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July 27th, 2018

BASF: Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Laut Vorstandschef Martin Brudermüller schlugen im ersten Halbjahr 2018 nicht zuletzt „negative Währungseffekte“ zu Buche. Die Aussichten sind ebenfalls nicht rosig.

 

Im ersten Halbjahr 2018 erwirtschaftete der deutsche Chemiekonzern BASF nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 33,43 Milliarden Euro. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2017 entspricht das einem Zuwachs von einem Prozent. Dem gegenüber sank das EBITDA um 0,8 Prozent auf 6,68 Milliarden Euro. Der Überschuss verminderte sich um zwei Prozent auf 3,28 Milliarden Euro. Schlecht lief das Geschäft insbesondere in den Bereichen Performance Products, Functional Materials & Solutions sowie Agricultural Solutions.

 

Bei den Performance Products sank der Umsatz um fünf Prozent auf 7,94 Milliarden Euro. Das EBITDA verringerte sich um ein Prozent auf 1,31 Milliarden Euro. Im Segment Functional Materials & Solutions wuchs zwar der Umsatz um zwei Prozent auf 10,68 Milliarden Euro. Doch das EBITDA brach um 22 Prozent ein und lag bei 986 Millionen Euro. Im Bereich Agricultural Solutions verzeichnete BASF eine Umsatzminderung um vier Prozent auf 3,23 Milliarden Euro. Das EBITDA sank um 14 Prozent auf 802 Millionen Euro. Für die Rückgänge machte Vorstandschef Martin Brudermüller vor allem „negative Währungseffekte“ verantwortlich.

 

Brudermüller ergänzte, im ersten Halbjahr hätten sich „die weltwirtschaftlichen Risiken deutlich erhöht. Dazu haben insbesondere geopolitische Entwicklungen und die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie den USA und Europa erheblich beigetragen. Wir beobachten die Entwicklungen und mögliche Auswirkungen auf unser Geschäft sehr sorgfältig“. Unverändert bleibe die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr. BASF rechne „mit einem leichten Umsatzwachstum, einem leichten Anstieg des EBIT vor Sondereinflüssen und einem leichten Rückgang des EBIT“.

 

July 25th

EuGH: Mutagenese ähnelt Transgenese

Mit Verfahren wie der „Genschere“ CRISPR/CAS9 hergestellte Organismen fallen unter die GVO-Richtlinie der EU, urteilt das Höchstgericht.

 

„Durch Mutagenese gewonnene Organismen sind genetisch veränderte Organismen (GVO) und unterliegen grundsätzlich den in der GVO-Richtlinie vorgesehenen Verpflichtungen“. Zu diesem Schluss kommt der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) in seinem Urteil in der Rechtssache C-528/16. Wie der EuGH festhält, werden als Mutagenese „alle Verfahren bezeichnet, die es, anders als die Transgenese, ermöglichen, das Erbgut lebender Arten ohne Einführung einer fremden DNS zu verändern“. Unter anderem wurde auf diese Weise Saatgut erzeugt, das gegen bestimmte Herbizide resistent ist.

 

Entscheidend ist laut dem EuGH: Durch Mutagenese wird „eine auf natürliche Weise nicht mögliche Veränderung am genetischen Material eines Organismus vorgenommen“. Daher unterliegen mit einschlägigen Techniken wie der „Genschere“ CRISPR/CAS9 gentechnisch veränderte Organismen der GVO-Richtlinie. Der Grund: „Mit der unmittelbaren Veränderung des genetischen Materials eines Organismus durch Mutagenese lassen sich die gleichen Wirkungen erzielen wie mit der Einführung eines fremden Gens in diesen Organismus, und die neuen Verfahren ermöglichen die Erzeugung genetisch veränderter Sorten in einem ungleich größeren Tempo und Ausmaß als bei der Anwendung herkömmlicher Methoden der Mutagenese.“ Das heißt: Die Methoden der Mutagenese und der Transgenese ähneln einander. Deshalb sind auch die Risiken der beiden Verfahren einander ähnlich. Und das wiederum bedeutet, dass ähnliche Vorkehrungen gegen diese Risiken getroffen werden müssen. Unter anderem sind die Gefahren zu prüfen, die mittels Mutagenese erzeugte GVO für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellen können. Ferner gelten strenge Anforderungen „hinsichtlich ihrer Rückverfolgbarkeit, Kennzeichnung und Überwachung“. Dies entspricht im Übrigen auch dem Vorsorgeprinzip, das in der EU generell gilt, erläutert der EuGH.

