Eli Lilly will Merida Biosciences erwerben
Der Preis wird mit umgerechnet rund 2,47 Milliarden Euro beziffert. Merida entwickelt Therapien gegen schwere Autoimmunerkrankungen sowie Allergien.

Der US-amerikanische Pharmakonzern Eli Lilly mit Sitz in Indianapolis will die Merida Biosciences um 2,87 Milliarden US-Dollar (2,47 Milliarden Euro) übernehmen. Das teilten die beiden Firmen in einer gemeinsamen Aussendung mit. Ihr zufolge setzt sich die Kaufsumme aus einem Grundbetrag sowie Meilensteinzahlungen zusammen. Die konkrete Aufteilung wurde nicht bekannt gegeben. Wie üblich, bedarf die geplante Transaktion der Zustimmung der zuständigen Behörden. Geplant ist, sie im vierten Quartal des heurigen Jahres abzuschließen.
Die Merida hat ihren Sitz in Cambridge im Bundesstaat Massachusetts. Sie ist auf die Entwicklung von Therapien gegen schwere Autoimmunerkrankungen sowie Allergien spezialisiert. Ihr derzeit wichtigstes Programm mit der Bezeichnung MER511 befindet sich im Status klinischer Studien der Phase 1. Es geht um einen Wirkstoff gegen die Basedowkrankheit (englisch Graves’ disease) sowie die damit häufig zusammenhängende Schilddrüsen-Augenerkrankung (Thyreoidale Augenerkrankung, TED). Schätzungen zufolge sollen zwischen 25 und 50 Prozent der Basedow-Patienten auch an TED leiden. Diese kann in schweren Fällen zum Verlust der Sehkraft führen. In den USA sind laut Eli Lilly rund drei Millionen Menschen an Basedow erkrankt.
Zwar sind Möglichkeiten zur Behandlung von Basedow sowie TED seit längerer Zeit verfügbar. Sie zielen jedoch darauf ab, die Immunreaktion zu unterdrücken. Bei der von Merida entwickelten Therapie geht es dagegen darum, die Antikörper aufzuspüren und zu eliminieren, die Basedow sowie TED auslösen. Im präklinischen Stadium befindet sich MER769, ein Forschungsprogramm zur Entwicklung von Medikamenten gegen Lebensmittelallergien, Asthma und andere Krankheiten. Auch diese haben den Zweck, die Antikörper, die die betreffenden Leiden auslösen, zu neutralisieren.
Geld vorhanden
Wie Eli Lilly den Kauf finanzieren möchte, wurde nicht bekannt gegeben. Über die erforderlichen Mittel sollte der Konzern aber verfügen. Sein Umsatz im zweiten Quartal belief sich auf rund 22,97 Milliarden US-Dollar (19,81 Milliarden Euro), sein Nettogewinn auf 7,09 Milliarden US-Dollar (6,11 Milliarden Euro).
