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September 9th, 2021

Impfstofferzeugung: Produktion auf vollen Touren

Noch ist die COVID-19-Pandemie alles andere als bewältigt. Aber mittlerweile steht eine Reihe von Impfstoffen und Arzneien zu ihrer Bekämpfung zur Verfügung. Und deren Produktion wurde massiv gesteigert, hieß es bei einer Pressekonferenz der IFPMA.


„Die COVID-19-Pandemie ist weit davon entfernt, vorbei zu sein.“ Das betonte Rasmus Bech Hansen, der Mitbegründer und Chef von Airfinity, kürzlich bei einer Pressekonferenz der IFPMA, des globalen Verbandes der Pharmaindustrie. Airfinity ist einer der weltweit wichtigsten Anbieter von Daten zur COVID-19-Pandemie, insbesondere zur damit im Zusammenhang stehenden Erzeugung von Impfstoffen und Arzneimitteln. Hansen zufolge sind derzeit etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung vollständig gegen das COVID-19-Virus SARS-CoV-2 geimpft: „Und die Impfungen wirken offenbar. In Ländern, in denen die Impfraten höher sind, sind im Gegenzug die Sterberaten niedriger.“ Was nun die globale Produktion der Vakzine betrifft, belief sich diese laut Hansen im August auf rund 6,12 Milliarden Dosen. Für das Gesamtjahr rechnet er mit etwa 12,23 Milliarden Dosen, für 2022 mit 24 Milliarden. Fast die Hälfte der heurigen Erzeugung dürfte auf die Mittel der chinesischen Pharmaunternehmen Cansino, Beijing/Sinopharm, Sinovac und Anhui Zhifei entfallen, konstatierte Hansen: „Die Chinesen habe ihre Erzeugung in einem sehr hohen Tempo ausgebaut. Mittlerweile sind sie führend, auch wenn es einige Fragen hinsichtlich ihrer Impfstoffe gibt.“ Unter den westlichen Konzernen sind Pfizer/Biontech und Astrazeneca hinsichtlich der Produktionsmengen führend und dürften dies zumindest bis Jahresende auch bleiben. Laut Hansen bestehen zwischen den Pharmafirmen mittlerweile 231 Vereinbarungen über die Erzeugung von COVID-19-Impfstoffen.

 

Angesichts der steigenden Erzeugungsmengen sieht es auch nicht schlecht aus, was die Verfügbarkeit in den Industriestaaten nicht benötigter Impfstoffdosen für wirtschaftlich schwächere Länder besteht. Selbst wenn die „Erste Welt“ massiv in die Drittimpfung geht, stehen heuer rund 1,2 Milliarden Dosen zur Weiterverteilung an die „Dritte Welt“ zur Verfügung. Keinen Anlass zur Sorge sollte laut Hansen auch die Wirksamkeit der Vakzine gegen die Delta-Variante von SARS-CoV-2 bieten. Sie liegt bei dem Impfstoff von Astrazeneca bei 65 Prozent, bei jenem von Pfizer/Biontech bei 77 Prozent und bei dem von Moderna bei 85 Prozent. Dazu kommt, dass etliche weitere Vakzine in Entwicklung sind, davon 38 in der Phase I, 14 in der Phase II und 29 in der Phase III. Im präklinischen Stadium befinden sich weitere 344 Impfstoffkandidaten. Was die weltweiten Marktanteile der zugelassenen Impfstoffe betrifft, liegt zurzeit Pfizer/Biontech mit rund 45 Prozent an der Spitze, gefolgt von Moderna und Astrazeneca mit jeweils etwa 18 Prozent, Johnson & Johnson mit 17 Prozent, Sputnik V mit zwei Prozent und Bharat mit einem Prozent. Ferner werden auch zunehmend Arzneimittel zur Behandlung von COVID-19 verfügbar, ergänzte Hansen. Die zurzeit zugelassenen acht Medikamente seien gewissermaßen „Hidden Heroes“: „Wir werden SARS-CoV-2 nicht ausrotten können. Aber wir können mancherlei dagegen tun.“

 

Schlaflose Nächte

 