 

Ergänzend konstatiert der Gerichtshof: Die GVO-Richtlinie gilt zwar nicht für Organismen, die mit seit langem als sicher geltenden Mutagenese-Verfahren produziert werden. Das sind primär Verfahren, bei denen nicht gezielt in das Erbgut eingegriffen wird, wie etwa die Bestrahlung mit UV-Licht. Allerdings können die EU-Mitgliedsstaaten solche GVO sehr wohl den Verpflichtungen aus der Richtlinie unterwerfen: „Denn der Umstand, dass diese Organismen vom Geltungsbereich der Richtlinie ausgeschlossen sind, bedeutet nicht, dass interessierte Personen sie nach Belieben absichtlich freisetzen oder in der Union als Produkte oder in Produkten in den Verkehr bringen dürfen. Den Mitgliedstaaten steht es somit frei, in diesem Bereich – unter Beachtung des Unionsrechts, insbesondere der Regeln über den freien Warenverkehr – Rechtsvorschriften zu erlassen.“

 

Das Urteil erging aufgrund einer Anfrage des französischen Conseil d’État (Staatsrat). Dort hatten der Landwirtschaftsverband Confédération paysanne und acht weitere Organisationen Klage erhoben. Sie richtete sich dagegen, dass Frankreich Mutagenese-Verfahren wie CRISPR/CAS9 von der Geltung der GVO-Richtlinie ausgenommen hatte.

 

Gentechnikkritiker wie Thomas Waitz, ein EU-Abgeordneter der österreichischen Grünen, begrüßten das Urteil. „Gentechnik bleibt Gentechnik, auch, wenn sie in neuem Gewande als „Gentechnik 2.0“ daherkommt. Das ist ein Rückschlag für die Agrochemiekonzerne, die versucht haben, ihre Methoden der strengen europäischen Gentechnikgesetzgebung zu entziehen“, verlautete er in einer Aussendung. Seitens der Arbeiterkammer hieß es, auch für mittels Mutagenese erzeugte Produkte werde es künftig „eine klare und verpflichtende Kennzeichnung als Gentechnik-Produkte geben“. Das helfe den Konsumenten, sich zurecht zu finden.

 

Kritik kam dagegen vom Verein Saatgut Austria, dem unter anderem die Agrotechnologiekonzerne DuPont Pioneer und Syngenta angehören. Obmann Michael Gohn sprach von einer „undifferenzierten Entscheidung“ und malte die Katastrophe an die Wand. Gerade für kleine und mittelständische Züchter entstehe „immenser Schaden. Sie sind im internationalen Wettbewerb längerfristig quasi chancenlos, was den Konsolidierungsprozess in der Züchtungsbranche weiter beschleunigt“. Und „ mit den heimischen Züchtern werden auch regionale und flächenmäßig weniger bedeutende Sorten bald verschwunden sein“.

July 24th

„Mass Customization“ treibt Wachstum von 3D-Druck-Markt voran

Das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan prognostiziert in einer aktuellen Studie ein hohes Wachstumspotential bei 3D-Druck-Werkstoffen für die Automobilindustrie.

Bis 2024 soll demnach ein jährliches Weltmarktvolumen von 576,5 Millionen Dollar bei jährlichen Wachstumsraten von 176,8 Prozent erreicht werden. Ist derzeit der schnelle Prototypenbau der mit Abstand größte Anwendungsbereich von additiven Fertigungsverfahren, so könnten diese mittelfristig zu weitreichenden Organisationsänderungen in der Automotive-Branche führen. Die Experten von Frost & Sullivan sehen die Möglichkeit, dass in spezialisierten Mikrofabriken Einzelteile nach Maß hergestellt werden und sich so eine kundenindividuelle Massenproduktion, eine sogenannte „Mass Customization“  herausbilden könnte.

