Archive

May 8th, 2018

Lenzing im „Gegenwind“

Der Umsatz des Faserkonzerns lag im 1. Quartal 2017 um 6,1 Prozent unter dem des ersten Quartals 2017. Beim Periodenergebnis war ein Rückgang um 33,3 Prozent zu verzeichnen.

 

 

„Der Gegenwind von der Marktseite war deutlich spürbar.“ So kommentiert Lenzing-Vorstandschef Stefan Doboczky die heute veröffentlichten Ergebnisse des 1. Quartals 2018. Der Umsatz sank gegenüber dem 1. Quartal 2017 um 6,1 Prozent auf 550,3 Millionen Euro. Das EBITDA fiel um um 24,8 Prozent auf 101,6 Millionen Euro, das EBIT um 32,7 Prozent auf 68,9 Millionen. Mit 50 Millionen Euro lag schließlich das Periodenergebnis um 33,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Doboczky begründet das mit Währungseffekten, gesunkenen Preisen für Standardviskose und „steigenden Kosten für Schlüsselrohstoffe“.

 

Angesichts dieses „herausfordernden Marktumfelds“ habe die Lenzing „solide Zahlen“ erwirtschaftet, betonte der Vorstandschef. Er will die Unternehmensstrategie „Score Ten“ fortführen und die Produktionskapazitäten für Spezialfasern wie geplant weiter ausbauen. In diesem Zusammenhang hätten sich die Investitionen der Lenzing gegenüber dem 1. Quartal „58,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt“. Die Arbeiten an der Planung einer Lyocellfaser-Produktionsanlage in Prachinburi in Thailand liefen weiter.

 

Schwer vorauszusagen ist laut Doboczky, wie sich die Faserpreise heuer entwickeln werden. Angesichts dessen „erwartet die Lenzing-Gruppe für das Jahr 2018 ein Ergebnis, das unter den Resultaten der hervorragenden letzten beiden Jahre liegen wird“.

 

 

May 7th

Bayer: Covestro-Verkauf abgeschlossen

Die Erlöse für 14,2 Prozent der Aktien beliefen sich auf rund 2,2 Milliarden Euro.

 

Um rund 2,2 Milliarden Euro hat der deutsche Chemiekonzern Bayer 14,2 Prozent der Aktien von Covestro verkauft. Um eine 2020 fällige Umtauschanleihe zu bedienen, hält er noch 6,8 Prozent des Unternehmens, das aus seiner Material-Sciences-Sparte entstand. Die 6,8 Prozent erwarb Bayer laut einer Aussendung „vom Bayer Pension Trust, der nun seinerseits keine Covestro-Aktien mehr besitzt“. Bayer-Vorstandschef Werner Baumann zufolge wurde mit den nunmehrigen Transaktionen der Verkauf von Covestro „sehr erfolgreich abgeschlossen“. Insgesamt habe dieser rund neun Milliarden Euro gebracht. Eine weitere Milliarde Euro lukrierte Bayer aus einer im Juni 2017 begebenen Umtauschanleihe.

 

Ungelegen kommen die Einnahmen aus dem Verkauf der Covestro-Anteile nicht. Bayer geht davon aus, noch im zweiten Quartal den US-amerikanischen Agrobusinesskonzern Monsanto übernehmen zu können. Am 11. Jänner hatte Bayer rund 10,4 Prozent der Aktien von Covestro verkauft und dafür rund 1,8 Milliarden Euro eingenommen.

May 4th

BASF: Gewinn gesunken

Der deutsche Chemiekonzern verdiente im ersten Quartal 2018 um rund zwei Prozent weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Als wichtigster Grund dafür werden Währungseffekte genannt.

 

Der deutsche Chemiekonzern BASF erwirtschaftete im ersten Quartal einen Gewinn von 1,68 Milliarden Euro, um rund zwei Prozent weniger als im ersten Quartal 2017. Der Umsatz sank um ein Prozent auf 16,65 Milliarden Euro. Das EBITDA verminderte sich um zwei Prozent auf 3,45 Milliarden Euro. Dem gegenüber wuchs das EBIT um etwa drei Prozent auf 2,52 Milliarden Euro. Das berichtete der scheidende Vorstandschef des Unternehmens, Kurt Bock, bei der Hauptversammlung im Congress Center Rosengarten in Mannheim. Bock zufolge ist BASF trotz der Rückgänge bei einigen wesentlichen Kennzahlen „gut in das Jahr gestartet“.