Zuversichtlich gaben sich bei der Pressekonferenz denn auch die Führungspersönlichkeiten einiger großer Pharmakonzerne. Pfizer-Chef Albert Bourla etwa berichtete, sein Unternehmen habe geplant, heuer 1,3 Milliarden Dosen seines COVID-19-Impfstoffs herzustellen: „Tatsächlich dürften wir auf etwa drei Milliarden Dosen kommen, 2022 auf rund vier Milliarden.“ Auf die Frage, wie Pfizer das geschafft habe, antwortete Bourla: „Mit einer Unzahl schlafloser Nächte und der Anstrengung tausender Beschäftiger.“ Natürlich habe der Aufbau zusätzlicher Erzeugungskapazitäten auch eine Stange Geld gekostet. Und ein noch größeres Problem sei gewesen, die Rohstoffe für die Produktion der Vakzine zu beschaffen, nicht zuletzt infolge von Exportbeschränkungen und anderen Handelshindernissen. Aber letzten Endes habe alles bestens funktioniert: „Wir als Pharmabranche haben in Rekordzeit Impfstoffe und Medikamente entwickelt und deren Produktion hochgezogen.“ Als einen wesentlichen Grund für dieses Ergebnis bezeichnete Bourla die Zusammenarbeit von Unternehmungen, die sonst teils erbitterte Konkurrenten seien: „Wenn wir das bei COVID-19 konnten, sollten wir es bei der Bekämpfung anderer Krankheiten auch können, etwa bei Krebs.“ Entschieden verwahrte sich Bourla gegen die Vorhaltung, im August Preiserhöhungen angestrebt und angekündigt zu haben: „Ich habe nichts dergleichen getan. Und die Preise sind nicht gestiegen.“ Übrigens habe Pfizer rund 41 Prozent bzw. 1,3 Milliarden Stück der bisher erzeugten Impfstoffdosen an wirtschaftlich schwächere Länder geliefert. Im kommenden Jahr werde eine weitere Milliarde Dosen dorthin verfrachtet.

 

Gegen die Deltavariante entwickle Pfizer mit Biontech eine eigene Version seines Impfstoffs: „Wir sind aber nicht sicher, ob wir diese brauchen, weil die derzeit verfügbare Version diese Variante gut bekämpft.“ Grunsätzlich ergebe es keinen Sinn, für jede neue Mutation des Virus eine eigene Impfstoffversion zu schaffen: „Bei Delta haben wir das getan, weil sich diese Mutation innerhalb nur weniger Monate über die ganze Wel verbreitet hat.“

 

Warnung vor Kollateralschaden

 

Belén Garijo, die Vorsitzende der Geschäftsleitung des deutschen Pharmariesen Merck, stimmte Bourla weitgehend zu. Auch ihr Unternehmen habe seine Produktionskapazitäten „so schnell wie möglich ausgebaut und dafür viel Geld in die Hand genommen“. Und angesichts des Bedarfs an Impfstoffen sei die Nachfrage für die entsprechenden Rohmaterialien, aber auch für die Fabriksausrüstung, in die Höhe geschossen. Überdies habe ihr Konzern ebenso wie andere Pharmaunternehmen Etliches an Personal für den Betrieb der neuen Anlagen schulen müssen. Und Garijo fügte hinzu: „COVID-19 hat eine völlig neue wirtschaftliche Umwelt für die Pharma- und Ligfe-Sciences-Industrie geschaffen. Die Art, wie wir arbeiten und zusammenarbeiten, hat sich komplett geändern. Und ein Zurück in die Zeit vor der Pandemie gibt es nicht mehr.“ Als schwerwiegendes Problem erachtet Garijo, dass vor lauter COVID-19 die Bekämpfung anderer Krankheiten in den Hintergrund geriet: „Das ist ein Kollateralschaden, den wir keinesfalls unterschätzen dürfen.“

 

Volle Kapazität

 

Paul Stoffels, der Chief Scientific Officer von Johnson & Johnson, ergänzte, die Produktion von Impfstoffen sei „äußerst kompliziert und erfordert Erzeugungsschritte in aller Welt. Daher ist es notwendig, die Beschäftigten entsprechend auszubilden. Noch nie haben so viele Menschen in diesem Bereich gearbeitet.“ Sein Unternehmen arbeite mit Behörden in aller Welt zusammen, „um maximalen Schutz für die Bevölkerung gewährleisten zu können. Wir brauchen Kooperation mit den Regierungen, damit die Impfstoffe und die Produktionseinheiten so rasch wie möglich zugelassen werden können“. Die Politik sei gut beraten, die Industrie arbeiten zu lassen: „Dann wird es genug Impfstoff für alle geben.“

 

Laut Bill Anderson, dem Chef von Roche Pharmaceuticals, begann sein Unternehmen unmittelbar nach dem Ausbruch der Pandemie damit, zehn Medikamente auf ihre mögliche Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 zu testen: „Wir wussten ja nicht, welche Patienten auf welche Medikamente ansprechen und wie sie das tun. Und natürlich wollten wir nicht mehr Schaden anrichten als Nutzen zu bringen“. Mittlerweile fahre Roche alle Fabriken zur Erzeugung von Vakzinen und Arzneimitteln gegen SARS-CoV-2 mit voller Kapazität. Aber die Produktion dieser Mittel sei technisch nun einmal anspruchsvoll und aufwendig: „Das kann man nicht in jedem kleinen Betrieb machen.“ Und Anderson betonte: Bei der Bereitstellung der Impfstoffe und sonstigen Medikamente habe sich Roche „immer am Bedarf der Patienten orientiert und an nichts Anderem“.

