Lanxess weiter mit Verlusten
Das Konzernergebnis des Kölner Spezialchemieunternehmens für den Zeitraum Jänner bis September 2026 belief sich auf -264 Millionen Euro. Schon im Vergleichszeitraum 2025 war es deutlich negativ gewesen.

Der Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess schreibt weiter Verluste. Von Jänner bis September 2026 belief sich das Konzernergebnis auf -264 Millionen Euro, nachdem es im Vergleichszeitraum 2025 rund -179 Millionen Euro betragen hatte. Der Umsatz blieb mit 4,41 Milliarden Euro stabil. Das EBITDA verringerte sich um 21,5 Prozent auf 318 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf -58 Millionen Euro. Immerhin verbesserte es sich gegenüber den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 um 27,5 Prozent.
Schlecht liefen die Geschäfte vor allem im Segment Advanced Intermediates, das industrielle Zwischenprodukte wie Benzol- und Toluolderivate, Amine und Organometallverbindungen sowie Eisenoxid- und Chromoxidpigmente umfasst. Der Umsatz sank um 3,3 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro, das EBITDA um 22,6 Prozent auf 82 Millionen Euro. Operativ verzeichnete die Lanxess in diesem Segment einen Verlust von rund vier Millionen Euro, nachdem sie im Vergleichszeitraum 2025 einen Gewinn von 21 Millionen Euro verbucht hatte. Der Konzern begründete dies unter anderem mit der weiter schwachen Nachfrage, nicht zuletzt aus der Bauwirtschaft, sowie mit hohen Kosten für Energie.
Ein Bild mit Licht und Schatten zeigte sich im Segment Consumer Protection, in dem Lanxess unter anderem Aroma- und Duftstoffe, Konservierungsmittel, Produkte für Tiernahrung, Desinfektions-, Konservierungs- und Holzschutzmittel sowie Produkte für die Wasseraufbereitung anbietet. Der Umsatz wuchs um 0,6 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro. Dem gegenüber fiel das EBITDA um 12,6 Prozent auf 188 Millionen Euro, während sich das EBIT um etwa 50 Prozent auf 51 Millionen Euro erhöhte. Bei Geschmacksstoffen und im Bereich der Aufbereitung von Flüssigkeiten verzeichnete die Lanxess höhere Absatzmengen und -preise. Dagegen schwächelte der Bereich Agrochemie (Saltigo).
Durchwegs positiv zeigte sich einzig das Segment Speciality Additives, das nicht zuletzt Erzeugnisse für die Gummiindustrie sowie Schmierstoffe und Schmierstoffadditive beinhaltet. Der Umsatz erhöhte sich um 6,3 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro, das EBITDA um 25,3 Prozent auf 193 Millionen Euro. Das EBIT beziffert die Lanxess mit 69 Millionen Euro. Für den Vergleichszeitraum 2025 wies sie das EBIT in diesem Segment mit -16 Millionen Euro aus. Ursächlich für die besseren Resultate waren höhere Verkaufsmengen und -preise, nicht zuletzt infolge von Preiserhöhungen im zweiten und dritten Quartal.
Keine nachhaltige Nachfrageerholung
Vorstandschef Matthias Zachert konstatierte, im dritten Quartal habe die Lanxess „trotz aller Widrigkeiten zugelegt. Von einer breiten und nachhaltigen Nachfrageerholung sind viele unserer Kernmärkte jedoch noch entfernt. Das betrifft besonders die Agrochemie-, Auto- und Bauindustrie. Aber unsere Anstrengungen zur Senkung der Kosten zahlen sich aus und unterstützen unsere Ergebnisentwicklung“.
Für das Gesamtjahr erwartet die Lanxess ein EBITDA vor Sondereinflüssen am oberen Ende der Bandbreite zwischen 450 und 500 Millionen Euro. Im Vergleich den 510 Millionen Euro des Jahres 2025 wäre dies ein Rückgang um etwa 1,9 bis 11,8 Prozent.