 

Für den um 211 Millionen Euro gesunkenen Umsatz machte Bock „deutlich negative Währungseffekte“ von minus acht Prozent verantwortlich. Ferner hätten „alle Segmente bis auf Performance Products ein Absatzwachstum“ erzielt. In diesem Segment ging es allerdings deutlich nach unten. Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 3,99 Milliarden Euro. Das EBITDA sank um drei Prozent auf 694 Millionen Euro, das EBIT um ebenfalls drei Prozent auf 482 Millionen Euro. Vor Sondereffekten fuhr BASF beim EBIT in diesem Segment sogar ein Minus um neun Prozent auf 470 Millionen Euro ein. Maßgeblich für diese Entwicklung waren laut Quartalsbericht „negative Währungseinflüsse in allen Bereichen, hauptsächlich aus dem US-Dollar. Auch niedrigere Mengen bei Nutrition & Health und Care Chemicals sowie Portfolioeffekte minderten den Umsatz“.

 

Für das Gesamtjahr sind laut Bock weiterhin ein leichtes Umsatzwachsum und ein „leichter Rückgang des EBIT“ zu erwarten. Bock selbst verlässt BASF für eine Cooling-off-Phase. Nach deren Ablauf soll er den Vorsitz im Aufsichtsrat des Konzerns übernehmen. Sein Nachfolger als Vorstandschef ist sein bisheriger Stellvertreter Martin Brudermüller, der Technologiechef von BASF.

 

 

 

May 3rd

200. CD-Labor eröffnet

Die Christian-Doppler-Forschungsgesellschaft beging mit der Eröffnung ihres 200. CD-Labors ein rundes Jubiläum für ihr international beachtetes Fördermodell.

 

Anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf hohem akademischen Niveau entlang von Fragestellungen, die aus der Wirtschaft kommen – das ist das Konzept, das die Christian-Doppler-Forschungsgesellschaft (CDG) seit mehr als 20 Jahren verfolgt.  Nun konnte man ein besonderes Jubiläum feiern: Mit dem „CD-Labor für Künstliche Intelligenz und Optimierung in Planung und Scheduling“ wurde das 200. CD-Labor in Anwesenheit von Margarete Schramböck (Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort), Reinhart Kögerler (Präsident der CDG) und Johannes Fröhlich (Vizerektor für Forschung an der TU Wien) eröffnet.

Das von  Nysret Musliu vom Institut für Informationssysteme der TU Wien geleitete Labor wird sich mit der Lösung komplexer Planungsaufgaben mithilfe von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen beschäftigen. Unternehmenspartner sind die XIMES GmbH, die MCP GmbH und die Robert Bosch AG. Es ist bereits das 37. CD-Labor, das an der TU Wien eingerichtet wurde, 16 davon sind derzeit aktiv. „Industrie 4.0, Gesundheitswesen, öffentlicher Verkehr – in all diesen Bereichen werden künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen in Zukunft komplexe und umfangreiche Probleme lösen. Die neuen Technologien bieten die Möglichkeit für eine Re-Industrialisierung Europas und werden neue komplexere Arbeitsplätze für die Menschen schaffen“, meinte Schramböck anlässlich der Eröffnung.

 

CDG macht Forschungsstandort Österreich sichtbar

Das Fördermodell der CDG sieht vor, dass die Hälfte der Kosten von den beteiligten Unternehmen getragen wird, die andere Hälfte von der öffentlichen Hand, wobei hier das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) der wichtigste Fördergeber ist. Die Qualität der Forschung wird durch ein strenges Begutachtungsverfahren sichergestellt. „Die CDG wird als Best Practice Beispiel auch international wahrgenommen, da es ein dynamisches und unkompliziertes Modell für die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft ist“, betonte Kögerler anlässlich der Eröffnung und verwies auf Anfragen aus Tschechien und Finnland sowie vom Interesse seitens der OECD.  Diese internationale Sichtbarkeit einer Idee aus Österreich führe zu einer Stärkung des heimischen Forschungsstandortes als Ganzes, so Kögerler.