 

 

 

 

September 3rd

EU-Kommission: Einigung mit Astrazeneca

Die rechtlichen Auseinandersetzungen über die Lieferung des COVID-19-Impfstoffs Vaxzevia sind beigelegt. Bis Ende des ersten Quartals 2022 erhält die EU 200 Millionen weitere Dosen. Für den Fall von Verzögerungen sind Strafen vorgesehen.

 

Der Rechtsstreit zwischen der EU-Kommission und dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca ist beendet. Das teilten die Kommission sowie der Konzern in getrennten, jedoch inhaltlich weitestgehend gleichlautenden, Aussendungen mit. Diesen zufolge verpflichtet sich Astrazeneca, bis Ende des ersten Quartals 2022 weitere 200 Millionen Dosen seines COVID-19-Impfstoffs Vaxzevria an die EU zu liefern. Davon sind 135 Millionen Dosen bis Ende 2021 fällig, die verbleibenden 65 Millionen im ersten Quartal 2022. Unter Berücksichtigung der bereits gelieferten 100 Millionen Dosen würde die EU damit von Astrazeneca die ursprünglich vereinbarte Menge von 300 Dosen erhalten.

 

Vorgesehen in der nun erzielten Einigung sind Strafzahlungen bei verzögerter Lieferung. Diese belaufen sich auf zehn Prozent der Kosten jeder zu liefernden Dose bei einmonatiger Verzögerung, auf 25 Prozent bei um zwei Monate und auf 40 Prozent bei um drei Monate verspäteter Lieferung. Nicht zu bezahlen sind die Strafen im Falle von Umständen höherer Gewalt. Als Voraussetzung für die rechtzeitige Lieferung gilt weiters, dass die European Medicines Agency (EMA) Astrazeneca bis Ende Oktober die Betriebsgenehmigung für zwei in Fertigstellung befindliche Impfstofffabriken erteilt.

 

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides konstatierte, die Impfquoten der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten seien höchst unterschiedlich: „Daher ist es wichtig, dass genug Impfstoff verfügbar ist, inklusive dessen von Astrazeneca.“ Seitens Astrazeneca verlautete Executive Vice President Ruud Dobber, er sei froh über die Einigung mit der EU-Kommission. Bis dato habe sein Unternehmen mit den an die EU gelieferten Dosen von Vaxzevira keinen Gewinn erzielt. Insgesamt seien 1,1 Milliarden Dosen des Vakzins an 170 Länder geliefert worden, davon zwei Drittel an wirtschaftlich schwächere.

 

Ein Brüsseler Gericht hatte Astrazeneca am 18. Juni erstinstanzlich dazu verurteilt, bis spätestens Ende September mindestens 50 Millionen Dosen von Vaxzevira an die EU zu liefern. Für den Fall der Verfehlung dieses Zieles ordnete das Gericht Strafzahlungen an. Der Konzern lieferte die geforderte Menge bereits Ende Juni. Somit ist die Strafdrohung hinfällig.

 

 

August 31st

EU: 70 Prozent der Erwachsenen vollständig gegen COVID-19 geimpft

Die EU-Kommission spricht von einem „großen Erfolg“. In Österreich sind rund 58,2 Prozent der Bevölkerung immunisiert. Das politische Katzbalgen ums Impfen geht mit Hingabe weiter.

 

Per Ende August waren 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der EU vollständig gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft. Das berichtete die Europäische Kommission in einer Aussendung. Ihr zufolge waren zu diesem Zeitpunkt mehr als 256 Millionen EU-Bürger und damit über einer Viertelmilliarde Menschen zwei Impfstoffdosen verabreicht worden. Insgesamt schloss die Kommission im Namen und auf Rechnung der Mitgliedsstaaten bisher Verträge über die Lieferung von bis zu 4,6 Milliarden Impfstoffdosen: „Zudem laufen derzeit Verhandlungen über zusätzliche Dosen. Die Kommission arbeitet auch mit der Industrie zusammen, um die Kapazitäten zur Herstellung von Impfstoffen zu erhöhen.“ Überdies lieferte die EU über die COVAX-Fazilität nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 200 Millionen Impfstoffdosen an wirtschaftlich schwächere Länder.

 

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte die nunmehr erreichte innereuropäische Impfquote von 70 Prozent einen „großen Erfolg. Die Unionsstrategie, gemeinsam vorzugehen, zahlt sich aus und stellt Europa an die Spitze des weltweiten Kampfes gegen COVID-19. Die Pandemie ist jedoch nicht vorbei und es muss noch mehr getan werden. Ich rufe alle, die sich impfen lassen können, auf, dies auch zu tun. Außerdem müssen wir auch dem Rest der Welt in Bezug auf die Impfung beistehen. Europa wird seine Partner, insbesondere die Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, weiterhin bei diesen Bemühungen unterstützen“. Ähnlich äußerte sich Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Quote sei „eine gemeinsame Errungenschaft der EU und ihrer Mitgliedstaaten, die zeigt, was möglich ist, wenn wir solidarisch und koordiniert zusammenarbeiten. Unsere Bemühungen, die Impfungen in der gesamten EU voranzutreiben, werden unvermindert fortgesetzt. Wir werden insbesondere diejenigen Mitgliedstaaten, die weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert sind, auch in Zukunft unterstützen. Wir müssen die Immunitätslücke – das Tor für den Einfall neuer Virusvarianten – schließen, und das ist nur möglich, wenn schneller geimpft wird, als neue Varianten entstehen“.

