Agrana: Operativer Halbjahresgewinn deutlich gestiegen

Dass das Konzernergebnis fast 33 Mal so hoch ausfiel wie im ersten Halbjahr 2025/26, führt der Konzern vor allem auf bessere Ergebnisse in den Segmenten Stärke und Zucker zurück.

 

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Agrana-Vorstandschef Stephan Büttner: Geschäftsentwicklung „insgesamt im Rahmen unserer Erwartungen“

Der Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern Agrana erwirtschaftete im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27 einen Gewinn (Konzernergebnis) von 37,5 Millionen Euro. Dieser belief sich damit auf fast 33 Mal so viel wie im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26, als er 1,1 Millionen Euro betragen hatte. Mit einem Plus von 0,5 Prozent blieb der Umsatz mit 1,70 Milliarden Euro stabil. Das EBITDA wuchs um 4,0 Prozent auf 110,4 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um etwa 126 Prozent auf 63,4 Millionen Euro. Ein Wermutstropfen war die EBITDA-Marge, die mit 6,5 Prozent deutlich unter dem Richtwert von 10,0 Prozent lag.

 

Zurückzuführen war das bessere Halbjahresergebnis der Agrana zufolge vor allem auf die Entwicklung in den Segmenten Stärke und Zucker. Im Segment Stärke war das EBIT mit 17,2 Millionen Euro mehr als fünfmal so hoch wie im Vergleichszeitraum des Geschäftsjahres 2025/26. Als Grund nennt die Agrana den Anstieg der Ethanolmargen. Zwar sanken die Verkaufspreise für die wichtigsten Produkte. Doch gingen auch die Einkaufspreise für die Rohstoffe zurück. Weizen etwa war um etwa elf Prozent billiger als im ersten Halbjahr 2025/26. Weiterhin hoch war der Agrana zufolge der Wettbewerbsdruck, bedingt durch Überkapazitäten in Europa, volatile Rohstoffmärkte sowie die nach wie vor hohen Energie- und Rohstoffkosten. Als wichtig erwiesen sich daher die verstärkte Produktdifferenzierung, aber auch stabile Kundenbeziehungen und eine strenge Kostendisziplin.

 

Zucker bleibt das „Sorgenkind“

 

Im Segment Zucker verringerte sich zwar der Umsatz um 9,4 Prozent auf 280,4 Millionen Euro. Doch konnte die Agrana ihren operativen Verlust von 36,3 Millionen Euro auf rund 2,0 Millionen Euro signifikant verringern. Eitel Wonne ist die Lage auf dem Zuckermarkt aber nach wie vor nicht. Im Kleinkundenbereich erhöhten sich zwar die Verkaufsmengen, doch die Preise sanken. Bei den Industriekunden wiederum sah sich die Agrana mit fallenden Absatzmengen konfrontiert. Wegen des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran bleibt die Lage auf dem Erdölmarkt gespannt. Daher wird erwartet, dass Brasilien seine Produktion des biogenen Treibstoffs Ethanol ausweiten wird. Deshalb war in letzter Zeit ein „deutlicher Anstieg des Weltmarktpreisniveaus“ zu verzeichnen. Ihre EBIT-Verbesserung im Segment Zucker führt die Agrana nicht zuletzt auf die „deutlich niedrigeren Herstellungs- und Strukturkosten“ zurück. Mit dieser Formulierung ist insbesondere die Schließung der Zuckerfabriken in Leopoldsdorf und Hrusovany (Tschechien) gemeint.

 

Auf dem EU-Zuckermarkt war das Angebot im heurigen Jahr nach wie vor hoch. Im Juni lagen die Zuckerpreise daher bei 501 Euro pro Tonne, um 6,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Für das Zuckerwirtschaftsjahr 2026/27 wird dagegen „eine deutliche Verengung der globalen Zuckerbilanz“ erwartet. Bedingt ist dies durch die fragliche Entwicklung der Produktion in Brasilien, der EU, Indien und Thailand. Offen ist auch, welche Mengen an Zucker Brasilien für die erwartete Ausweitung der Ethanolerzeugung verwenden wird. Die Zuckerherstellung in der EU wird voraussichtlich um 3,1 Millionen Tonnen auf 13,4 Millionen Tonnen sinken. Gründe dafür sind der Rückgang der Rübenanbaufläche, die dürrebedingte schlechtere Ernte und sowie Schädlingsbefall.

 

Durchwachsene „Früchte“

 

Im größten Segment, genannt „Food and Beverage Solutions“ (grob gesprochen, dem früheren Geschäftsbereich Frucht), wuchs der Umsatz um rund 4,3 Prozent auf 896,4 Millionen Euro. Dies war vor allem auf die „moderaten“ Preis- und Mengensteigerungen bei Rezepturen zurückzuführen. Im Bereich Getränke musste die Agrana dagegen deutliche preisbedingte Umsatzrückgänge hinnehmen. Das EBIT bei den Rezepturen stieg geringfügig, unter anderem wegen des besseren Geschäftsverlaufs im Mittleren Osten und Afrika. Bei den Getränken lief das Geschäft dagegen nicht zuletzt aufgrund von Ernteeinbußen schlechter.

 

Hohe Erwartungen

 

Agrana-Vorstandschef Stephan Büttner zeigte sich mit dem Halbjahresergebnis zufrieden. Die Agrana habe sich „insgesamt im Rahmen unserer Erwartungen entwickelt. Trotz des herausfordernden Marktumfelds konnten wir unsere operative Performance verbessern und zentrale strategische Projekte konsequent vorantreiben. Ein Schwerpunkt bleibt die planmäßige Integration von Austria Juice und Mercator-Emba. Beide Unternehmen stärken bereits unseren Geschäftsbereich Food & Beverage Solutions. Im Fokus stehen Synergien, effizientere internationale Strukturen und gemeinsame innovative Kundenlösungen. Mit dem Kaufvertrag für die geplante Akquisition von Esarom haben wir zudem einen weiteren wichtigen strategischen Schritt im Rahmen unserer Portfolio-Strategie gesetzt“.

 

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026/27 rechnet die Agrana „mit einem EBIT, das sehr deutlich über dem Vorjahr liegen soll“. Es dürfte sich auf etwa 90 bis 110 Millionen Euro belaufen. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2025/26 hatte es 3,2 Millionen Euro betragen.