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March 27th, 2020

Auch OMV verschiebt Hauptversammlung

Der Öl- und Gaskonzern bezeichnet das als „Beitrag, um der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus entgegenzuwirken“

 

Auch die OMV verschiebt wegen der Corona-Pandemie ihre Hauptversammlung. Diese findet am 29. September statt, bisher war sie für 19. Mai geplant gewesen. In einer Aussendung hieß es, „aufgrund der aktuell geltenden Sondervorschriften und behördlichen Anordnungen ist die professionelle Organisation und Abhaltung einer Hauptversammlung in absehbarer Zukunft nicht möglich“. Mit der Verschiebung leiste die OMV „einen Beitrag, um der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus entgegenzuwirken und gleichzeitig den Schutz ihrer Eigentümer und Stakeholder sicherzustellen“.

 

In der Aussendung ersuchte die OMV die Aktionäre um Verständnis für die verspätete Auszahlung der Dividende. Deren Höhe muss bekanntlich von der HV beschlossen werden. Trotz eines um drei Prozent auf 3,54 Milliarden Euro gesunkenen operativen Ergebnisses vor Sondereffekten plant der Vorstand, die Dividende gegenüber jener für 2018 um 14 Prozent auf 2,00 Euro je Aktie zu erhöhen. Der freie Cashflow nach Dividenden würde dadurch auf -1,44 Millarden Euro sinken. Den freien Cashflow vor Dividenden beziffert die OMV mit -583 Millionen Euro.

 

 

March 26th

Corona stoppt Hannover Messe

Die Industriemesse wurde infolge der Pandemie abgesagt und findet erst wieder im April 2021 statt. Schon bald soll es aber eine Informations- und Netzwerkplattform zu der Veranstaltung geben.

 

 

Wegen der Corona-Pandemie sowie einer Untersagungsverfügung der Region Hannover findet die Hannover Messe heuer nicht statt, meldete der Vorstandschef der Deutschen Messe AG, Jochen Köckler, am 26. März. Ihm zufolge ist dies die erste Absage in der 73-jährigen Geschichte der Veranstaltung. Zum nächsten Mal ausgerichtet wird diese vom 12. bis 16. April kommenden Jahres. Köckler versicherte, die Aussteller und Partner sowie das gesamte Team hätte für die Durchführung der Messe im heurigen Jahr „gekämpft. Heute müssen wir aber einsehen, dass die Ausrichtung der weltweit wichtigsten Industriemesse in diesem Jahr nicht möglich sein wird“.

 

Allerdings arbeite sein Team an einer Informations- und Netzwerkplattform der Hannover Messe, die bereits bald zur Verfügung stehen werde. Aussteller und Besucher könnten sich über die aktuellen wirtschaftspolitischen Entwicklungen austauschen. Ferner würden Live-Streams mit interaktiven Experteninterviews, Podiumsdiskussionen und Best-Case-Präsentationen angeboten. Überdies werde die digitale Aussteller- und Produktsuche erweitert: „Unter anderem können Besucher und Aussteller direkt in Kontakt treten.“

 

 

 

March 25th

Corona-Bekämpfung „erst am Beginn“

Der Chef des deutschen Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, warnt vor übertriebenem Optimismus. Einen „massiven Lock-down“ wie in China hält er zumindest vorerst für nicht erforderlich.

 

„Wir haben gerade erst begonnen, Corona zu bekämpfen.“ Das betonte der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, bei einem Online-Pressebriefing am 25. März. Wann es zu einer Lockerung der in Deutschland geltenden Einschränkungen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben kommen könne, lasse sich daher nicht sagen. Es gelte, die Wirkung der bestehenden Maßnahmen abzuwarten. Notwendig ist laut Wieler, Personen gezielt zu testen, vulnerable Menschengruppen zu schützen und die Kapazitäten im Gesundheitssystem zu erhöhen. Dies betreffe sowohl die Testkapazitäten als auch die Behandlungskapazitäten. Alle Menschen könnten zur Bekämpfung der Pandemie betragen, „indem man Abstand hält und zuhaus bleibt, wenn man krank ist“.