 

Österreich: 58,2 Prozent immunisiert

 

In Österreich verfügten laut Sozial- und Gesundheitsministerium per 30. August 58,17 Prozent der Bevölkerung über einen vollständigen Impfschutz, 61,52 Prozent waren mindestens einmal geimpft worden. Und, so das Ministerium auf seiner Website: „Im Schnitt wird alle 6,6 Sekunden in Österreich eine Impfung verabreicht.“ Rund 13,6 Millionen Dosen an Impfstoffen seien nach Österreich geliefert und etwa 10,4 Millionen verabreicht worden.

 

Katzbalgen geht weiter

 

Neben dem Impfen geht auch das politische Katzbalgen um dieses weiter. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch wetterte, die Regierung Kurz habe „von Anfang an einen Fehler nach dem anderen gemacht. Zuerst hat sich Kurz nicht um ausreichend Impfstoff gekümmert, dann wurden Impfstoffe gebunkert statt verimpft. Gestern wurde bekannt, dass die Regierung die Impfkampagne still und heimlich gestoppt hat, statt endlich eine Impfoffensive zu starten und für sachliche Aufklärung zu sorgen“. Mittlerweile erfolge das Impfen nur mehr im „Schneckentempo und die Länder warten vergeblich auf Vorgaben des Bundes für die Auffrischungsimpfungen. Das Gemurkse der Regierung beim Schutz der Bevölkerung ist verantwortungslos und fahrlässig“.

 

Die Gesundheitssprecherin der ÖVP im Nationalrat, Gabriele Schwarz, wiederum haderte, das Agieren der Oppostion sei „an Doppelmoral nicht zu überbieten. Über Monate wurde die sinnvolle Impfkampagne der Bundesregierung von SPÖ, FPÖ und NEOS als ‚Inseratenkorruption‘ verunglimpft und sogar in einem eigenen Untersuchungsausschuss im Parlament schlechtgeredet“. Nun mehr Aufklärung der Bevölkerung über die Impfkampagne zu fordern, sei „nur mehr scheinheilig“.

 

 

August 24th

Pfizer: Einkauf im Krebsbereich

Der US-Pharmakonzern will die kanadisch-US-amerikanische Trillium Therapeutics übernehmen.

 

Um rund 2,26 Milliarden US-Dollar will der US-amerikanische Pharmagigant Pfizer das kanadisch-US-amerikanische Immunonkologieunternehmen Trillium Therapeutics übernehmen. Ein diesbezügliches Übereinkommen sei dieser Tage geschlossen worden, meldeten Pfizer und Trillium. Zum Abschluss der Transaktion ist die Zustimmung der zuständigen Behörden sowie das Einverständnis von mindestens 66⅔ Prozent der Aktionäre und Anteilseigner der Trillium notwendig. Einen Zeitplan für den Abschluss des Geschäfts nannten die beiden Unternehmen nicht.

 

Die 2004 gegründete Trillium entwickelt eine Therapie, die es dem Immunsystem erleichtert, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. Grob gesprochen, werden zu diesem Zweck Inhibitoren, die die Zerstörung der Tumoren verhindern, blockiert. Überdies erhält das Immunsystem ein eigenes Signal zur Zerstörung der Krebszellen. Klinische Studien, um die Wirksamkeit der Therapie nachzuweisen, sind im Gange.

 

Der Leiter des weltweiten Krebs-Geschäfts von Pfizer, Andy Schmeltz, ließ wissen, mit der Akquisition stärke sein Unternehmen seine Position im Bereich Onkologie weiter. Es bestehe die Möglichkeit, eine „bahnbrechnende“ Therapie auf den Markt zu bringen. Im Rahmen seiner Pfizer Breakthrough Growth Initiative (PBGI) investierte Pfizer bereits Anfang September 2020, also vor knapp einem Jahr, 25 Millionen US-Dollar in Trillium. Der Leiter der Entwicklungsabteilung für Krebstherapeutika bei Pfizer, Jeff Settleman, gehört seit damals dem wissenschaftlichen Beratungsgremium von Trillium an. Nach eigenen Angaben erwirtschaftete Pfizer im Jahr 2020 rund 10,9 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Krebsmedikamenten. Über 716.000 Patienten seien mit den Mitteln behandelt worden. Mehr als 300 klinische Studien zur Entwicklung weiterer einschlägiger Medikamente befänden sich im Laufen.

