.

 

Wie angekündigt schlugen sich der Verfall des Zuckerpreises und der Rückgang der Preise für Ethanol sowie Isoglukose im Jahresergebnis 2018/19 des Zucker- und Stärkekonzerns Agrana nieder. Der Jahresumsatz sank verglichen mit den Werten des Geschäftsjahres 2017/18 um 4,8 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro, das EBIT verringerte sich 65,1 Prozent auf 66,6 Millionen Euro. Das Konzernergebnis schließlich fiel um 78,7 Prozent auf 30,4 Millionen Euro.

 

Ausschließlich im größten Geschäftsbereich, Frucht, erhöhten sich sowohl der Umsatz als auch das EBIT. Der Umsatz wuchs um 1,5 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro, das EBIT um 2,1 Prozent auf 77,3 Millionen Euro. Ausschlaggebend dafür war das Geschäft mit Fruchtsaftkonzentraten.

Im Segment Stärke wuchs zwar der Umsatz um 1,4 Prozent auf 762,7 Millionen Euro. Das EBIT fiel indessen um 36,2 Prozent auf 51,2 Millionen Euro. Hier wirkte sich das niedrigere Preisniveau bei Ethanol und Isoglukose aus.

Das kleinste Segment, Zucker, schließlich verzeichnete einen Umsatzrückgang um 23,2 Prozent auf 501,2 Millionen Euro. Bezüglich des EBIT verzeichnete die Agrana in diesem Segment einen Verlust von 61,9 Millionen Euro, nachdem sie 2017/18 einen Gewinn von 34,8 Millionen Euro erwirtschaftet hatte.

 

Generaldirektor Johann Marihart konstatierte, mit dem Jahresergebnis 2018/19 könne die Agrana „zweifellos nicht zufrieden sein. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir jedoch wieder mit einem deutlich besseren Gesamtergebnis insbesondere durch einen EBIT-Anstieg im Segment Frucht. Einmal mehr bewährt sich gerade in der schwierigen Zuckermarktsituation unsere Strategie der Diversifizierung, mit der wir schwankende wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den verschiedenen Segmenten ausbalancieren können“.

 

 

May 10th

Evonik baut Polyamid-Geschäft um

Der deutsche Chemiekonzern Evonik ordnet sein Polyamid-Geschäft neu. Während man in den Ausbau der Produktionskapazität für Polyamid-12 investiert, werden Produktion und Vertrieb von Polyphthalamid eingestellt.

Hintergrund ist, dass sich das Unternehmen auf zukunftsträchtige Anwendungen wie Leichtbau, additive Fertigung oder Komposite fokussieren will, wie Ralf Düssel, der Leiter des Geschäftsgebiets High Performance Polymers, erklärte. Damit ziele man insbesondere auf die Märkte Automobil, Öl und Gas sowie Optik ab.

Derzeit investiert Evonik rund 400 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion von Polyamid-12. Im Chemiepark Marl (Nordrhein-Westfalen) entsteht dazu ein neuer Anlagenkomplex, der die Kapazitäten um mehr als 50 Prozent erhöhen soll und dessen Inbetriebnahme für das erste Halbjahr 2021 geplant ist. Schon für das erste Quartal 2010 ist, ebenfalls in Marl, die Fertigstellung der Erweiterung von Anlagen für transparente Polyamide angesetzt.

Aus der am Standort Witten (ebenfalls Nordrhein-Westfalen) angesiedelten Herstellung von Polyphthalamid zieht sich Evonik dafür zurück. Die bisher dort im Bereich Polymerproduktion und Compoundierung beschäftigten Mitarbeiter werden in Marl übernommen. Das Werk in Witten, an dem derzeit knapp 300 Menschen beschäftigt sind, bleibt im Konzernverbund aber ein großer Produktionsstandort von Rohstoffen für die Farben, Lack- und Klebstoffindustrie.

May 8th

Lenzing-Chef sieht „solide Entwicklung“

Zwar liegt der Quartalsgewinn um 14,5 Prozent unter jenem von 2018. Doch die Strategie stimmt, betont Vorstandsvorsitzender Stefan Doboczky.