 

Gefragt, ob er Maßnahmen wie in China für notwendig halte, konstatierte Wieler: „In China gab es einen massiven Lock-down mit großen sozialen Verwerfungen. Ich möchte die Lage dort nicht mit der in Deutschland vergleichen.“ Zu Gerüchten, dass in Italien infizierte Personen von ihren Familien getrennt und unter Quarantäne gestellt werden sollen, sagte Wieler: „Ich weiß nicht, ob das in Italien so kommen soll.“ Grundsätzlich sei es auch im Familienverband möglich, den Sicherheitsabstand von 1,5 bis zwei Metern einzuhalten.

 

Jedenfalls aber handle es sich bei Corona um eine „Epidemie sehr großen Ausmaßes. Niemand kann darauf optimal vorbereitet sein“.

 

Zu der auch seitens der österreichischen Bundesregierung ventilierten Überlegung, Schnelltests einzusetzen, äußerte sich Wieler zurückhaltend: „Im Moment ist die Qualität dieser Tests meiner Ansicht nach noch nicht ausreichend.“ Es sei ohne Zweifel notwendig, die Zahl der Tests zu erhöhen. Doch „das Schlimmste“ wäre es Wieler zufolge, qualitativ schlechte Tests zu verwenden und dadurch ein falsches Bild der Situation zu erhalten. In Deutschland würden schon demnächst repräsentative Stichproben der Bevölkerung auf Corona getestet. Das werde die Einschätzung der Lage verbessern.

 

Nach Angaben des RKI waren in Deutschland mit Stand vom Morgen des 25. März 31.545 Personen am Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankt. Dies entspricht gegenüber dem 24. März einer Steigerung um 4.118 Fälle.

 

March 24th

„Bestellen Sie keine Eintrittskarten“

Weitere Chemie- und Pharmakonzerne verschieben wegen der Corona-Pandemie ihre Hauptversammlungen oder halten diese mittels Videokonferenzprogrammen ab. Aktionärsvertreter sind darüber nicht uneingeschränkt erfreut. 

 

Angesichts der Corona-Pandemie haben weitere Chemie- und Pharmakonzerne angekündigt, ihre Hauptversammlungen zu verschieben. Der Vorstand des Spezialchemieunternehmens Lanxess fasste seinen diesbezüglichen Beschluss am 23. März. Statt am 13. Mai findet seine HV zu einem „späteren Zeitpunkt“ statt, der noch festgelegt werden muss. Die Münchner Wacker Chemie hat ihre für den 20. Mai 2020 geplante HV auf den 4. August verschoben.

 

Unterdessen fordert der Dachverband der Kritischen Aktionäre, die Hauptversammlungen nach Möglichkeit zu verschieben, anstatt sie mittels Video- bzw. Telekonferenzprogrammen quasi „virtuell“ abzuhalten. Die Frist, innerhalb derer eine HV stattfinden muss, soll laut der geplanten Novelle des deutschen Aktiengesetzes von acht auf zwölf Monate nach Abschluss des Geschäftsjahres verlängert werden. Dies begrüßt der Verband. Hingegen wehrt er sich vehement gegen eine Bestimmung, der zufolge Unternehmensvorstände in Zukunft „nach freiem Ermessen“ darüber entscheiden können, welche Fragen sie wie beantworten. Barbara Happe, Vorstandsmitglied im Dachverband, konstatierte, das Fragerecht der Aktionäre dürfe „nicht durch den Vorstand willkürlich begrenzt werden. Es muss weiterhin gelten, dass alle Fragen sachgerecht beantwortet werden. Ansonsten ist keine umfassende Beurteilung der Geschäftstätigkeit eines Konzerns möglich, was die Basis für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat ist“.

 

Planmäßig am 28. April veranstaltet dagegen der Schweizer Pharma- und Spezialchemiekonzern Lonza seine HV bzw. Generalversammlung. Sie erfolgt allerdings „ausschließlich durch Stimmabgabe mittels dem unabhängigen Stimmrechtsvertreter und ohne physische Anwesenheit der Aktionäre“. In einem Schreiben an die Aktionäre betonte Albert M. Baehny, der Präsident des Verwaltungsrates von Lonza, durch die Vollmachtserteilung an den unabhängigen Stimmrechtsvertreter „sind Ihre Stimmrechte vollumfänglich gewährleistet, ohne dass Sie physisch an der Generalversammlung teilnehmen müssen. Bitte bestellen Sie keine Eintrittskarten“. Als unabhängiger Stimmrechtsvertreter soll die Basler Anwaltskanzlei ThomannFischer, Anwälte und Notare bestellt werden.