 

Strategische Weichenstellungen könnten Wachstum ankurbeln

Die Studie „Global 3D Printing Materials Market in Automotive Transportation, Forecast to 2024“ zeigt Umsatztrends, wachstumstreibende Faktoren und externe Herausforderungen für verschiedene Segmente des Markts (Kunststoffpulver, Kunststoff-Filamente, Metallpulver, Photopolymere) auf und beschreibt die Wettbewerbsstrategien wichtiger Player. Dabei wird zu einigen strategischen Weichenstellungen geraten, die nach Ansicht der Studienautoren das Marktwachstum ankurbeln könnten: So sollte sich die Forschung und Entwicklung auf Kunststoffrezepturen konzentrieren, die für Anwendungen im Realeinsatz geeignet sind und so die Prototypenentwicklung hinter sich lassen. Regional könnte die Fokussierung auf die Märkte in Europa und Nordamerika sinnvoll sein, wo die wichtigsten Pioniere in der Automobiltechnik geortet werden. Von Vorteil wäre die Zusammenarbeit von Material- und Maschinenherstellern, um gemeinsam nicht nur die technische Entwicklung sondern auch  Geschäftsmodellen und Marketing zu entwickeln.

Zudem raten die Experten zu einer Stärkung der Vertriebsbasis in Märkten anderer asiatischer Länder, die „neue Entwicklungen langsamer aufnehmen und kostensensibel strukturiert sind“. Als zu bewältigende Herausforderungen werden unsichere Versorgungsszenarien bei Werkstoffen, fehlende Konsistenz in der Endphase der Produktion und höhere Kosten als bei konventionellen Werkstoffen genannt.

 

 

July 23rd

Chemieroboter mit künstlicher Intelligenz findet neue Reaktionswege

Wissenschaftler der Universität Glasgow haben einen Syntheseroboter trainiert, die unter bestimmten Bedingungen vielversprechendsten neuen Verbindungen und Reaktionswege herauszufinden.

Der Begriff Hochdurchsatzexperiment könnte in der Chemie eine ganz neue Dimension bekommen: Wissenschaftler der Universität Glasgow haben in der Zeitschrift „Nature“ eine Publikation veröffentlicht, in der sie einen mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Syntheseroboter beschreiben. Das System wurde daraufhin konzipiert, neue Reaktionswege und bisher unbekannte Verbindungen zu finden, ohne durch die Einträge in bestehende Datenbanken oder die bekannten Regeln der Organischen Chemie limitiert zu sein.

 

Der Roboter lernt schnell

Dahinter steht ein Lernalgorithmus, der mit digital verfügbarer chemischer Information gefüttert werden kann, um neue Reaktionswege vorherzusagen. Die Forschergruppe rund um Lee Cronin, den Inhaber des Regius-Lehrstuhls für Organische Chemie an der Universität Glasgow, startete dabei mit 18 chemischen Verbindungen als Ausgangsstoffen, nach der Untersuchung von etwa 100 möglichen Reaktionen (nach Angaben der Forscher nur etwa zehn Prozent der mit diesen Verbindungen möglichen Transformationen) soll der Roboter bereits imstande gewesen sein, mit einer Genauigkeit von 80 Prozent vorherzusagen, welche Kombinationen von Ausgangsprodukten zu neuen Reaktionstypen und Molekülen führen. Bei der Untersuchung der vorgeschlagenen Reaktionswege wurden bisher unbekannte Verbindungen und Reaktionswege entdeckt und einer davon sogar in die Spitzengruppe („Top 1 %“) der einzigartigsten bekannten Reaktionen eingereiht.

Cronin glaubt, dass mit diesem Ansatz der Raum der möglichen chemischen Verbindungen kostengünstiger, sicherer und mit weniger anfallendem Abfall durchmessen werden könnte, um so etwa neue Arzneimittelkandidaten oder Moleküle für technische Anwendungen zu finden.

July 17th

Apeiron: Llewellyn-Davies folgt Loibner

Der Brite, seit Oktober 2017 Finanzchef, übernahm den Vorstandsvorsitz des Wiener Immunonkologie-Unternehmens.

