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Dezember 11th, 2019

Sanochemia: Frantsits verlässt Aufsichtsrat

Der Gründer der insolventen Wiener Pharmafirma scheidet „aus gesundheitlichen Gründen“ aus deren Führung aus.

 

„Aus gesundheitlichen Gründen“ legte Werner Frantsits sein Aufsichtsratsmandat in der Wiener Pharmafirma Sanochemia am 11. Dezember zurück. Das verlautete die Sanochemia, die am 9. Dezember angekündigt hatte, in den nächsten Tagen einen Insolvenzantrag beim Handelsgericht Wien zu stellen. Dem Unternehmen zufolge wird „vorerst“ kein Nachfolger bestellt.

 

Frantsits, promovierter Biochemiker und Molekularbiologe, hatte die Sanochemia im November 1990 gegründet und war bis 2009 Mitglied ihres Aufsichtsrats. Von August 2009 bis März 2016 hatte er den Vorstandsvorsitz inne, um anschließend erneut in den Aufsichtsrat zu wechseln, dem bis Anfang September 2018 seine Frau Eveline präsidierte. Ihr folgte Sabine Kirchmayr-Schliesselberger. Sie wurde im Oktober 2019 von Jürgen Feuerstein abgelöst, der erst seit März des heurigen Jahres Mitglied des Sanochemia-Aufsichtsrats ist.

 

Dezember 10th

Dritter ERC-Grant für IMBA-Forscher Stefan Ameres

Als „ERC-Hattrick“ bezeichnet eine Aussendung des IMBA das, was dem am Vienna Biocenter tätigen Molekularbiologen Stefan Ameres gelungen ist: Bereits zum dritten Mal wird er mit einem der renommierten ERC Grants gefördert.

Bereits zum dritten Mal bekam der am Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (IMBA) in Wien forschende Biologe Stefan Ameres eine Förderung des European Research Council (ERC) zuerkannt. Ameres beschäftigt sich mit Mechanismen der Genstillegung durch RNA („RNA Silencing“), also mit Genregulationsprozessen, bei denen kurze RNA-Sequenzen (z.B. microRNA) die Aktivität von Genen beeinflussen. Besonders ist Ameres‘ Forschungsteam daran interessiert, wie durch eine Vielzahl an chemischen Modifikationen (in ihrer Gesamtheit als „Epitranskriptom“ bezeichnet) die Funktion von RNA-Molekülen beeinflusst wird – Mechanismen, die heute noch weitgehend unverstanden sind.

2017 gelang Ameres die Entwicklung einer Technologie namens „SLAMseq“, mit der es möglich ist, die Synthese und Degradation von RNA in einer Zelle mit hoher zeitlicher Auflösung zu verfolgen. Diese Methodik hat auch über das engere Forschungsgebiet von Ameres hinaus hohes Potenzial: Sie erlaubt es beispielsweise zu untersuchen, wie Zellen sich unter dem Einfluss von chemischen Verbindungen verhalten und eröffnet so neue Möglichkeiten für das Screening von Arzneimittelwirkstoffen. Auch können Gene ausfindig gemacht werden, deren Veränderung zur Entstehung von Krebszellen führt, was neue Ansatzpunkte für die Krebstherapie liefern könnte.

 

Was tun mit zwei Millionen Euro?

Zum weiteren Aufbau seiner Forschungsgruppe erhielt Ameres nun einen ERC Consolidator Grant zugesprochen. Mit der mit zwei Millionen Euro dotierten Förderung will Ameres seine Forschung zu den grundlegenden Mechanismen der Genexpression ausweiten: „Wir wollen mit unserer Forschung ein breites Spektrum biologischer Prozesse untersuchen, die mit der Entstehung von menschlichen Krankheiten und der Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze einhergehen.“ Nach einem Starting Grant 2013 und einem Proof-of-Concept Grant 2018 ist der nun vergebene Consolidator Grant bereits die dritte Förderung durch den ERC, die Ameres erhält.