 

 

 

Labor-Logistikketten in Zeiten von Corona

Die einen Labors arbeiten auf Hochtouren, die anderen schließen. Anbieter und Händler von Labor-Equipment und persönlicher Schutzausrüstung haben sich auf diese ungewöhnliche Situation eingestellt, wie ein Rundruf des Chemiereport ergab.

Die Aufgaben vieler Labors werden, vor allem wenn sie im Bereich der Life Sciences tätig sind, auch in Zeiten wie diesen nicht weniger. Aber kann sich ein Labor angesichts des eingeschränkten Betriebs vieler Wirtschaftszweige derzeit ausreichend mit benötigten Reagenzien und Equipment versorgen?

Ein Rundruf bei österreichischen Laborhändlern zeigt ein klares Bild: Alle Unternehmen arbeiten mit voller Kraft und versorgen ihre Kunden mit hochwertigem Equipment. Bei manchen Produktgruppen gibt es aber langsam Engpässe: „Ethanol, Isopropanol und Wasserstoffperoxid, die zur Desinfektion eingesetzt werden, sind in Österreich immer schwieriger zu bekommen“, sagt dazu Fritz Bartelt, Geschäftsführer des Laborausstatter gleichen Namens. „Auch Equipment für die Mikrobiologie könnte in den nächsten Wochen knapp werden“, ergänzt Nicolas Zeller, der das familieneigene Laborhandelsunternehmen leitet.

 

Hoher Bedarf an persönlicher Schutzausrüstung

Besonders schwierig ist die Situation bei persönlicher Schutzausrüstung, die zeitweilig verhängte Ausfuhrbeschränkung in Deutschland macht hier zu schaffen. Viele Händler versuchen über ihre Kontakte, zusätzlich Kontingente zu erhalten. Die Firma Dräger ist ein Anbieter in diesem Produkt-Segment. „Zurzeit werden Atemschutzmasken und Schutzanzüge extrem stark nachgefragt. Der Bedarf ist deutlich höher als die Kapazitäten der Hersteller“, heißt es dazu von der Presseabteilung der Firmenzentrale in Lübeck. Die Produktion von Atemschutzmasken (die bei Dräger in Schweden und Südafrika angesiedelt ist) sei voll ausgelastet und bis in die zweite Jahreshälfte ausverkauft. Doch das müsse man relativieren: „Unser Anteil an der weltweiten Produktionskapazität ist allerdings sehr klein, wie auch der Anteil dieses Geschäfts an unserem Umsatz.“ Obwohl man am österreichischen Standort zum Großteil dazu übergegangen sei, von zu Haus zu arbeiten, bleibe der Betrieb aufrecht, Anfragen würden in gewohnter Weise bearbeitet. „Es gibt lediglich Einschränkungen im persönlichen Kontakt, z. B. werden Produktvorführungen nach Möglichkeit vermieden“, heißt es von Seiten Drägers.

Abgesehen von diesen Produktgruppen funktionieren die Lieferketten nach übereinstimmender Aussage der Händler aber ohne Unterbrechung. „Wir können derzeit alles liefern, die Branche kann gut mit Labor-Equipment versorgt werden“, sagt dazu Franz Rieger, Inhaber der Rieger Industrievertretungen GmbH. Auch die Nachfrage sei nach wie vor gut. Das trifft vor allem auf Labors zu, die rund um Medizin, Pharmazie und Lebensmittelversorgung angesiedelt sind, wie Zeller bestätigt: „Die Telefone laufen heiß.“ In anderen, besonderes in industrienahen Bereichen, steht derzeit vieles. „Auch die Unis und Schulen haben geschlossen, das merken wir“, sagt Walter Posch, Geschäftsführer von Lactan. Solche Schließungen würden auch dazu führen, dass offene Bestellungen nicht ausgeliefert werden können und mehr Lagerplatz benötigt wird.

 

Eingeschränkter Betrieb bei Boehringer Ingelheim

Ein wichtiger Player der Branche am Standort Wien ist Boehringer Ingelheim RCV: „Wir achten strengstens auf die Einhaltung aller Vorschriften sowie des vorgeschriebenen Sicherheitsabstands. Dienstreisen sind seit einigen Wochen nicht mehr erlaubt, Meetings finden nur mehr online statt“, beschreibt Generaldirektor Philipp von Lattorff die derzeitige Situation. Es würden sich nur mehr jene Menschen auf dem Firmengelände befinden, deren Arbeit vor Ort unbedingt gebraucht wird, etwa für die Herstellung lebensnotwendiger Arzneimittel zur Behandlung von Krebs oder für die Fertigstellung der neuen Produktionsanlagen. Auch die Aktivitäten in Forschung und Process Science wurden auf ein Minimum reduziert. „Doch wir sind zuversichtlich, wenn die Corona-Krise in einigen Monaten überstanden sein wird, mit allen Funktionen wieder voll durchstarten zu können“, so von Lattorff.