 

Der bisherige Finanzvorstand des Wiener Immunonkologie-Unternehmens Apeiron, Peter Llewellyn-Davies, hat mit 15. Juli den Vorstandsvorsitz übernommen. Er folgt Hans Loibner, der sich nach 13 Jahren an der Vorstandsspitze zurückzieht. Laut einer Aussendung von Apeiron steht er aber weiter als Berater zur Verfügung. Unter seiner Leitung brachte das Unternehmen das Medikament Qarziba auf den Markt. Dieses wirkt gegen das Neuroblastom, eine Krebsart, die vor allem bei Kindern auftritt. Weiters gelang Loibner unter anderem die Auslizensierung zweier Entwicklungsprojekten an Pharmakonzerne.

 

Llewellyn-Davies kam im Oktober vergangenen Jahres zu Apeiron. Der gebürtige Brite ist seit langem im Biotechnologiegeschäft tätig. Unter anderem arbeitete er für die Medigene und die Wilex, die heutige Heidelberg Pharma AG. Laut Apeiron-Vorstandschef Manfred Reichl war er „der Wunschkandidat des Aufsichtsrates und ist von Hans Loibner hochgeschätzt. In den letzten neun Monaten hat er sich hervorragend eingearbeitet und bereits wichtige Akzente gesetzt“. Llewellyn-Davies kündigte an, er wolle den „Hauptsitz in Wien ausbauen und gleichzeitig unsere internationalen Aktivitäten und Partnerschaften weiter verstärken“.

 

Loibner dankte den Investoren und den Mitarbeitern „für die jahrelange Zusammenarbeit und Loyalität“. Llewellyn-Davies bezeichnete er als „ausgezeichneten Nachfolger“.

 

 

July 13th

Bilanz „erfreulich“, Aussichten nicht

Der VCI gibt sich zufrieden mit dem Ergebnis des ersten Halbjahres und blickt „besorgt“ in die Zukunft.

 

„Erfreulich“ seien die Geschäfte der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie im ersten Halbjahr 2018 gelaufen, meldet der Branchenverband VCI. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 um 5,5 Prozent „auf gut 100 Milliarden Euro“. Die Produktion erhöhte sich um rund fünf Prozent. Für das Gesamtjahr prognostiziert der Verband weiterhin einen Umsatzzuwachs von 4,5 Prozent auf über 204 Milliarden Euro. Die Produktion dürfte um 3,5 Prozent wachsen, die Preise sollen laut VCI um etwa ein Prozent zulegen. Dennoch warnte Verbandspräsident Kurt Bock: „Dass wir nach einem guten ersten Halbjahr die Prognose nicht nach oben korrigieren, zeigt unsere gedämpften Erwartungen für die zweite Jahreshälfte.“

 

Aufs Gemüt drückt den Chemie- und Pharmagewaltigen „die Gefahr eines globalen Handelskrieges zwischen den USA, China und der EU, die Folgen eines harten Brexits und die stürmische Ölpreisentwicklung“. Und die deutsche Politik habe die Lage offenbar immer noch nicht begriffen, klagte Bock. Es sei zu bedauern, „dass die fehlende industriepolitische Perspektive der Bundesregierung, zum Beispiel zu Unternehmensteuern und Forschungsförderung, diesen Risiken keine positiven Impulse für die Wirtschaft entgegensetzt.“

 

Bock verlangte von der Regierung, „im Herbst einen konkreten Gesetzentwurf für eine steuerliche Forschungs- und Entwicklungsförderung vorzulegen. Die Glaubwürdigkeit politischen Handelns steht hier auf dem Spiel – nicht nur innerhalb unserer Branche“. Als Vorbild nannte Bock Österreich, wo die F&E-Quote bei rund 3,14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt. In Deutschland beläuft sich diese auf 2,93 Prozent.

July 11th

Ecoplus: Neue Offensivstrategie für Wirtschaftsparks

Weitere Parks sollen entwickelt, bestehende gestärkt und entsprechende Schwerpunkte gesetzt werden.