Arzneimittelknappheit: ÖGB und AK wollen Aut-idem-Lösung

Im Fall von Engpässen soll es auch kurzfristige Exportverbote geben, hieß es am 10. Dezember bei einer Pressekonferenz in Wien.

 

Wo Lieferengpässe bei Arzneimitteln auftreten, muss es den Apothekern erlaubt sein, wirkstoffgleiche Präparate einer anderen Marke oder eines anderen Herstellers abzugeben. Eine solche „Aut-idem-Lösung“ forderte Andreas Huss, der Arbeitnehmerobmann in der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), heute am Rande einer Pressekonferenz des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) in Wien. Den Parallelhandel generell zu verbieten, der als eine der Ursachen von Medikamentenknappheiten gilt, werde EU-rechtlich nicht möglich sein, sagte Huss auf Anfrage des Chemiereports. Sehr wohl zulässig seien aber kurzfristige Exportverbote, „und dieses Mittel sollten wir auch nutzen“.

Christoph Klein, der Direktor der Wiener Arbeiterkammer und der Bundesarbeitskammer, ergänzte, er hoffe, der per 1. Jänner tätige Dachverband der Sozialversicherungsträger werde versuchen, die Kostenentwicklung bei den Medikamenten nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. „Natürlich habe ich keine Kristallkugel und weiß nicht, wie der Dachverband agieren wird“, beschied Klein. Er war im Hauptverband der Sozialversicherungsträger (HV) jahrelang für die Preisverhandlungen mit der Pharmaindustrie zuständig gewesen.

 

Vor kurzem hatte der Pharmaindustrieverband Pharmig Entwarnung hinsichtlich der zu erwartenden Preissteigerungen im extramuralen Bereich gegeben. Dort, also bei der Abgabe von Arzneimitteln außerhalb der Krankenhäuser, sei bei erstattungsfähigen Medikamenten bis 2023 mit einem jährlichen Preisanstieg von nicht mehr als 1,5 Prozent zu rechnen. Zur Kostenentwicklung im intralmuralen Bereich legte die Pharmig keine Zahlen vor. Dieser Bereich umfasst etwa ein Drittel des Gesamtmarktes für Arzneimittel.

 

Grundsätzlich hätten der ÖGB und die AK ihre Zweifel, was den Umbau des Sozialversicherungssystems angeht, wiederholten Klein, Huss und ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann unisono. Die Arbeitgeber zahlten lediglich 21 Prozent der Beiträge, hätten künftig aber in der ÖGK dasselbe Stimmgewicht wie die Arbeitnehmer. Im Dachverband verfügten die Arbeitgeber sogar über eine Mehrheit von 6 : 4 Stimmen. „Rund 160.000 Arbeitgeber haben damit denselben Einfluss wie die Vertreter der 7,2 Millionen Arbeitnehmer. Sie können also jeden Fortschritt in der Sozialversicherung blockieren“, kritisierte Klein. Huss ergänzte, im Überleitungsgremium zur ÖGK seien bisher 63 Entscheidungen getroffen worden. In 25 Fällen davon seien die „Dienstgeber über die Dienstnehmer drübergefahren“. Anträge der Arbeitnehmer auf die vom seinerzeitigen Bundeskanzler Sebastian Kurz ja versprochene österreichweite Harmonisierung der Versicherungsleistungen seien abgelehnt worden. Aufträge an externe Berater sowie Werbeagenturen hätten die Arbeitgebervertreter dagegen flott abgesegnet.

 

Die ÖGB- und AKH-Vertreter hoffen nun, dass der Verfassungsgerichtshof die Kassenreform in seiner Dezembersitzung kippt. Auch in diesem Fall sei jedoch nicht vor Juli kommenden Jahres mit einer Änderung der Gesetzeslage zu rechnen.

Dezember 9th

Sanochemia stellt Insolvenzantrag

Ende Oktober hatte das Wiener Pharmaunternehmen eine Gewinnwarnung ausgegeben. Eine „Liquiditätslücke“ riss es nun in die Pleite.