Auch alle befragten Handelsunternehmen betonen, dass sie für den Schutz von Mitarbeitern und Kunden vorgesorgt haben. „Wir haben uns im Betrieb so eingerichtet, dass die Mitarbeiter von hier aus arbeiten können. Kundenbesuche von Vertriebsmitarbeitern finden derzeit aber nicht statt“, so Zeller. Andere haben weitgehend auf Home-Office-Betrieb umgestellt. „Als wir gesehen haben, dass sich die Lage zuspitzt, hat unsere IT-Abteilung alle Prozesse so aufgesetzt, dass sie die Mitarbeiter von zuhause erledigen können“, sagt Bartelt. Daher benötige man im Unternehmen selbst nur eine Rumpfmannschaft.

Die Laborspezialisten haben sich so eingerichtet, dass dringende Service-Arbeiten durchgeführt werden können: „Der Kunde muss uns aber sein OK geben, dass wir kommen können und Zugang zu den Geräten bekommen“, betont Bartelt. Bei vielen Projekten bestehe derzeit daher auch ein höherer Koordinationsaufwand.

March 23rd

Branchenreport zu Continuous Processing

In einem neu erschienenen Branchenreport von Watson Marlow werden Chancen und Herausforderungen kontinuierlicher Zellkulturprozesse in der Biopharma-Industrie beleuchtet.

Biopharmaka haben in den vergangenen Jahrzehnten einen beachtlichen Siegeszug angetreten und werden bei einer Vielzahl von Indikationen, darunter vielen chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Stoffwechsel- und neurodegenerativen Erkrankungen, angewandt. Dadurch steigt der Druck auf Pharmaproduzenten, die komplexen und in aufwendigen biotechnologischen Prozessen hergestellten Wirkstoffe kostengünstiger zu produzieren.

Die Branche hat sich daher schon seit Jahren mit Fragen der Prozessintensivierung beschäftigt. Eine Technologie, die sich dabei bewährt hat, ist die Perfusionszellkultur (auch kontinuierliche Upstream-Kultur genannt). Dabei wird einem Bioreaktor kontinuierlich Zellkulturflüssigkeit entnommen und gleichzeitig frisches Medium zugeführt. Ein derartiger Prozess erzeugt, Experten zufolge, im Vergleich zum Fed-Batch-Prozess und anderen Batch-Verfahren einen höheren Ertrag mit besserer Konsistenz. Mit Vorteilen wie diesen, aber auch mit den damit verbundenen Herausforderungen, was die Einhaltung der regulatorischen Standards und der geforderten Produktqualität betrifft, setzt sich der neu erschienene, von der Watson-Marlow Fluid Technology Group herausgegebene Branchenreport „The Quest for Efficiency – Moving Towards Continuous Processing” auseinander.

Die Autoren (John Milne, Training Director am National Institute for Bioprocessing Research and Training; Jim Marjeram, Technology Director bei O'Hara Technologies; Chris Palmer, Tubing Product Manager bei Watson Marlow) diskutieren dabei das Wachstum im Bereich kontinuierliche Verarbeitung und seine Auswirkungen auf die pharmazeutische Produktion. Dabei werden die wirtschaftlichen Vorteile ebenso beleuchtet wie die Herausforderungen bei der Implementierung, die Integration verschiedener Prozesssysteme und das Erfüllen der gesetzlichen Anforderungen.

Der Report kann unter https://www.wmftg.com/continuous-processing-de kostenlos heruntergeladen werden

 

Sanochemia-Sanierung vermutlich gescheitert

Als Grund werden Umsatzeinbußen wegen der Corona-Pandemie genannt.

