Screening-Komitee zur Krebs-Früherkennung kommt

Den Auftrag erteilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Weltkrebstag. Dem Minister zufolge müssen innovative Arzneien grundsätzlich allen Betroffenen offenstehen. Laut dem Pharamindustrieverband Pharmig wird gerade auch in Österreich intensiv an neuen Wirkstoffen geforscht.

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Gesundheitsminister Rudolf Anschober: „Wir stehen an der Seite der Betroffenen.“

 

Das Gesundheitsministerium wird ein Screening-Komitee zur Früherkennung von Krebs einrichten. Den Auftrag dazu habe er am Weltkrebstag, dem 4. Februar, erteilt, berichtete Gesundheitsminister Rudolf Anschober bei einer Pressekonferenz im auf Kinderkrebsforschung spezialisieren St.-Anna-Kinderspital in Wien. Das Komitee soll im Wesentlichen die bestehenden Früherkennungsprogramme bewerten und Empfehlungen für deren Weiterentwicklung sowie für neue Programme ausarbeiten. Die Details hinsichtlich seiner Zusammensetzung und seiner Arbeitsweise werden in den kommenden Wochen geklärt, erläuterte Anschober auf Anfrage des Chemiereports. Klar sei aber, dass die Tätigkeit des Komitees sowie die Empfehlungen „transparent und nachvollziehbar“ gestaltet würden.

 

Der Präsident der Österreichischen Kinderkrebshilfe, Paul Sevelda, ergänzte, neue Mittel gegen Krebserkrankungen seien oft teuer, aber auch erheblich wirksamer als frühere Präparate. Österreich werde die Kosten für neue Medikamente auch in Hinkunft übernehmen, „oder, Herr Minister?“ Der solcherart angesprochene Anschober konstatierte, das Gesundheitsministerium stehe an der Seite der Betroffenen. Grundsätzlich müsse der Zugriff auf innovative Therapien allen Personen offenstehen, die diese benötigen. Freilich gelte es indessen, auch die Fragen der Kostenentwicklung und der Versorgungssicherheit zu beachten.

 

Hinsichtlich der Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln im Allgemeinen steht in Kürze eine Entscheidung bezüglich des Verbots des Parallelhandels an, berichtete Anschober. Die Europäische Union habe zu den diesbezüglichen Plänen Österreichs noch nicht Stellung genommen. Mit der Entscheidung werde es aber „relativ rasch gehen müssen“.

 

Der Pharmaindustrieverband Pharmig verwies anlässlich des Weltkrebstages auf die diesbezüglichen Aktivitäten der Branche. Etwa 45,3 Prozent aller 2018 in Österreich durchgeführten industriegesponserten Wirkstoffstudien betrafen laut Pharmig die Onkologie. Und das komme nicht von Ungefähr: In den vergangenen Jahren sei die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen an unterschiedlichen Krebsarten von etwa 36.500 auf 41.000 angewachsen. „Die Krebsforschung in Österreich ist nicht zu unterschätzen, gleichzeitig gibt es hier noch sehr viel Luft nach oben. Je mehr Forschungsprojekte in Österreich realisiert werden, umso besser ist das für die Versorgung von Krebspatienten. In diesem Sinne begrüßen wir das Bekenntnis zur Stärkung der Forschung, das im Regierungsprogramm abgegeben wird“, betonte Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog. Notwendig seien in diesem Zusammenhang „mehr entsprechend ausgebildete Fachkräfte, eine vereinfachte Administration sowie eine stärkere Vernetzung zwischen Spitälern und Krankenhausträgern, um für klinische Forschungsprojekte Synergien zu schaffen“.