 

Die Wiener Pharmafirma Sanochemia ist zahlungsunfähig. In den kommenden Tagen wird der Vorstand beim Handelsgericht Wien die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragen, hieß es in einer Ad-hoc-Meldung. Als Gründe für ihre Pleite nannte die Sanochemia die „Einschränkung des GMP-Zertifikates sowie umfangreiche wirtschaftliche Belastungen, die aus der Vergangenheit der Gesellschaft resultieren“. Dadurch sei eine „Liquiditätslücke“ entstanden, die durch die Erträge aus dem laufenden Geschäft nicht gedeckt werden könne. Außerdem habe sich kein neuer Investor gefunden, um das Unternehmen aufzufangen. Ferner sei es dem Vorstand nicht gelungen, sich mit den größten Gläubigern auf einen Sanierungsplan zu einigen. Somit gebe es „keine Alternative zu einem gerichtlichen Insolvenzverfahren“. Angestrebt werde eine „Planinsolvenz“.

 

Aus heiterem Himmel kommt die Pleite nicht. Ende Oktober hatte die Sanochemia eine Gewinnwarnung ausgegeben. In dieser stellte sie fest, sie werde im laufenden Geschäftsjahr 2018/2019 neuerlich Verluste schreiben. Deren Höhe wollte der Vorstand bei der geplanten Veröffentlichung der Jahresbilanz am 23. Jänner 2020 bekannt geben. Schon im Geschäftsjahr 2016/17 verzeichnete die Sanochemia einen Verlust von 252.000 Euro, im Geschäftsjahr 2017/18 belief sich der Jahresverlust auf 13,3 Millionen Euro. Auch das ersten Halbjahr 2018/19 schloss die Saonochemia mit einem Minus ab. Dieses betrug rund 3,1 Millionen Euro, verglichen mit einem Gewinn von 93.000 Euro im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017/18.

 

Gegenmaßnahmen wie der Ende Oktober angekündigte Verkauf der Veterinärsparte an die belgische Inovet konnten die nunmehrige Insolvenz offenbar nicht verhindern.

 

 

Dezember 6th

Wacker: Sonne versengt Jahresbilanz

Der Münchner Konzern muss bei seinen Fabriken zur Produktion von Polysilizium für die Solarindustrie außerordentliche Abschreibungen von rund 750 Millionen Euro tätigen.

 

Einen Verlust von rund 750 Millionen Euro erwartet die Münchner Wacker-Chemie für das zu Ende gehende Geschäftsjahr. Nicht berücksichtigt sind dabei Sondererträge von etwa 112,5 Millionen Euro aus Versicherungsleistungen, die Wacker im dritten Quartal 2019 verbuchte. Der Grund für den voraussichtlichen Jahresverlust ist eine außerplanmäßige Abschreibung von ebenfalls rund 750 Millionen Euro. Sie betrifft die Fabriken, in denen der Konzern polykristallines Reinstsilizium für die Solarindustrie herstellt. In einer Aussendung hieß es, „chinesische Hersteller“ hätten hohe Überkapazitäten zur Erzeugung von Polysilizium aufgebaut. Das verhindere eine „Erholung der Preise“. Der Aussendung zufolge verringert die außertourliche Abschreibung „nicht nur den Wert der Sachanlagen in der Konzernbilanz, sondern auch das EBIT des Konzerns und des Geschäftsbereichs Wacker Polysilicon“. Auf den Chashflow wirkt sie sich dagegen nicht aus.

 

Wacker-Finanzvorstand Tobias Ohler verlautete, der Ausbau der Solaranlagen in China bleibe „hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück“. Gleichzeitig subventioniere die Volksrepublik den Bau von Fabriken für Polysilizium und stelle den Betreibern auch Strom aus Kohlekraftwerken „zu extrem günstigen Preisen zur Verfügung“. Daher habe der Münchner Konzern auch seine Perspektiven für das Geschäftsjahr 2020 „entsprechend angepasst“. Details dazu nannte Ohler nicht.