April 30th

Bayer-Monsanto: Weiterer Schritt zur Fusion

Der deutsche Chemiekonzern darf Teile seiner Agrarsparte an BASF verkaufen, meldete die EU-Kommission. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um das US-Agrobusiness-Unternehmen Monsanto zu übernehmen.

 

Einen neuen Schritt weitergekommen ist deutsche Chemiekonzern Bayer bei der geplanten Übernahme des US-Agrobusinesskonzerns Monsanto. Die EU-Kommission billigte den Verkauf von Teilen des Agrarprodukte-Geschäfts von Bayer an BASF. Laut EU-Kommission umfasst das Paket unter anderem das Gemüsesamengeschäft von Bayer, „Vermögenswerte im Zusammenhang mit dem weltweiten Glufosinat-Geschäft“, Vermögenswerte und -Produkte für die Nematizid-Saatgutbehandlung sowie Vermögenswerte und Produkte von Bayer im Bereich der digitalen Landwirtschaft. Vergangene Woche hatten Bayer und BASF eine diesbezügliche Vereinbarung unterzeichnet. Sie wird wirksam, nachdem Bayer Monsanto übernommen hat.

 

Seitens der EU-Kommission hieß es, BASF verkaufe derzeit weder Saatgut noch Totalherbizide und sei „erst seit Kurzem in geringem Umfang in der digitalen Landwirtschaft tätig“. Daher hätten hinsichtlich des Großteils der nun genehmigten Transaktion keine Wettbewerbsbedenken bestanden. Allerdings habe es Bedenken gegeben, dass „das Vorhaben den Innovationswettbewerb für die Entwicklung bestimmter Totalherbizide und den potenziellen Wettbewerb für die Herstellung von Nematizid zur Saatgutbehandlung im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beeinträchtigen könnte“. Um diese Vorbehalte auszuräumen, habe sich BASF verpflichtet, ein Forschungsprogramm im Bereich der Totalherbizide zu verkaufen, ebenso wie das „im Entwicklungsstadium befindliche Nematizid Trunemco zur Saatgutbehandlung“. Damit seien sämtliche Bedenken der Kommission ausgeräumt.

 

Wie berichtet, hatte die Kommission die Übernahme von Monsanto durch Bayer Ende März grundsätzlich genehmigt. Allerdings erteilte sie dafür eine Reihe von Auflagen, die mit dem nun genehmigten Paket erfüllt sind. Die Veräußerungen hatte Bayer im Wesentlichen selbst vorgeschlagen und BASF als Käufer benannt. Die Kommission konstatierte damals, sie habe den Eindruck, „dass BASF ein geeigneter Käufer sein könnte, da das Unternehmen derzeit weder Saatgut noch Totalherbizide vertreibt und somit nur begrenzte horizontale Überschneidungen in diesem Bereich bestehen. Zudem verfügt BASF bereits über eine eigene, komplementäre weltweite Sparte für Pflanzenschutzmittel und über die notwendige Finanzkraft, um im Wettbewerb bestehen zu können“. Wettbewerber und Kunden hätten sich „größtenteils positiv zur Eignung der BASF als Käufer“ geäußert.

 

Bayer und Monsanto planen, ihre Fusion noch im zweiten Quartal 2018 abzuschließen.

 

 

 

April 27th

„Lobhudelei nicht auszuhalten“

Österreichs Gesundheitssystem sei zwar nicht schlecht, müsse aber reformiert werden, konstatierte Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein bei der Pharmig-Generalversammlung.