 

Trillium-Chef Jan Skvarka konstatierte, die von seinem Unternehmen entwickelte Therapie sei „einzigartig“. Mit der kommerziellen Potenz Pfizers könne diese den Patienten schneller verfügbar gemacht werden: „Wir glauben, das ist ein gutes Ergebnis für die Patienten und für unsere Aktionäre.“

 

 

 

August 10th

Wiener Ärztekammer: „Mehr und nicht weniger investieren“

Sparen im Gesundheitssystem wäre gerade nach den Erfahrungen mit der COVID-19-Pandemie verfehlt, betont der Wiener Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. Unterstützt sieht er seine Auffassung durch den neuen Wiener Gesundheitsinfrastrukturreport, erstellt im Auftrag der Kammer.

 

Das österreichische, insbesondere aber auch das Wiener Gesundheitssystem, habe den „Stresstest“ der COVID-19-Pandemie gut bewältigt. Nun gelte es indessen, die richtigen Folgerungen zu ziehen, betonte der Präsident der Österreichischen und der Wiener Ärztekammer, Thomas Szekeres, am 10. August bei der Präsentation des Wiener Gesundheitsinfrastrukturreports 2020. Szekeres zufolge bedeutet das, die Budgets für den Gesundheitssektor zu erweitern und für eine ausreichende Infrastruktur sowie sowie eine angemessene Personalausstattung zu sorgen. Sparen könne jedenfalls kein Thema sein: „Wir brauchen mehr und nicht weniger Investitionen.“ Einmal mehr forderte Szekeres für Wien weitere 300 Kassenstellen sowie zusätzliche 250 Spitalsärzte. Immerhin: Von den 250 Spitalsärztestellen sei etwa die Hälfte bereits besetzt.

 

Ferner verlangte Szekeres, die Ärzte stärker in Fragen der Investitionen im Gesundheitsbereich einzubinden. Wie er betonte, sind laut dem Gesundheitsinfrastrukturreport etwa 66 Prozent der Patienten der Auffassung, bei derartigen Themen müssten vor allem die Mediziner Gehör finden. Nur 13 Prozent seien dem gegenüber dafür, primär den Gesundheitspolitikern das Feld zu überlassen. Und lediglich acht Prozent wollten den Ansichten von Wirtschaftsexperten den Vorrang geben. Der Unterstützung der Patienten sieht sich Szekeres gewiss: Dem Report zufolge befürworten 64 Prozent Mehrinvestitionen in die Wiener Gesundheitsinfrastruktur. Nur fünf Prozent wollen weniger Geld ausgeben, 27 Prozent gleich viel.

 

Ein weiterer Wunsch des Kammerpräsidenten betrifft die Entlastung der Spitalsambulanzen durch die Einrichtung zentraler Notaufnahmen sowie Akutordinationen in den Krankenhäusern selbst. Auch die 300 zusätzlichen Kassenstellen respektive Ordinationen könnten diesbezüglich hilfreich sein. Das Problem: Den niedergelassenen Bereich finanzieren die Kranken-, pardon: Gesundheitskassen zu 100 Prozent, den Spitalsbereich dagegen nur zu einem Drittel.

 

„Da wird Geld verschleudert“

 

Für dringend hält Reformen bei den Spitalsambulanzen der ehemalige Chef des Instituts für Höhere Studien und vormalige Vorsitzende des Österreichischen Fiskalrats, Bernhard Felderer, der die Erstellung des Reports begleitete. Ihm zufolge wird bei den Ambulanzen derzeit „Geld verschleudert“. Es sei unabdingbar, den niedergelassenen Bereich zu stärken. Ferner empfahl Felderer eine stärkere Spezialisierung der (Wiener) Spitäler: „Es wäre sinnvoll, Schwerpunktkrankenhäuser zu bilden“.

 

Auf die Frage des Chemiereports, was 300 zusätzliche Kassenstellen kosten würden und wie hoch die Einsparungen bei den Spitalsambulanzen im Gegenzug wären, sagte Szekeres: „Unterm Strich würde man sich Geld sparen. Wie viel, weiß ich nicht.“ Eine genaue Abschätzung sei aufgrund der unterschiedlichen Finanzierungstöpfe schwierig. Jedenfalls aber wäre laut Szekeres zu überlegen, die Ambulanzen und die Ordinationen koordiniert zu finanzieren. Eine einheitliche Finanzierung des gesamten Gesundheitssystems, wie sie verschiedentlich angeregt wird, hält der Ärztekammerpräsident für nicht umsetzbar.

 

Gefragt nach seinen Überlegungen hinsichtlich der Anpassung des Wiener Gesundheitssystems an die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels beschied Szekeres, es gelte, diesen „in den Griff zu bekommen“. Als kleines Land könne Österreich jedoch wenig tun. Hier sei internationales Agieren gefragt. Eine „alte Forderung“ der Wiener Ärztekammer gewinne aber wieder an Aktualität: die Ausstattung der Krankenhäuser mit Klimaanlagen.