Im Vergleich zum ersten Quartal 2018 verzeichnete der Faserkonzern Lenzing im ersten Quartal 2019 einen Gewinnrückgang um 14,5 Prozent auf 42,8 Millionen Euro. Das EBITDA sank um 9,5 Prozent auf 92,0 Millionen Euro, das EBIT um 17,4 Prozent auf 53,6 Millionen Euro. Dennoch sprach Vorstandschef Stefan Doboczky von einer „soliden Entwicklung“. Er verwies auf die Umsatzerlöse, die um 1,8 Prozent auf 560,0 Millionen Euro gestiegen sind. Somit bewähre sich die Konzernstrategie „Score Ten“, die auf die Stärkung des Spezialfasergeschäfts abzielt. Dessen Anteil an den Umsatzerlösen lag laut Angaben des Unternehmens bei 47,3 Prozent, verglichen mit 42,1 Prozent im ersten Halbjahr 2018. Vor allem mit dem „besseren Produktmix“ und positiven Währungseffekten hätten „die rückläufigen Preise bei der Standardviscose mehr als kompensiert werden“ - wenigstens bei den Umsatzerlösen.

 

Die Rückgänge beim EBITDA und beim EBIT wiederum sind laut Lenzing auf negative Währungseffekte zurückzuführen, „die die Material- und Personalkosten belasteten“. Der Materialaufwand stieg um 26,1 Millionen auf 334,7 Millionen Euro, der Personalaufand um 9,5 auf 100,5 Millionen Euro.

 

Im Plan sind laut Doboczky die Vorarbeiten für das neue Lyocellwerk in Prachinburi nahe Bangkok in Thailand sowie die Zellstofffabrik in Minas Gerais in Brasilien. Wieder im Vollbetrieb befindet sich das Lyocellwerk in Heiligenkreuz im Burgenland. Dort hatte ein Brand am 1. Februar einen mehrwöchigen Produktionsausfall verursacht. Der Schaden ist durch eine Versicherung gedeckt.

 

Für das Gesamtjahr 2019 erwartet der Lenzing-Vorstand „2019 in etwa auf dem Niveau von 2018“, also einen Umsatz um 2,17 Milliarden Euro und einen Gewinn um etwa 148,2 Millionen Euro.

 

Auf Vorstandschef Doboczky kommt unterdessen eine Zusatzaufgabe zu: Sollte nichts Unvorgesehenes geschehen, wird er am 14. Mai in den Aufsichtsrat der OMV gewählt.

Henkel: Durchwachsenes erstes Quartal

Einem Umsatzplus um 2,8 Prozent steht ein Gewinnrückgang um 1,6 Prozent gegenüber.

 

Der deutsche Chemiekonzern Henkel erzielte im ersten Quartal 2019 einen Gewinn von 539 Millionen Euro, um 1,6 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Das EBIT blieb mit rund 736 Millionen Euro (minus 0,4 Prozent) in etwa stabil. Den Umsatz beziffert Henkel mit rund 4,97 Milliarden Euro, was einem Plus von 2,8 Prozent entspricht. Im größten Geschäftsbereich, „Adhesive Technologies“ (im Wesentlichen Klebstoffe) wuchs der Umsatz um 1,7 Prozent auf 2,31 Milliarden Euro. Jedoch sank das EBIT um 2,0 Prozent auf 381 Millionen Euro. Laut Vorstandschef Hans Van Bylen kam das nicht unerwartet: Die weltweite Industrieproduktion habe sich „abgeschwächt“. Für das zweite Halbjahr sei allerdings eine „Verbesserung“ zu erwarten.

 

Der zweitgrößte Geschäftsbereich, „Laundry & Home Care“, also die Waschmittelsparte, verzeichnete ein Umsatzplus von 6,3 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro. Das EBIT wuchs um 10,8 Prozent auf 243 Millionen Euro. Als Gründe nannte Van Bylen „die Einführung von Innovationen und neuen Produkten“. Unter seinen Erwartungen blieb letztlich das Kosmetik- und Friseurgeschäft („Beauty Care“): Der Umsatz sank um 0,4 Prozent auf 960 Millionen Euro, das EBIT um 10,7 Prozent auf 136 Millionen Euro.