 

„Ich werde alles tun, um die von der Bundesregierung geplanten Reformen im Gesundheitswesen umzusetzen.“ Das betonte Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein bei der Generalversammlung des Pharmaindustrieverbands Pharmig am 27. April in Wien. Österreichs Gesundheitssystem sei zwar nicht schlecht: „Aber die Lobhudeleien halte ich nach 30 Jahren in diesem System nicht mehr aus.“ Im Mittelpunkt müsse der Patient stehen, forderte Hartinger-Klein. Die wichtigste Frage  sei, welche Leistungen ein Patient benötige. Davon ausgehend, sei deren Erbringung sowie Finanzierung zu gewährleisten. Über die Umstrukturierungen im Kassensektor werde noch verhandelt. Die AUVA beispielsweise habe noch nicht die seitens der Regierung gewünschten Zahlen und Konzepte geliefert.

 

In einer Podiumsdiskussion mit der Ministerin konstatierte der Gesundheitsökonom Ernest G. Pichlbauer, der Rechnungshof habe die Finanzierungsströme im Gesundheitssystem untersucht. Es sei „sehr kompliziert, diesen zu folgen“. Wenn der Patient im Mittelpunkt des Systems stehe, stehe er zumindest derzeit „im Weg“. Im Zentrum gesundheitsökonomischer Überlegungen hat laut Pichlbauer der „Patientennutzen“ zu stehen: „Wenn heute ein Medikament wahnsinnig teuer und der Patientennutzen gering ist, muss man sich fragen, ob es zur Anwendung kommen soll.Wir werden um Opportunitätskostenrechnungen nicht herumkommen.“

 

Dem widersprach der Pharmakologe Ernst Agneter. Ihm zufolge haben gesundheitsökonomische Überlegungen ihren Sinn, „aber der Wert eines Menschen lässt sich sehr schwer in Geld umrechnen“. Als 2014 der Höhlenforscher Johann Westhauser in der „Riesending-Schachthöhle“ im Untersberg bei Salzburg verunglückte, habe die Bergung fast eine Million Euro gekostet: „Wenn man das gesundheitsökonomisch betrachtet hätte, läge der vermutlich heute noch da unten.“ Außerdem werde bereits seit 1932 über die angebliche Unfinanzierbarkeit des Gesundheitssystems diskutiert: „Das kommt immer wieder daher, ist aber kein wirkliches Problem.“ Der Onkologe Ulrich Jäger vom Wiener AKH ergänzte, mit modernen und teuren Therapien könnten bei manchen schweren Erkrankungen etwa 30 Prozent der Patienten geheilt werden: „Das Problem ist: Wir wissen nicht von vorneherein, welchen konkreten Patienten wir heilen können.“ Daher seien rein gesundheitsökonomische Überlegungen mit Vorsicht zu genießen. Freilich: Wenn der Patentschutz für ein Medikament abgelaufen sei, dürfe sich der behandelnde Arzt grundsätzlich nicht dagegen sträuben, ein Generikum oder Biosimilar einzusetzen.

 

Der Patientenvertreter Claas Röhl forderte, die Patienten von Beginn an in die Entwicklung neuer Arzneimittel einzubinden. Nur, wenn sich die wissenschaftlichen Interessen mit denen der Patienten deckten, ließen sich tatsächlich nutzbringende neue Medikamente schaffen.

 

April 24th

Internetwerbung meist unkorrekt

Laut ECHA verstößt die Bewerbung chemischer Gemische, die gefährliche Stoffe enthalten, im Internet sehr häufig der CLP-Verordnung.

 

Chemische Gemische, die gefährliche Stoffe enthalten, werden im Internet zumeist nicht korrekt beworben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der europäischen Chemikalienagentur ECHA in Helsinki. In Zusammenarbeit mit ihr überprüften die zuständigen Behörden von 14 EU-Mitgliedsstaaten im Zeitraum Jänner bis Oktober 2017 insgesamt 1.314 Internetinserate. Davon entsprachen 1.083 bzw. rund 82,4 Prozent nicht den Vorgaben der Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP-Verordnung) vom 16. Dezember 2008.