 

 

August 5th

Bayer: Verluste deutlich verringert

Der deutsche Pharma- und Agrochemiekonzern verzeichnete im ersten Halbjahr nach eigener Auffassung ein „starkes Wachstum“. Deshalb hebt er die Prognose für das Jahresergebnis an. Für den Rechtsstreit um Glyphosat gibt sich das Management optimistisch.

 

Der Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer verzeichnete im ersten Halbjahr 2021 einen Verlust von rund 246 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2020 hatte er einen Verlust von 8,06 Millarden Euro verbucht. Der Umsatz wuchs um 1,2 Prozent auf 23,18 Milliarden Euro. Das EBITDA nach Sondereinflüssen beziffert der Konzern mit etwa 3,28 Milliarden Euro, verglichen mit-5,83 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2020. Das EBIT schließlich gibt Bayer mit rund 802 Millionen Euro an, im Vorjahr hatte es etwa -8,28 Milliarden Euro betragen. Im Halbjahresfinanzbericht ist von einem „starken Wachstum“ die Rede. Vorstandschef Werner Baumann zufolge erwirtschafteten im zweiten Quartal alle drei Geschäftsbereiche „bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum. Wir erwarten für all unsere Geschäfte eine anhaltend positive Umsatzdynamik. Deshalb heben wir die Prognose für das Gesamtjahr an und rechnen nun mit mehr Umsatz sowie einem höheren bereinigten Ergebnis je Aktie als bisher angenommen“.

 

Konkret heißt das: Baumann und seine Kollegen beziffern den voraussichtlichen Jahresumsatz mit etwa 43 Milliarden Euro, bisher hatten sie von etwa 41 Milliarden Euro gesprochen. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA soll zwischen 10,6 und 10,9 Milliarden Euro liegen. Die bisherige Prognose hatte auf 10,5 bis 10,8 Milliarden Euro gelautet. An Sonderaufwendungen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit den Rechtsstreitigkeiten um das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, sind währungsbereinigt etwa 4,8 Milliarden Euro veranschlagt. Im ersten Halbjahr fielen in diesem Kontext sowie für Restrukturierungen Sonderaufwendungen von rund 3,89 Milliarden Euro an. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2020 waren es etwa 13,15 Milliarden Euro gewesen. Laut dem Halbjahresbericht ist Bayer zuversichtlich, die rund 125.000 Fälle angeblich Glyphosat-Geschädigter beilegen oder auf dem Rechtsweg bewältigen zu können. Noch im August soll versucht werden, einen Fall vor den Obersten Gerichtshof der USA zu bringen. Gelingt dies und entscheidet das Höchstgericht zugunsten Bayers, „würden zukünftige Rechtsstreitigkeiten effektiv ausgeschlossen“. Lehnt der Oberste Gerichtshof die Befassung mit der Causa ab oder entscheidet gegen Bayer, „würde das eigene Programm von Bayer zur Schadensverwaltung greifen. Für dieses Szenario hat Bayer entsprechend bilanzielle Maßnahmen getroffen“, eben die genannten Rückstellungen. Jedenfalls aber sieht sich der Konzern auf einem „guten Weg ist, um die Risiken durch mögliche künftige Rechtstreitigkeiten zu minimieren“ und „mehr Kontrolle über die weitere Vorgehensweise“ zu gewinnen. Und: „Nach wie vor bestehen aus Sicht von Bayer keinerlei Bedenken in Bezug auf die Sicherheit der Produkte.“

 

Zukauf in den USA

 

In einem kündigte Bayer an, um rund 1,5 Milliarden US-Dollar (1,27 Milliarden Euro) sowie Meilensteinzahlungen von bis zu 500 Millionen US-Dollar (422,4 Millionen Euro) das Biopharma-Unternehmen Vividion Therapeutics zu übernehmen. Dieses hat seinen Sitz in San Diego im Bundesttaat Kalifornien und verfügt über eine Plattform für Chemoproteomik. Laut Bayer ist es damit befähigt, „unterschiedliche Therapien mit niedermolekularen Wirkstoffen für verschiedene Indikationen zu entwickeln. Dabei liegt der Schwerpunkt zunächst im Bereich der Onkologie und Immunologie“. Mit der Übernahme will der deutsche Konzern seine Kompetenzen im Bereich der Wirkstoffforschung (weiter) stärken.

 

 

July 26th

Forschungsachse Wien – Bratislava gestärkt

Im Zuge eines Projekts zum Aufbau einer virologischen Datenbank wurde eine Vereinbarung zu grenzüberschreitender Kooperation zwischen Wien und Bratislava getroffen.