 

Eine neue Offensivstrategie für die Ecoplus-Wirtschaftsparks präsentierten Niederösterreichs Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav und Ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki am 11. Juli im Eco-Forum im Industriezentrum Niederösterreich Süd in Wiener Neudorf. Die Kernpunkte der Strategie sind die Entwicklung neuer Wirtschaftsparks, die Stärkung bestehender Standorte sowie eine entsprechende Schwerpunktsetzung. „Ganz entscheidend sind die Verkehrsinfrastruktur von Straße und Schiene sowie der Nahbereich zu Wien oder die Lage entlang einer der Hauptverkehrsachsen. Die vier am meisten Erfolg versprechenden Regionen sind jene um den Flughafen Schwechat, in Bruck an der Leitha, Wiener Neustadt und St. Pölten“, konstatierte Bohuslav.

 

Zurzeit betreibt Ecoplus 17 Wirtschaftsparks mit insgesamt rund 1.000 Hektar Fläche. In diesen haben sich 973 österreichische sowie internationale Firmen angesiedelt. Sie beschäftigen in Summe rund 21.400 Personen, was etwa der Anzahl der Einwohner Mödlings entspricht. Laut Bohuslav investierte Ecoplus in den vergangenen fünf Jahren rund 73 Millionen Euro in Immobilien und Infrastrukturmaßnahmen zum Ausbau der Wirtschaftsparks. Damit löste die Wirtschaftsagentur Gesamtinvestitionen von 900 Millionen Euro aus. Etwa 7.740 Arbeitsplätze entstanden. Für heuer sind weitere rund 16 Millionen Euro budgetiert.

 

Allein im ersten Halbjahr 2018 unterstützte Ecoplus 62 Betriebsansiedlungen bzw. -erweiterungen. Dadurch wurden 543 Arbeitsplätze neu geschaffen und weitere 41 gesichert. Laut Bohuslav sind die Ecoplus-Wirtschaftsparks damit „der Kern und das Rückgrat der erfolgreichen Betriebsansiedlungen“. Miernicki zufolge unterstützt die Ecoplus „nicht nur die Firmen in den Wirtschaftsparks, sondern alle interessierten Unternehmen in ganz Niederösterreich. Aktuell haben wir 300 Anfragen, rund die Hälfte davon bezieht sich auf die Wirtschaftsparks. Unser Standort-Kompass umfasst mittlerweile eine Datenbank von 300 Immobilien. Im ersten Halbjahr 2018 haben auch bereits über 5.000 User darauf zugegriffen“.

 

July 10th

BASF: Große Pläne in China

Der Chemiekonzern will rund 8,55 Milliarden Euro in eine neue Petrochemiefabrik investieren. Das verlautete am Rande des Staatsbesuchs Ministerpräsident Li Keqiangs in Deutschland.

 

Um rund zehn Milliarden US-Dollar (8,55 Milliarden Euro) möchte BASF eine Petrochemiefabrik in der südchinesischen Provinz Guangdong errichten. Eine diesbezügliche unverbindliche Absichtserklärung unterschrieben BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller und der Vizegouverneur der Provinz, Lin Shaochun, am 9. Juli in Berlin. Die Unterzeichnung erfolgte im Beisein Bundeskanzlerin Angela Merkels und des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang, der zurzeit auf Staatsbesuch in Deutschland weilt. Laut einer Aussendung von BASF könnten die ersten Anlagen der neuen Fabrik 2026 in Betrieb gehen. Deren endgültige Fertigstellung wäre für 2030 zu erwarten.

 

Errichtet würde zunächst ein Steamcracker zur Erzeugung von rund einer Million Tonnen Ethylen pro Jahr. In der Folge kämen nach Angaben von BASF „Anlagen für verbrauchernähere Produkte und Lösungen in Bereichen wie Transport oder Konsumgüter“ hinzu. Nach ihrer Fertigstellung wäre die Fabrik in Guangdong „der drittgrößte BASF-Standort weltweit“ nach Ludwigshafen und Antwerpen.