 

Gemäß Artikel 48 (2) der Verordnung muss jedwede Werbung für derartige Produkte, „die es einem privaten Endverbraucher ermöglicht, ohne vorherige Ansicht des Kennzeichnungsetiketts einen Kaufvertrag abzuschließen, ... die auf dem Kennzeichnungsetikett angegebene(n) Gefahreneigenschaft(en) nennen“. Bei der überwiegenden Mehrzahl der beanstandeten Werbeeinschaltungen (83,3 Prozent) wurden die nötigen Informationen bezüglich der Risiken jedoch nicht genannt. In weiteren 5,1 Prozent war die Information unvollständig, in rund 9,0 Prozent war sie nicht in der Landessprache des jeweiligen Mitgliedsstaates abgefasst. Die verbleibenden 15,9 Prozent der Beanstandungen betrafen sonstige Rechtswidrigkeiten.

 

In 223 Fällen stellten die betroffenen Unternehmen von sich aus den rechtmäßigen Zustand her. Behördliches Einschreiten wurde 1.033 Mal als notwendig erachtet, wobei manchmal mehrere Handlungen in einem einzigen Fall gesetzt wurden. So erteilten die Inspektoren 124 mündliche und 460 schriftliche schriftliche Ratschläge. Ferner erließen sie 184 Anweisungen zur Behebung der Ordnungswidrigkeiten. Strafen wurden 280 Mal verhängt. Viermal erstatteten die Inspektoren Anzeigen bzw. übermittelten sie Sachverhaltsdarstellungen an die zuständigen Staatsanwaltschaften. Sonstige behördliche Handlungen erfolgten 24 Mal.

 

Der Industrie empfiehlt die ECHA, gemeinsame Strategien zu erarbeiten, um festzulegen, wie der rechtmäßige Verkauf von chemischen Substanzen im Internet erfolgen kann. Als Möglichkeit dafür erachtet die ECHA eine Sammlung positiver Beispiele, die an die Interessenvertretungen der Industrie verteilt werden könnte.

April 20th

Merck: Consumer Health geht an Procter & Gamble

Der deutsche Chemiekonzern erhält für sein Geschäft mit nicht rezeptpflichtigen Medikamenten rund 3,9 Milliarden Euro und will damit seine Schulden abbauen.

 

Der deutsche Chemiekonzern Merck verkauft sein Geschäft mit nicht rezeptpflichtigen Medikamenten (Consumer Health) um 3,9 Milliarden Euro an den US-amerikanischen Mischkonzern Procter & Gamble. Merck erhält das Geld nach eigenen Angaben in bar und will damit vor allem seine Schulden abbauen, hieß es in einer Aussendung. Mit der Consumer-Health-Sparte erwirtschaftete Merck 2017 einen Umsatz von rund 911 Millionen Euro. Merck ist im Bereich Consumer Health in 44 Ländern vertreten und vertreibt etwa 900 Arzneimittel. Zu dem Bereich gehören auch die beiden Produktionsanlagen in Goa (Indien) und Spittal (Kärnten). Der Standort Spittal wurde in den vergangenen Monaten ausgebaut, die Eröffnung des dortigen neuen Entwicklungszentrums erfolgte Ende Februar. Auch die Produktionsstätten in Goa und Spittal gehen an Procter & Gamble. Vorbehaltlich der Zustimmung der Arbeitnehmervertreter wechseln im Zug der Transaktion etwa 3.300 Mitarbeiter zu Procter & Gamble.

 

Merck hatte sein Konzernergebnis von 2016 auf 2017 um rund 59 Prozent auf 2,61 Milliarden Euro gesteigert. Die Schulden des Konzerns beliefen sich zu Jahresende 2017 auf insgesamt 21,55 Milliarden Euro. Ihnen standen Vermögenswerte von rund 35,62 Milliarden Euro gegenüber. Die Höhe der Nettofinanzverbindlichkeiten beziffert Merck im Geschäftsbericht 2017 mit 10,14 Milliarden Euro per Jahresende, verglichen mit 11,51 Milliarden Ende 2016. Die Eigenkapitalquote wird mit 39,5 Prozent angegeben. Seinen Verschuldungsgrad veranschlagt Merck mit 2,29. Bis Ende 2018 soll er unter 2 sinken.