Im Rahmen des grenzüberschreitenden Kooperationsprojekts CAPSID haben sich die Vienna Biocenter Core Facilities (VBCF) in Wien und das Biomedicínske centrum Slovenská akadémia vied (BMC SAV) in Bratislava mit elf Projektpartnern zusammengeschlossen und eine virologische Datenbank aufgebaut, die Informationen und Protokolle für die Herstellung von viralen Proteinen bereitstellt. Nun wurde das Projekt nach dreijähriger Laufzeit abgeschlossen und gleichzeitig die Grundlage für eine engere Zusammenarbeit der biomedizinischen Forschungszentren in der slowakisch-österreichischen Grenzregion gelegt. In einer Abschlusserklärung verpflichteten sich beide Projektpartner, mittels gemeinsamer Seminare, Forschungsaustausche und -arbeiten sowie koordinierter Drittmittelanträge die enge Zusammenarbeit über die Projektlaufzeit hinaus sicherzustellen.

 

Vesikel als Vehikel für Vakzine

Wissenschaftlern der Vetmed ist es gelungen, eukaryotische Proteine auf bakterielle Vesikel aufzubringen. Das könnte als Plattform für Impfstoffe Verwendung finden.

Alle Arten von Zellen geben Vesikel an ihre Umgebung ab. Wurden die kleinen membranumhüllten Abschnürungen früher meist als zellulärer Abfall betrachtet, erkennt die Molekularbiologie in den vergangenen Jahren immer deutlicher, dass sie in der Übertragung von Signalen zwischen verschiedenen Zellen eine wichtige Rolle spielen. Das ist auch bei denjenigen Bakterien so, die den menschlichen Darm besiedeln. Forschern um Christoph Metzner vom Institut für Virologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien ist es nun erstmals gelungen, derartige bakterielle Vesikel mit Proteinen aus Säugetierzellen zu markieren und damit Hybride aus eukaryotischen Proteinen auf prokaryotischen Membranen zu erzeugen.

Die Wissenschaftler bedienten sich dazu eines Verfahrens, das „Molecular Painting“ genannt wird. Dabei werden Proteinmoleküle mithilfe von Glycosylphosphatidylinositol (GPI) in der Lipid-Membran verankert. Und weil man dies nicht nur mit Fluoreszenz-markierten Proteinen (für die man die Verankerung sehr gut zeigen kann), sondern auch mit Zytokinen, Wachstumsfaktoren und Antigenen machen kann – und darüber hinaus auch zumindest zwei verschiedenen Proteine auf ein Vesikel aufgebracht werden können – ergibt sich eine flexibel einsetzbare Plattform. Eine solche könnte beispielsweise zur Konstruktion neuartiger Vakzine sehr nützlich sein: Die bakteriellen Membranvesikel stimulieren das menschliche Immunsystem, die durch die Modifikation abgelagerten Antigene dirigieren die Immunabwehr in die gewünschte Richtung. Die Originalarbeit wurde in der Zeitschrift „Membranes“ publiziert.

 

 

 

July 23rd

EFSA: Kein Grenzwert für Zucker

Nach Durchsicht von über 30.000 Studien hält die EU-Lebensmittelsicherheitsagentur die Festlegung einer Obergrenze für den Zuckerkonsum für nicht möglich. Nun hat sie eine Konsultation zu diesem Thema eingeleitet.

 

Bis 30. September läuft eine öffentliche Konsultation der Europäischen Lebensmittelsicherheitsagentur (EFSA) zur Sicherheit von Zucker in Lebensmitteln. Dabei geht es um den Entwurf eines Gutachtens, das die EFSA auf Ersuchen Dänemarks, Finnlands, Islands, Norwegens und Schwedens erstellt hatte. Diese Länder hatten an die Agentur den Wunsch herangetragen, ihre aus dem Jahr 2010 stammende Bewertung der Zusammenhänge des Zuckerkonsums mit Krankheiten wie Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gicht und Karies zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Falls möglich, sollte die EFSA einen wissenschaftlich fundierten Grenzwert für die „zulässige Höchstaufnahmemenge“ von Zucker vorschlagen. Dieser Wert würde beschreiben, welche Mengen von Zucker jedenfalls aufgenommen werden können, ohne die Gesundheit zu gefährden.

 

Die zuständigen Wissenschaftler der EFSA untersuchten daher mehr als 30.000 einschlägige Publikationen. Ihr vorläufiges Fazit: Es ist „nicht möglich, einen solchen Schwellenwert festzulegen“. Allerdings bestünden „mehr oder weniger offenkundige Zusammenhänge zwischen der Aufnahme unterschiedlicher Zuckerarten und dem Risiko der Entstehung chronischer Stoffwechselkrankheiten und Karies“. Valeriu Curtui, der Leiter des für Ernährungsfragen zuständigen Referats der EFSA, erläuterte, die zusätzlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Daten aus der Konsultation seien hilfreich, um „unsere Bewertungen zu untermauern“.