 

Im Geschäftsjahr 2018 belief sich das Jahresergebnis von Wacker auf 260,1 Millionen Euro, das EBIT lag bei 396,6 Millionen. Seinen Umsatz bezifferte der Konzern mit rund 4,98 Milliarden Euro.

Dezember 5th

Umsatzminus von fünf Prozent für deutsche Chemie- und Pharmaindustrie

Auch die Aussichten für 2020 sind nicht besonders rosig, berichtet der Branchenverband VCI. Er kritisiert die langen Genehmigungsverfahren für Industrieanlagen sowie die Höhe der unternehmensbezogenen Steuern.

 

Ein Rekordjahr dürfte 2019 für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie eher nicht gewesen sein. Laut der vorläufigen Bilanz des Branchenverbandes VCI sank der Umsatz im Vergleich zu 2018 um rund fünf Prozent auf 193 Milliarden Euro. Die Produktion verringerte sich um 7,5 Prozent, was laut VCI allerdings „einem statistischen Sondereffekt in der Pharmasparte (-16,5 Prozent)“ anzulasten war. In der Chemiesparte allein sei die Produktion um rund 2,5 Prozent gefallen. Auch die Aussichten für 2020 sind nicht eben rosig, berichtete VCI-Präsident Hans van Bylen: „Zurzeit erwarten unsere Unternehmen auch für die kommenden Monate keine Verbesserung ihrer Geschäfte. Die geringe wirtschaftliche Dynamik wird sich noch weit ins kommende Jahr ziehen. Auch von den Auslandsmärkten dürften keine starken Impulse für eine Trendwende der Chemiekonjunktur kommen.“ Daher werde die Produktion der Chemie- und Pharmaindustrie verglichen mit heuer um insgesamt nur 0,5 Prozent zulegen. Was den Umsatz betrifft, rechnet Van Bylen „bei stagnierenden Preisen“ ebenfalls mit einem Plus um 0,5 Prozent auf 194 Milliarden Euro.

 

Kritik übte Van Bylen an der angeblich steigenden Dauer der Genehmigungsverfahren für Industrieanlagen. Diese habe sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt, konstatierte er unter Hinweis auf eine Umfrage des BDI: „Dieser Trend muss gestoppt und umgekehrt werden, um die Attraktivität von Deutschland als Industriestandort im internationalen Wettbewerb zu stärken.“ Einmal mehr plädierte Van Bylen für einen „Bürokratieabbau“ sowie für eine Senkung der unternehmensbezogenen Steuern: „Weniger Steuerlast der Unternehmen bringt am Ende mehr für alle. Mehr Investitionen, mehr Innovationen, mehr Beschäftigung und damit ein insgesamt höheres Steueraufkommen.“

 

Da Van Bylen mit Jahresende die Führung des deutschen Chemiekonzerns Henkel verlässt, kann er auch seine Funktion als VCI-Präsident nicht mehr ausüben. Er legt diese daher Ende März 2020 zurück. Als Nachfolger bewirbt sich Christian Kullmann, seines Zeichens Vizepräsident des VCI und Vorstandsvorsitzender von Evonik Industries.

November 18th

Wiener Forscher verdoppeln Weltrekord der Thermoelektrizität

Im CD-Labor für Thermoelektrizität an der TU Wien konnte der bisherige Weltrekord für die effiziente Erzeugung von elektrischem Strom aus Wärme geradezu verdoppelt werden.

Thermoelektrische Materialien nutzen den sogenannten Seebeck-Effekt: In einem Stromkreis aus zwei verschiedenen elektrischen Leitern entsteht bei einer Temperaturdifferenz an der Kontaktstelle eine elektrische Spannung. Der Wirkungsgrad der Nutzung dieses Phänomens hängt von einer Größe ab, die man ZT-Wert nennt und aus dem Seebeck-Koeffizienten, der elektrischen Leitfähigkeit, der Wärmeleitfähigkeit und der Temperatur berechnet wird. Die besten bisher bekannten Thermoelektrika kommen auf ZT-Werte von etwa 2,5 bis 2,8. Will man sie weiter steigern, steht man vor einer werkstofftechnischen Herausforderung: elektrischer Strom soll möglichst gut, Wärme möglichst schlecht transportierte werden – die beiden Leitfähigkeit sind aber eng aneinander gekoppelt und daher schwierig in unterschiedliche Richtungen zu treiben.