 

Guangdong ist mit rund 110 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Provinz Chinas. Seitens BASF wird sie weiters als größter chinesischer Standort für die Autozuliefer- und die Elektronikindustrie bezeichnet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll jährlich um rund sieben Prozent wachsen. Bereits derzeit ist das BIP der Provinz mit etwa 1.136 Milliarden Euro laut BASF größer als das Spaniens, „bald“ werde jenes von Südkorea erreicht. Dieses beläuft sich auf rund 1.300 Milliarden Euro, also ungefähr das Dreifache des BIPs Österreichs.

 

BASF eröffnete seine erste Fabrik in China im Jahr 1966. In Nanjing betreibt der deutsche Konzern seit 2005 eine große petrochemische Fabrik. Sie erwirtschaftete 2017 rund 2,76 Milliarden Euro Umsatz sowie ein EBITDA von etwa 450 Millionen Euro. Insgesamt erzielte BASF in China vergangenes Jahr einen Umsatz von rund 7,3 Milliarden Euro.

 

 

 

July 9th

Molekularer Motor in Cilien rekonstruiert

Biophysiker der TU München konnten einen Protein-Komplex rekonstruieren, der als molekularer Motor fungiert und so eine entscheidende Rolle für die Funktion von Cilien spielen kann.

 

Cilien sind Ausstülpungen von Zellen, die neben Cytoplasma ein röhrenförmiges Skelett aus Mikrotubuli enthalten. Sie dienen – je nach Ausprägung – der Bewegung von Zellen oder umgebendem Medium oder spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Differenzierung von Geweben.

Die Details des biochemischen Mechanismus, der den Cilien diese vielfältigen Aufgaben ermöglicht, liegen aber nach wie vor im Dunkeln. Bislang wurden dutzende Proteine identifiziert, die die Funktion der Ausstülpungen beeinflussen. Zeynep Ökten vom Physik-Department der Technischen Universität München glaubt deswegen, dass der klassische Top-down-Approach bei einer solchen Fragestellung an seine Grenzen stößt. Gemeinsam mit ihren Kollegen hat sie im Gegensatz dazu einen Bottom-up-Ansatz gewählt und einzelne Proteine und ihre Wechselwirkungen untersucht, die als molekulare Motoren fungieren und so am Trabsport in den Cilien beteiligt sein könnten.

Nach monatelangem Experimentieren konnte eine Minimalkombination aus vier Proteinen identifiziert werden, die sich zu einem Komplex (einer Kinesin-2-betriebenen intraflagellaren Transportmaschine, IFT) zusammenschließen und beginnen, durch die Kapillaren eines Probenträgers zu wandern – eine Bewegung, die im Fluoreszenzmikroskop sichtbar gemacht werden konnte.

 

 

July 5th

Bosch will sich von Packaging-Sparte trennen

Die Bosch-Gruppe plant den Verkauf ihres Geschäfts mit Verpackungsmaschinen. Davon sind sowohl die Produktlinien für die Pharma- als auch jene für die Lebensmittelindustrie betroffen.

 

Die Unternehmensführung gab bekannt, dass man nach Prüfung aller strategischen Optionen einen Käufer für das Geschäftsfeld suche. Die Gruppe wolle „aufgrund erforderlicher Transformation“  Ressourcen fokussieren. Gemeint dürfe damit die stärkere Konzentration auf Geschäftsfelder und Technologien sein, die im Zuge industrieller Digitalisierungsprozesse ins Zentrum rücken, konkret wird etwa „Internet der Dinge“ genannt. Die Verpackungstechnik sei demgegenüber kein Kerngeschäft und man habe auch keine unternehmerisch oder technologisch ausreichenden Synergien im Konzern gefunden.

Da man hier im Projektgeschäft eines speziellen Bereichs des Sondermaschinenbaus agiere, hätten mittelständisch strukturierte Mitbewerber Vorteile gegenüber einem großen Konzern. Es sei aber geplant, dass alle rund 6.100 Mitarbeiter in 15 Ländern von einem potentiellen Erwerber übernommen werden sollen. Innerhalb der Verpackungsmaschinen-Sparte hat sich der Pharma-Bereich nach Angaben des Unternehmens zuletzt erfreulich entwickelt, der Lebensmittelbereich sei mit der Stärkung seiner Kerngebiete beschäftigt gewesen und wolle seine Marktposition nun weiter ausbauen.

 

 

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