 

Van Bylen zufolge ist der Ausblick für das Gesamtjahr 2019 unverändert: Das „organische Umsatzwachstum“ werde zwischen zwei und vier Prozent liegen. Somit sollte sich der Jahresumsatz auf 20,29 bis 20,68 Milliarden Euro belaufen.

May 6th

Borealis: Gewinn sinkt um 17 Prozent

Niedrigere Polyolefinmargen und -preise sowie ein geplanter Produktionsstillstand in Borouge 3 drückten im 1. Quartal 2019 aufs Ergebnis.

 

 

Der Kunststoff- und Düngerkonzern Borealis erzielte im ersten Quartal 2019 einen Gewinn von 200 Millionen Euro, um 40 Millionen bzw. rund 16,7 Prozent weniger als im ersten Quartal 2018. Der Umsatz wuchs um 92 Millionen Euro bzw. 4,5 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro. Begründet werden die Resultate mit „den niedrigeren integrierten Polyolefinmargen in Europa“, niedrigeren Polyolefinverkaufspreisen in Asien sowie einem geplanten Produktionsstillstand im Petrochemiekomplex Borouge 3, der überholt und modernisiert wird.

 

Vorstandschef Alfred Stern zufolge „ist der Ausblick auf das verbleibende Jahr aufgrund des drohenden Wirtschaftsabschwungs sowie der gestiegenen geopolitischen Unsicherheit von Ungewissheit geprägt“. Ihm zufolge soll das zweite Quartal 2019 besser ausfallen als das erste, nicht zuletzt aufgrund des Polyolefingeschäfts und der Wiederaufnahme der Produktion in Borouge 3. „Unser Fokus im Jahr 2019 wird weiterhin darauf liegen, Spitzenleistungen in unseren bestehenden Geschäftsbereichen zu erbringen und unsere wichtigen globalen Wachstumsprojekte voranzutreiben“, schloss Stern.

 

Auf den nach wie vor schwelenden Rechtsstreit mit den finnischen Finanzbehörden ging er nicht ein. Verliert Borealis, stehen Steuernachzahlungen, Strafen und Zinsen von insgesamt rund 62 Millionen Euro ins Haus.

 

 

May 5th

Eva Maria Binder in den Vorstand der Erber AG berufen

Eva Maria Binder ist in den Vorstand der Erber AG berufen worden und wird in dieser Position für die weltweiten Forschungs-, Entwicklungs- und Innovations-Aktivitäten der Gruppe verantwortlich sein.

Binder studierte Technische Chemie an der TU Wien und promovierte auf dem Gebiet der Enzymreinigung und -charakterisierung. Berufsbegleitend absolvierte sie den postgradualen Lehrgang „Wissensmanagement“ an der Donau Universität Krems. 1996 übernahm sie strategische Forschung bei der Erber-Tochter Biomin, wo sie sich schwerpunktmäßig mit der Entwicklung von Futtermittelzusätzen und der Analytik unerwünschter Kontaminanten in Lebens- und Futtermitteln beschäftigte. 2003 stieg sie zum Chief Scientific Officer der Konzernunternehmen Biomin und Romer Labs auf – eine Position, in der sie die Einführung von F&E Prozessmanagement-Tools und Qualitätssicherungsmaßnahmen verantwortete. 2011 wurde sie Vice President Forschung & Entwicklung bei der Erber AG, seit 2018 ist sie darüber hinaus Managing Director von Erber Future Business, dem Inkubator der Unternehmensgruppe.

In ihrer neuen Funktion wird Binder für die Koordination der weltweiten F&E-Aktivitäten sowie für das Management von geistigem Eigentum der gesamten Erber Group verantwortlich sein. Darüber hinaus fungiert sie als „Head of the Scientific Committee” des World Nutrition Forums und ist stellvertretende Vorsitzende des Senats der Christian Doppler Gesellschaft.

 

 

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