 

Bei Procter & Gamble lief das Geschäft in den vergangen Jahren nicht überragend. So sanken die Konzernumsätze von 74,4 Milliarden US-Dollar (60,3 Milliarden Euro) im Jahr 2014 auf 65,1 Milliarden US-Dollar (52,7 Milliarden Euro) im Jahr 2017. Im Vergleich zu 2016 war ein Minus von 200 Millionen US-Dollar (162 Millionen Euro) zu verzeichnen. Der Betriebsertrag hatte 2014 rund 13,9 Milliarden US-Dollar (11,3 Milliarden Euro) betragen. Nach einem Einbruch auf 11,0 Milliarden US-Dollar (8,9 Milliarden Euro) im Jahr 2015 erfolgte eine Erholung auf 14,0 Milliarden US-Dollar (11,3 Milliarden Euro) im vergangenen Jahr. Ob es gelingt, mit dem neuesten Zukauf das aktionärsseitig stets gewünschte höhere Wachstum zu erreichen, bleibt abzuwarten.

 

 

 

April 19th

Große Unwissenheit zu Biopharmazeutika

Trotz der stetig wachsenden Bedeutung von Biopharmazuetika wissen die wenigsten Menschen mit diesem Begriff etwas anzufangen, wie eine vom Biotechnologie-Konzern Amgen initiierte Studie zeigte.

 

Im Auftrag von Amgen führte das Marktforschungsinstitut Toluna eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Deutschen zum Begriff „Biopharmazeutika“ durch. Dabei zeigte sich, dass 47 Prozent der Befragten überhaupt noch nichts von Biopharmazeutika gehört haben. Weitere 47 Prozent geben an, dass ihnen der Begriff zwar geläufig sei, sie aber nicht wüssten, was dahinter steckt. Nur sechs Prozent der Befragten trauen sich eine Definition zu. Von diesen liegt etwa die Hälfte falsch: Ein Prozent vermutet Naturheilmittel ohne chemische Zusätze, ein weiteres Prozent tippt auf natürliche Heilmittel. Nur drei Prozent der Teilnehmer der Umfrage liegen bei der Einschätzung von Biopharmazeutika richtig: Ein Prozent nennt „mit Biotechnologie hergestellte Medikamente“, zwei Prozent tippen auf „mit gentechnisch veränderten Organismen hergestellte Medikamente“.

Wird den Teilnehmern die korrekte Definition für biotechnologische Arzneimittel eröffnet, reagiert eine Mehrzahl positiv auf die sich damit ergebenden Therapiemöglichkeiten. 91 Prozent der Befragten glauben, dass mit biotechnologischer Forschung schwere Krankheiten bekämpft werden können. 84 Prozent würden sich auch selbst mit Biopharmazeutika behandeln lassen, wenn ihr Arzt diese empfiehlt.

 

 

 

April 18th

Sanofi verkauft Zentiva

Um 1,9 Millionen Euro überlässt der französische Pharmakonzern sein europäisches Generikageschäft der Investmentgesellschaft Advent.

Der französische Pharmakonzern Sanofi verkauft seine für Europa zuständige Generika-Tochterfirma Zentiva für 1,9 Milliarden Euro an die Investmentgesellschaft Advent. Geplant ist, die Transaktion bis Ende des Jahres abzuschließen, meldete Sanofi. Neben der Einigung auf vertragliche Details ist auch die Zustimmung der zuständigen Marktaufsichtsbehörden notwendig. Advent hat laut Sanofi zugesagt, das Management von Zentiva bei geplanten Investitionen in Produktionsstätten sowie die Forschungs- und Entwicklungspipeline zu unterstützen. Seitens der Investmentgesellschaft hieß es, Zentiva sei ein „großartiges Unternehmen mit talentierten Mitarbeitern. Wir können in Zentiva investieren, um einen neuen europäischen Marktführer im Generikageschäft zu schaffen“. Zentiva hat seinen Sitz in Prag. Mit den Produkten der Firma werden etwa 40 Millionen Patienten in 25 europäischen Staaten behandelt. Jährlich verkauft Zentiva über 350 Millionen Medikamentenpackungen.

Seiten