Opioidkrise: Einigung in Ohio

Drei Pharmagroßhändler und ein Hersteller bezahlen rund 260 Millionen US-Dollar an die Gesundheitsbehörden des amerikanischen Bundesstaates.

Foto: U.S. Navy / Mass Communication Specialist 3rd Class Kaysee Lohmann
Noch nicht erledigt: Etliche Arzneimittelhersteller und -distributoren sind nach wie vor im Visier von Behörden und Anwaltskanzleien.

 

Die US-amerikanischen Arzneimittelgroßhändler McKesson, Cardinal und AmerisourceBergen sowie der israelische Pharmakonzern Teva Pharmaceutical Industries bezahlen insgesamt 260 Millionen US-Dollar an die Gesundheitsbehörden von Cuyahoga County und Summit County im US-Bundesstaat Ohio. Das berichtete die New Yorker Anwaltskanzlei Napoli Shkolnik, die die Behörden im Zusammenhang mit der Opioidkrise vertritt. Fortgesetzt wird dagegen der Rechtsstreit mit Walgreen Boots Alliance, CVS, RiteAid, Walmart sowie anderen US-Firmen, die ebenfalls Opioide an Endkunden verkauf(t)en. Hunter Shkolnik, einer der Chefs der Anwaltskanzlei, bekundete seine Entschlossenheit, alles zu tun, „um Gerechtigkeit und das bestmögliche Ergebnis für unsere Klienten zu erstreiten“. Mit der Zahlung vermeiden die Unternehmen Rechtsstreitigkeiten mit erheblichen Risiken.

 

Eine Reihe von Pharmakonzernen inklusive Arzneimittelhandelsgesellschaften wird verdächtigt, durch unverantwortliche Bewerbung von Opioiden für den Tod von bis zu 400.000 US-Amerikanern mitverantwortlich zu sein. Ihnen drohen im Zuger Prozesse in rund 2.000 Fällen empfindliche Strafen. Ende vergangener Woche boten zwei der größten Opioidhersteller sowie drei Großhändler an, insgesamt 48 Milliarden US-Dollar an die Gesundheitsbehörden mehrerer US-Bundesstaaten zu bezahlen. Dies stieß jedoch auf Skepsis. Der Generalstaatsanwalt von Ohio, Dave Yost, sprach von einem „Haufen Sperrholz, der auf einer Baustelle abgeladen wurde“. Laut Berechnungen der US Society of Actuaries erlitten die Gesundheitsbehörden der USA durch diese Krise in den Jahren 2015 einen Schaden von rund 630 Milliarden US-Dollar.

 

Teva betonte einmal mehr, keinerlei schuldhafte Handlungen gesetzt zu haben. Der Konzern stellt im Zuge seiner Einigung mit den Behörden Ohios Tabletten zur Behandlung von Opioidsucht zur Verfügung, deren Wert er mit etwa 25 Millionen US-Dollar beziffert. Ferner leistet er eine Barzahlung von 20 Millionen US-Dollar. Ihre Unschuld betonten in einer gemeinsamen Aussendung auch AmerisourceBergen, Cardinal Health und McKesson. Dennoch erklärten sie ihre Bereitschaft, „an einer umfassenden Lösung“ der Opioidkrise mitzuwirken.