Lenzing streicht Dividende

Der Grund ist die COVID-19-Pandemie, die das Quartalsergebnis um fast 60 Prozent einbrechen ließ und eine Prognose für das Jahresergebnis 2020 unmöglich macht.

Foto: Lenzing AG
Lenzing-Vorstandschef Stefan Doboczky: „in äußerst schwierigem Marktumfeld behauptet“

 

 

Angesichts der Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2020 und der unabsehbaren Folgen der COVID-19-Pandemie will der Faserkonzern Lenzing für das Geschäftsjahr 2019 keine Dividende bezahlen. In einer Aussendung hieß es, der Mehrheitseigentümer B&C befürworte diesen Vorschlag des Vorstands. Der formelle Beschluss steht für die Hauptversammlung am 18. Juni an, die bedingt durch die Pandemie online abgehalten wird. Auf eine Prognose des Jahresergebnisses 2020 verzichtet die Lenzing bis auf Weiteres ebenfalls: „Die Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die Geschäftsbereiche der Lenzing Gruppe können nach wie vor nicht zuverlässig abgeschätzt werden, da diese stark von der Dauer der Krise sowie den weiteren Folgen für die Weltwirtschaft und die Textilmärkte abhängen.“

 

Laut dem Quartalsbericht brach das Periodenergebnis im Vergleich zum ersten Quartal 2019 um 58,6 Prozent ein und lag bei nur mehr 17,7 Millionen Euro. Der Umsatz verringerte sich um 16,7 Prozent auf 466,3 Millionen Euro, das EBTIDA um 24,3 Prozent auf 69,6 Millionen Euro. Das EBIT schließlich sank um 44,2 Prozent auf 30,4 Millionen Euro. Als wesentlichsten Grund für das Resultat nannte die Lenzing „die Preisentwicklung bei Standardviscose bedingt durch den starken Kapazitätsüberhang im Markt und anderen Standardfasern“. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie hätten „den Preis- und Mengendruck weiter“ erhöht. Im ersten Quartal seien die Preise für Standardviscose gegenüber dem vierten Quartal 2019 um bis zu 33 Prozent gefallen - und zwar „ auf ein neues Allzeittief“ von 9.150 Yuan Renminbi (RMB) pro Tonne.

 

Dennoch hieß es in der Aussendung zum Quartalsergebnis, die Lenzing habe sich „in einem äußerst schwierigen Marktumfeld mit erhöhtem Preis- und Mengendruck infolge der COVID-19-Krise gut geschlagen“. Verwiesen wurde unter anderem auf die auf rund 138,6 Millionen Euro mehr als verdreifachten Investitionen in neue Faserzellstoff- und Spezialprodukte-Anlagen in Brasilien und Thailand. Deren Errichtung laufe nach wie vor „planmäßig“. Ferner stellt die Lenzing nun gemeinsam mit Palmers Corona-Mund- und- Nasenschutzmasken her.