Novartis: Gewinn sinkt um 34 Prozent

Das Geschäft des Schweizer Pharmakonzerns lief im heurigen Jahr bisher eher mäßig. Ursächlich waren niedrigere Preise, die Konkurrenz durch Generika sowie eine Wertminderung im Zuge einer klinischen Studie.

 

Credit: Novartis
Schweizer Pharmakonzern Novartis: Ergebnis mäßig, Ausblick bescheiden

In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2026 erwirtschaftete der Schweizer Pharmakonzern Novartis einen Reingewinn von rund 7,61 Milliarden US-Dollar, um 34 Prozent weniger als 2025. Er begründete dies insbesondere mit dem um 23 Prozent auf 10,83 Milliarden Dollar gesunkenen operativen Ergebnis, dem höheren Zinsaufwand sowie den um 16 Prozent auf 1,82 Milliarden US-Dollar gestiegenen Ertragssteuern. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 um rund 2,1 Prozent auf 42,04 Milliarden US-Dollar. Positiv wirkten sich die höheren Verkaufsmengen sowie die vorteilhafteren Wechselkurse aus. Diesen Faktoren standen niedrigere Preise und die Konkurrenz durch Generika gegenüber.

 

Beim operativen Ergebnis schlug eine Wertminderung um 1,9 Milliarden US-Dollar zu Buche. Sie betraf die Entwicklung von Del-Desiran, eines Wirkstoffkandidaten gegen erbliche Muskelschwäche (myotone Dystrophie Typ 1, DM1). Laut einer Aussendung von Novartis verfehlte dieser in der Phase-III-Studie HARBOR im Vergleich mit dem Placebo „den primären Endpunkt der Video-Handöffnungszeit (vHOT)“. Der Konzern wertet nun die Daten der Studie detailliert aus und will dann in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden entscheiden, wie er mit Del-Desiran weiter verfährt. Einen diesbezüglichen Zeitplan nannte Novartis nicht.

 

Die größten Umsatzbringer in den ersten drei Quartalen des Jahres 2026 waren das Brustkrebsmittel Kisquali mit 5,0 Milliarden US-Dollar (plus 44 Prozent), Kesimpta zur Behandlung vom Multipler Sklerose mit 4,1 Milliarden US-Dollar (plus 27 Prozent) sowie das Prostatakrebs-Präparat Pluvicto mit 2,0 Milliarden US-Dollar (plus 42 Prozent). Die stärksten Umsatzrückgänge verzeichneten dem gegenüber der Gerinnungshemmer Promacta mit einem Minus von 64 Prozent auf 505 Millionen UD-Dollar, Tasigna gegen Leukäme mit minus 53 Prozent auf 438 Millionen US-Dollar sowie der Herzschwäche-Medikament Entresto mit einem Minus von 44 Prozent auf 3,7 Milliarden US-Dollar.

 

Prognose in Reichweite

 

Novartis-Vorstandschef Vasant Narasimhan gab sich zufrieden. Der Konzern habe ein solides Ergebnis erzielt. Auch in der Pipeline gebe es Fortschritte, unter anderem mit Remibrutinib gegen schubförmig verlaufende multiple Sklerose. Die Studienresultate bezüglich Del-Desiran seien „nicht wie erhofft“ ausgefallen, deuteten aber „auf eine klinische Wirksamkeit hin“. Insgesamt sei Novartis „dank der anhaltenden Dynamik des Geschäfts und der Pipeline nach wie vor auf dem besten Weg, unsere mittel- bis langfristige Prognose zu erfüllen“.

 

Hinsichtlich des Gesamtjahres erwartet Novartis ein Wachstum des Nettoumsatzes „im niedrigen einstelligen Prozentbereich“. Für 2025 bezifferte Novartis diese Kennzahl mit 54,53 Milliarden US-Dollar. Das operative Kernergebnis soll stagnieren oder bestenfalls „im niedrigen einstelligen Prozentbereich“ wachsen. Im Jahr 2025 hatte es rund 21,89 Milliarden US-Dollar betragen.