BASF will Evonik kaufen

Die beiden deutschen Konzerne bestätigen sinngemäß „Sondierungen“. Fix ist aber noch nichts.

 

Credit: Evonik
„Sondierungen“: Die BASF erwägt, die Evonik zu übernehmen.

Die BASF plant, den Spezialchemiekonzern Evonik zu übernehmen. Beide Unternehmen bestätigten diesbezügliche „Sondierungen“. Die BASF teilte mit, sie prüfe „im Rahmen ihrer Unternehmensstrategie fortlaufend die strategische Option von Akquisitionen, die ihre Kerngeschäfte stärken, einen hohen strategischen Fit aufweisen, profitables Wachstum und Wertsteigerung fördern. Dabei geht BASF diszipliniert vor. Das Unternehmen wird den Markt in Übereinstimmung mit den regulatorischen Vorgaben unverzüglich informieren, wenn und soweit dies erforderlich ist“.

 

Seitens der Evonik hieß es, ihr sei eine „unverbindliche Ansprache durch die BASF SE zugegangen. Diese ist auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Gesellschaft gerichtet. Gespräche finden derzeit nicht statt. Evonik beabsichtigt nicht, diesen Vorgang über die rechtlichen Erfordernisse hinaus weiter zu kommentieren oder Anfragen dazu zu beantworten“.

 

Größer Eigentümer der Evonik, der ehemaligen RAG-Beteiligungs-AG, ist die RAG-Stiftung, die für den Umgang mit den Hinterlassenschaften des Steinkohlebergbaus in Deutschland zuständig ist. Sie hält an der Evonik nach eigenen Angaben etwa 44 Prozent. Im Jahr 2025 erwirtschaftete die Evonik rund 14,07 Milliarden Euro Umsatz, um 7,2 Prozent weniger als 2024. Das bereinigte Konzernergebnis lag mit 634 Millionen Euro um 18,4 Prozent unter dem Wert von 2024.

 

Am 22. September gab die Evonik bekannt, in den kommenden drei Jahren ihre Strategie zu „schärfen“: „Das Produkt-Portfolio wird nach Rollenprofilen geordnet, allen großen Standorte in Deutschland werden spezifische Aufgaben zugeteilt. Zugleich wird die geostrategische Balance durch gezielte Wachstumsprojekte optimiert.“ Aus „Geschäftsaktivitäten, für die keine Perspektive im Unternehmen besteht“, will sich die Evonik zurückziehen. Interimistisch geführt wird der Konzern derzeit von Claus Rettig. Der langjährige Vorstandschef Christian Kullmann ist nach einer unerwarteten Operation Ende August auf Genesungsurlaub.