Dem Forschungsteam um Ernst Bauer am CD-Labor für Thermoelektrizität an der TU Wien ist das gelungen, indem eine Legierung aus Eisen, Wolfram, Vanadium und Aluminium als dünne Schicht auf Silicium aufgebracht wurde. Dadurch änderte sich die Struktur dieses ansonsten streng regelmäßig angeordneten Materials und eine zufällige Anordnung der verschiedenen Atomsorten auf ein kubisch-raumzentriertes Kristallgitter entsteht. In einer solchen Schicht kann elektrische Ladung über sogenannte Weyl-Fermionen ungestörter transportiert werden, während Gitterschwingungen, die die Wärme in einem solchen Gitter weiterleiten, gehindert werden. Auf diese Weise erzielte Bauers Gruppe ZT-Werte zwischen 5 und 6.

 

Anwendungen im Internet der Dinge

Als Anwendung haben die TU-Wissenschaftler die Stromversorgung von Sensoren und anderen kleinen elektronischen Bausteinen vor Augen, wie sie im „Internet of Things“ benötigt werden, um unterschiedlichste Komponenten miteinander zu vernetzen. Je mehr Sensoren etwa in einer Produktionsanlage miteinander verknüpft werden müssen, desto attraktiver wird es, für deren Stromversorgung, die Abwärme der Maschinen zu nutzen.

Die Publikation „Thermoelectric performance of a metastable thin-film Heusler alloy“ ist ein der Zeitschrift Nature erschienen

 

 

November 15th

Ebola-Impfstoff zugelassen

Der Impfstoff V920 des Arzneimittelherstellers MSD ist das erste in Europa zugelassene Ebola-Vakzin.

Erstmals wurde in der Europäischen Union ein Impfstoff gegen das Zaire-Ebola-Virus zugelassen. V920 wurde zunächst von Wissenschaftlern des National Microbiology Laboratory der staatlichen Gesundheitsbehörde in Kanada entwickelt und anschließend einer Tochtergesellschaft der New Link Genetics Corporation unterlizenziert. Es handelt sich um ein Vakzin auf Basis eines rekombinanten Vesikulären Stomatitis-Virus (VSV), in dessen Genom ein Gen eingefügt wurde, das für ein Glykoprotein des Zaire-Ebola-Virus codiert. Als 2014 der Ebola-Ausbruch in Westafrika seinen Höhepunkt erreichte, erwarb MSD eine Lizenz für V920. Der Impfstoff ist nach der entsprechenden Entscheidung einer Ethik-Kommission bereits seit August 2018 anlässlich eines erneuten Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo im Einsatz. Im Oktober hatte der Ausschuss für Arzneimittel (CHMP) der europäischen Arzneimittelagentur EMA die Marktzulassung unter Auflagen empfohlen. Dieser Entscheidung ist die EU-Kommission nun gefolgt. Der Impfstoff soll im kommenden Jahr unter dem Namen „Ervebo“ auf den Markt kommen.

 

 

November 6th

Clusterland Award für Textil-Recycling-Projekt

Das Textil-Recycling-Projekt „Tex2Mat“ konnte den diesjährigen Clusterland Award für sich entscheiden.

Nach einem neuen Modus wurde am 5. November zum achten Mal der Clusterland Award für überbetriebliche Kooperationen in Niederösterreich vergeben. Elf Projekte stellten sich in dreiminütigen Kurzpräsentationen dem Publikum vor, das – ausgestattet mit „Voting Pads“ – selbst das Siegerprojekt kürte.