 

Die Sanierung des insolventen Wiener Pharmaunternehmens Sanochemia dürfte nun doch gescheitert sein. Per Aussendung teilte die Sanochemia mit, „dass es aufgrund der sich verschärfenden Corona-Krise zu Umsatzeinbußen der Gesellschaft gekommen ist und weiter kommen wird. Dies hat die Investorengruppe dazu bewogen, die bereits auf einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossene Kapitalerhöhungsmaßnahme nicht zu zeichnen“. Der Masseverwalter habe daher begonnen, „eine Verwertung der Vermögenswerte der Sanochemia Pharmazeutika AG vorzubereiten“.

 

Noch bei der Hauptversammlung am 13. März hatte alles anders ausgesehen. Mit 8.918.332 Ja-Stimmen gegen 314.103 Nein-Stimmen hatten die Aktionäre den Sanierungsplan gebilligt. Diesem zufolge sollte die BEW Beteiligungs GmbH die Mehrheit an der Sanochemia übernehmen, dem Unternehmen sechs Millionen Euro zuschießen und dafür sechs Millionen Aktien zum Nennwert von einem Euro erhalten. Die BEW gehört dem derzeitigen Haupteigentümer des Pharmaunternehmens, der deutschen B. E. Imaging, der steirischen EOSS Technologies Holding GmbH und der Wirtschaft Burgenland GesmbH, die ihrerseits im Eigentum des Landes Burgenland steht.

 

Von der nunmehrigen Entwicklung sind 135 Beschäftigte betroffen. Die Sanochemia war nicht zuletzt durch Qualitätsprobleme an ihrem Produktionsstandort in Neufeld im Burgenland in Schieflage geraten.

 

 

 

Covestro verschiebt Hauptversammlung

Die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus wurden ausgeweitet. Für das erste Quartal werden „direkte negative Auswirkungen“ der Pandemie von rund 60 Millionen Euro auf das EBITDA erwartet.

 

Wie andere deutsche Chemiekonzerne verschiebt auch Covestro aufgrund der Corona-Pandemie seine Hauptversammlung. Das beschloss der Vorstand am 22. März, meldete das Unternehmen. Die Hauptversammlung war für 17. April geplant. Sie soll nun „an einem neuen Termin innerhalb der aktienrechtlich vorgesehenen Frist von acht Monaten des aktuellen Geschäftsjahres stattfinden. Die Covestro AG wird ihr Aktionäre sowie die Öffentlichkeit zeitgerecht über die weitere Planung informieren“. Vorstandschef Markus Steilemann betonte, die Sicherheit und Gesundheit aller Beschäftigten und ihrer Angehörigen sei für den Konzern „das Wichtigste. Wir tun im Einklang mit der Bundesregierung, der jeweiligen Landesregierung und den zuständigen Behörden alles, um das Coronavirus einzudämmen. Dabei bauen wir auf den großartigen Zusammenhalt und Einsatz unserer Kollegen“.

 

Am 20. März hatte Covestro die Ausweitung seiner Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie gemeldet. In der zentralen Verwaltung in Leverkusen ist seither nur mehr eine „Kernbesetzung“ tätig, ebenso an allen Produktionsstandorten. Der größte Teil der Beschäftigten ist angewiesen, „von zuhause aus zu arbeiten“. Vorläufig keine Probleme gibt es mit der Lieferfähigkeit. Noch nicht absehbar sind dem Konzern zufolge die Auswirkungen der Pandemie auf das Ergebnis des heurigen Geschäftsjahres. Im ersten Quartal erwartet Covestro „direkte negative finanzielle Auswirkungen auf das EBITDA in Höhe von rund 60 Millionen Euro“.

 

Bisher wurden fünf Mitarbeiter des Konzerns positiv auf das Coronavirus getestet. Sie befinden sich sämtlich in häuslicher Quarantäne.

 

 

 

March 20th

Freie Bahn dem Güterverkehr

In einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnt der Chemieindustrieverband CEFIC vor Versorgungsproblemen, wenn die Grenzen für den Warentransport nicht offenbleiben.

 

Ungeachtet der Corona-Pandemie sollen die Mitgliedsstaaten der EU ihre Grenzen für den Warenverkehr offenhalten, um die Versorgung der Wirtschaft und ihrer Kunden sicherzustellen. Das ist die wichtigste Botschaft in einem Brief des Chemieindustrieverbands CEFIC an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. In seinem Begleitschreiben betont CEFIC-Generaldirektor Marco Mensink, die Branche liefere ihre Waren üblicherweise „just in time“. Größere Lagerbestände halte sie dagegen nicht: „Unsere Lager befinden sich auf Rädern oder Schienen“. Um die Versorgung der Chemiefabriken und in der Folge ihrer Abnehmer zu gewährleisten, müsse der Warenverkehr daher unbedingt aufrecht erhalten werden.