 

Und Curtui fügte hinzu: Der nunmehr vorliegende Entwurf sei „ausschließlich eine Bewertung wissenschaftlicher Erkenntnisse“. Er enthalte keine gesundheitspolitischen Empfehlungen und sei auch keine Leitlinie für allfällige Entscheidungen: „Dafür sind die nationalen Gesundheitsbehörden und internationale Gremien zuständig.“

 

In diesem Sinne äußerte sich auch Linda Granlund, die Direktorin des Referats für Prävention und öffentliche Gesundheit der norwegischen Direktion für Gesundheit. Sie begrüßte die Konsultation und ersuchte Ernährungsexperten in Norwegen und anderen Ländern, zu dem Entwurf Stellung zu nehmen. Sobald das fertige Gutachten vorliege, werde Norwegen seine „nationalen lebensmittelbezogenen Ernährungsleitlinien anhand der dabei gewonnenen umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnisse aktualisieren“.

 

Zugänglich ist die Konsultation unter https://connect.efsa.europa.eu/RM/s/publicconsultation

 

 

July 19th

Ärztekammer besorgt wegen Rückgang der Plasmaspenden

Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres besuchte die Plasmafraktionierung von Takeda in Wien 22. Plasmaspenden, die den dafür notwendigen "Rohstoff" zur Verfügung stellen, sind während der Pandemie deutlich zurückgegangen.

Menschen, die an Hämophilie B leiden, besitzen einen genetisch bedingten Mangel an Gerinnungsfaktor IX – einem Protein, das für gewöhnlich im Blut zu finden sind. Die Blutergerinnungskaskade, die die Verletzung eines Blutgefäßes schließt, ist bei ihnen gestört. Sie sind auf die Verabreichung der fehlenden Gerinnungsfaktoren angewiesen, die aus dem Plasma gesunder Menschen gewonnen werden kann.

Das ist nur ein Beispiel von vielen, die zeigen, dass menschliches Blutplasma ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung wichtiger Arzneimittel ist. Ebenso könnte man Patienten anführen, die an primärer Immundefizienz leiden und daher selbst die für die Abwehr essenziellen Immunglobuline nicht ausbilden können. Patienten mit seltenen Erbkrankheiten wie dieser profitieren von der Fraktionierung der Körperflüssigkeit und der Gewinnung der darin enthaltenen Proteine.

In der Plasmafraktionierung von Takeda in Wien 22 werden insgesamt 17 Produkte für die Therapie von seltenen, chronischen und genetisch bedingten Erkrankungen gewonnen. Doch das funktioniert nur, wenn der Rohstoff Plasma auch in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. „Leider ist die Zahl der Plasmaspenden in der Corona-Zeit deutlich zurückgegangen“, stellte demgegenüber Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer und Oberarzt am Klinischen Institut für Labormedizin der Medizinischen Universität Wien, fest. Szekeres besuchte am 15. Juli die Forschungs- und Produktionsstandorte von Takeda in Wien, um sich ein Bild von diesem Teil der heimischen Wertschöpfungskette zu machen. Diese sei seinen Worten zufolge ein „wichtige Säule“ des Gesundheitssystems, da sie für Versorgungssicherheit mit lebensrettenden und lebensverbessernden Arzneimitteln stehe. Karl-Heinz Hofbauer, Leiter der Takeda Produktionsstandorte in Wien, freute sich über den Besuch. „Hier werden plasmabasierte Therapien seit 65 Jahren erforscht und produziert. Wien gilt nicht ohne Grund als Plasmahauptstadt Europas", so Hofbauer.

 

Versorgung von Personen mit seltenen Erkrankungen

Takeda sorgt mit den Plasmazentren seines Tochterunternehmen BioLife selbst für Nachschub. Allein zwölf solcher Zentren werden in Österreich betrieben, weitere in Nachbarländern. „Verringert sich die Menge an Plasma, die wir in Österreich dank der hiesigen Spenden aufbringen, erhöht das die Abhängigkeit von US-Plasma“, warnt Matthias Gessner, Leiter der BioLife Plasmazentren. Das gefährde potenziell die Versorgungssicherheit der Patienten in Österreich.

Mit der Zusammenarbeit zwischen Takeda und der Ärzteschaft zeigten sich beide Seiten zufrieden: „Der Nationale Aktionsplan für seltene Erkrankungen ein gutes Beispiel für eine wichtige Initiative aller beteiligten Strukturen, um die Situation von Menschen mit seltenen Erkrankungen langfristig und nachhaltig zu verbessern“, sagte dazu Anthea Cherednichenko, MBA, Geschäftsführerin von Takeda Pharma Austria. „Gerade Menschen mit seltenen und komplexen Erkrankungen brauchen und verdienen ein solidarisches Gesundheitssystem, das ihre Bedürfnisse kennt, versteht und berücksichtigt“, ergänzte Ärztekammer-Präsident Szekeres.

 

 

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