Am meisten Zustimmung erhielt dabei das vom Kunststoff-Cluster gemanagte Projekt „Tex2Mat“ (aus Textilien soll wieder Rohmaterial werden), bei dem mehrere Unternehmen aus dem Textil- und Kunststoffbereich gemeinsam mit Forschungspartnern daran arbeiten, Alttextilien stofflich zu trennen und wiederzuverwerten. Einer der Knackpunkte war dabei, dass häufig Gemische aus Natur- und Kunststofffasern (z.B. Baumwolle und Polyester) vorliegen. Im Zuge des Projekts wurde ein enzymatisches Verfahren entwickelt, mit dem Cellulosefasern in Glucose-Einheiten gespalten und als Zuckerlösung abgetrennt werden können. Die verbleibenden Polyester können nach entsprechender Aufbereitung wieder zu Fasern versponnen oder im Spritzguss verwendet werden.

Andere der im Rahmen der Präsentationen vorgestellten Projekte beschäftigten sich mit 3D-Druck, Digitalen Gebäudemodellen, Techniken des Bierbrauens, Gensequenzierung zur Testung der Lebensmittelechtheit, mit der Vorbeugung von Spätfrostschäden im Obst- und Weinbau, der Anwendung von Virtual und Augmented Reality, dem Schallschutz im Holzbau, der Vermeidung von Lebensmittelabfällen, der Unternehmenspositionierung im digitalen Zeitalter sowie dem „Vertical Gardening“.

Hinter dem Clusterland Award stehen der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur ecoplus, die im Auftrag des Landes Träger der niederösterreichischen Cluster ist, und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, die von Anfang an als Generalsponsor fungierte.

 

 

October 25th

Großes Ehrenzeichen für Rumler

Der Vizepräsident des Pharmaindustrieverbands Pharmig wurde für seine Verdienste um die Republik Österreich geehrt.

 

Pharmig-Vizepräsident Robin Rumler erhielt am 24. Oktober von Wirtschaftsministerin Elisabeth Udolf-Strobl das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Er ist seit 1992 in der Pharmaindustrie tätig und seit 2009 Geschäftsführer der Pfizer Corporation Austria GesmbH. Von 2010 bis 2016 war er Präsident der Pharmig. In diese Zeit fiel unter anderem die Gründung des Gremiums Gesundheitsziele. In dessen Rahmen förderten die Pharmaindustrie und die Sozialversicherungsträger bisher 92 Modellprojekte in den Bereichen Kindergesundheit und Prävention mit insgesamt 12,5 Millionen Euro. Seit 2016 ist Rumler Vizepräsident der Pharmig und Präsident der Pharmig-Academy.

 

Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog kommentierte die Verleihung des Ehrenzeichens so: „Robin Rumler ist ein herausragender Vertreter unserer Branche. Er setzt sich seit vielen Jahren mit größtem Engagement dafür ein, dass Gesundheit und Patientenorientierung keine leeren Worthülsen sind. Sein Motto, dass wir alle die Chance haben sollten, 100 Jahre alt zu werden, und zwar in bester Gesundheit, ist Ansporn für uns alle in der pharmazeutischen Industrie, unser Bestes dafür zu geben. Robin Rumler ist bekannt dafür, dass er stets das Verbindende vor das Trennende stellt und so eine gute Gesprächsbasis zwischen allen Akteuren im Gesundheitswesen schafft. Dafür wird er von uns allen sehr geschätzt.“

 

Seitens Pfizer Austria hieß es, unter der Geschäftsführung Rumlers habe das Unternehmen 20 neue Medikamente für Patienten in Österreich verfügbar gemacht und zahlreiche klinische Studien durchgeführt. Der Mitarbeiterstand habe sich auf 500 Personen in etwa verdoppelt, nicht zuletzt durch die Übernahme von Wyeth im Jahr 2009. Außerdem habe sich Rumler für eine „nachhaltige Gesundheitsversorgung in Österreich“ engagiert. Zu seinen größten Erfolgen gehöre die zweimalige Verlängerung des Rahmen-Pharmavertrages. 

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