 

In dem Brief selbst fomuliert CEFIC eine Reihe von Empfehlungen und Forderungen. So sollten beispielsweise die Verfahren für die Abfertigung der LKWs an den Verladestellen und das Screening der Fahrer auf europäischer Ebene vereinheitlicht werden. Gebraucht würden ferner schnellere Corona-Tests. An den Staatsgrenzen müsse die Entstehung von Staus vermieden werden. Außerdem sollten die EU-Mitgliedsstaaten dort Einrichtungen für die Versorgung der Fahrer mit Nahrung und Trinkwasser bereitstellen, aber auch Waschräume inklusive Toiletten.

 

Ferner empfiehlt CEFIC, eine zentrale Online-Plattform mit Informationen über die Corona-Pandemie einzurichten. Die Plattform sollte mit einem Ampelsystem die Lage an den Grenzübergängen ersichtlich machen. Darüber hinaus fordert der Verband die Einrichtung von Vorrangspuren für den Güterverkehr sowie die Aufhebung von Fahrverboten an Wochenenden und Feiertagen.

 

Als notwendig erachtet CEFIC auch Verbesserungen im Eisenbahngüterverkehr. Der Zugang zu Rangierbahnhöfen (shunting yards) und intermodalen Terminals müsse uneingeschränkt gewährleistet werden. Schienenkapazität, die durch die Einschränkungen im Personenverkehr infolge der Pandemie frei werde, sollte laut CEFIC dem Güterverkehr zur Verfügung stehen.

 

 

 

Impfstoff-Strategien gegen das Coronavirus

Die Bemühungen zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 laufen weltweit auf Hochtouren. Zur Bekämpfung des derzeitigen Ausbruchs der Erkrankung wird man davon freilich noch nicht Gebrauch gemacht werden können.

 

41 Impfstoff-Kandidaten gegen SARS-CoV-2, das Virus, das die COVID-19-Epidemie ausgelöst hat, sind auf einer von der WHO zusammengetragen Liste angeführt. Erst ein einziger davon befindet sich mit Stand 13. März in Phase I der klinischen Prüfung. Dabei handelt es sich um ein Vakzin auf Basis von mRNA, die in ein Lipid-Nanopartikel verpackt wurde. Das Projekt wird vom US-Unternehmen Moderna Therapeutics in Kooperation mit dem National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) vorangetrieben.

Alle anderen Kandidaten werden derzeit noch präklinischen Entwicklungsschritten unterzogen. Bereits geplant ist die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten, der unter dem Dach des deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) von der Forschungsgruppe von Gerd Sutter an der LMU München entwickelt wird. Die Wissenschaftler verwenden dazu ein Modifiziertes Vacciniavirus Ankara (MVA) als Vehikel dafür, eine Gensequenz des Coronavirus in den Organismus zu transportieren (ein sogenannten Vektor-Ansatz). Diese Sequenz codiert für eines der zehn im Genom von SARS-CoV-2 „gespeicherten“ Proteine, das den Namen „Spikes“ oder „Spike-Protein“ erhalten hat und eine entscheidende Rolle für das Eindringen des Virus in menschliche Zellen spielt. Die klinischen Studien dazu sollen von Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf geleitet werden.

 

MVA und Masern als Vektoren

Eine zweite am DZIF benützte Plattform, an der Michael Mühlebach vom Paul-Ehrlich-Institut forscht, basiert auf dem gängigen lebend-attenuierten Masernimpfstoff. Dieser wurde mit genetischem Material von SARS-CoV-2 rekombiniert, der entstandene „Impfvirus“ wird derzeit charakterisiert. Die Entwicklung eines Impfstoffs auf dieser Basis könnte nach Einschätzung von Mühlebach in einem halben Jahr beginnen. Die beiden DZIF-Projekte sind auf der Liste der WHO noch gar nicht aufgeführt.

In den Medien präsent war (weil sich der damalige Vorstandsvorsitzende Anfang März mit US-Präsident Donald Trump getroffen hatte) auch das in Tübingen angesiedelte Unternehmen CureVac. Hier wird ein Impfstoff entwickelt, bei dem die genetische Information zum Spike-Protein in Form von mRNA in menschliche Zellen gebracht werden soll.

 

 

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